Woche für Woche
Mit 16 wusste ich: ich will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen. Ich will alles oder nichts.
Martina Netzer hatte am Mittwochabend bei unserem Abschieds-Sundowner von den roten Rosen, die regnen sollen, gesungen. Und die vielen, vielen Anwesenden summten mit. Ich auch.
Obwohl mich meine Eltern mit Liebe überschütteten, dachte ich als 16-Jähriger, dass für mich nicht viele rote Rosen blühen würden. Davon geträumt habe ich aber ab und an schon.
Aber die AIDS-Krise war erst gerade am Absinken, §175 noch gültig und die Ehe für alle weit entfernt. Was hatte ich da als schwuler Junge zu erwarten? Es gab damals praktisch keine queeren Vorbilder. Keine Sportler, Schauspieler, Manager oder Politiker, die sich geoutet hatten.
Feiertage sind dazu da, um gefeiert zu werden. Darum nutze ich auch immer gerne die Reichweite meiner Social-Media-Auftritte, um zu zeigen, welche wunderschöne Vielfalt an Feiertagen wir in Deutschland haben.
Vor ein paar Tagen habe ich Glückwünsche zum Zuckerfest, gestern zum Pesach-Fest ausgesprochen – und überübermorgen natürlich zum Osterfest.
Nun bin ich es ja gewohnt, viele Likes, aber auch viel Kritik für meine Aussagen zu bekommen. Aber bei den Glückwünschen eskaliert es immer besonders. Da erklären mir dann Menschen, welche Feiertage angeblich zu Deutschland gehören würden und welche nicht. Wie absurd.
Wir sind doch eine Republik – und eine Republik wird von Menschen gemacht. Und wenn diese Menschen einen Feiertag haben, gehört der doch mit dazu.
Der rote Faden ist mir wichtig. Meinen Vorgänger Karl-Peter Wettstein habe ich als Kind vor vielen Jahrzehnten bei einem Geburtstagsfest der Schöners in Neulußheim zum ersten Mal gesehen. Und ich fand es ganz toll, dass da ein „echter Politiker“ dabei war. Wohlgemerkt: Dieses Fest war voll mit Kommunalpolitiker*innen und Ortsvereinsvorsitzenden. Aber irgendwie war Karl-Peter für mich als Kind noch ein Stück mehr Politiker.
Und meine unmittelbare Vorgängerin Rosa Grünstein ist mir über die Jahre zu einer engen, ehrlichen und treuen Freundin geworden – ein ganz wundervolles Geschenk meines Lebens.
Die „Aktuelle Debatte“ im Landtag habe ich immer sehr gemocht. In meiner ersten Legislaturperiode habe ich sie gerne als Redner bestritten – zum ersten Mal in die „AD“ wurde ich gleich in meiner dritten Plenarsitzung geschickt – und in der zweiten Legislaturperiode auch gerne als Präsident geleitet. Denn hier diskutiert das Parlament als Volksvertretung, was derzeit auch im Land diskutiert wird.
Aber beim ehrlichen Blick auf die Arbeit im Landtag: Wie viele Menschen verfolgen so eine Aktuelle Debatte? Finden unsere Debatten nicht an anderen Orten statt? Diese Woche hatte ich beispielsweise auf einen einzelnen Satz von mir auf Facebook über 2500 Likes und über 1400 Kommentare. Hier findet viel „Aktuelle Debatte“ statt. Ob uns das passt oder nicht. Mir passt es, denn ich wollte und will immer am liebsten überall über Politik diskutieren. Und Facebook und Insta ist für viele Menschen eine gute Chance, mit mir über Politik zu reden. Und das ist gut. Denn Politik ist das, was uns alle angeht. Und Politik ist eine Möglichkeit, die Welt besser zu machen.
Ob sie stadtbildprägend waren? Da mache ich ein Fragezeichen. Aber schulwegprägend waren sie ganz sicher: die Kaugummiautomaten. In Rot oder Blau. Mit drei oder vier Sichtfenstern. Immer befüllt mit sehr harten Kugelkaugummis und manchmal noch mit Plastikschmuck, Schlüsselanhängern oder Sammelbildchen. Meine Oma hatte mir als Kind eingeredet, dass die Kaugummis in diesen Automaten immer verschimmelt wären. Und dabei hatte meine Oma keinen einzigen Tag als Automatenaufstellerin oder -befüllerin gearbeitet noch eine Schulung dazu beim Gesundheitsamt besucht. Aber irgendwie war sie für mich glaubwürdig. Und so weiß ich, dass ich an Tausenden von diesen Automaten vorbeimarschiert bin, ohne auch nur ein einziges 10-Pfennig-Stück einzuwerfen.
hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.
(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)
Rotes aus der Ortenau
findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de
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