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Die Freitagspost: So wie man ist, wird man in dieser Demokratie gebraucht. Jede und jeder Einzelne.

Veröffentlicht am 01.05.2026 in Woche für Woche

Mit 16 wusste ich: ich will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen. Ich will alles oder nichts.

Martina Netzer hatte am Mittwochabend bei unserem Abschieds-Sundowner von den roten Rosen, die regnen sollen, gesungen. Und die vielen, vielen Anwesenden summten mit. Ich auch.

Obwohl mich meine Eltern mit Liebe überschütteten, dachte ich als 16-Jähriger, dass für mich nicht viele rote Rosen blühen würden. Davon geträumt habe ich aber ab und an schon.

Aber die AIDS-Krise war erst gerade am Absinken, §175 noch gültig und die Ehe für alle weit entfernt. Was hatte ich da als schwuler Junge zu erwarten? Es gab damals praktisch keine queeren Vorbilder. Keine Sportler, Schauspieler, Manager oder Politiker, die sich geoutet hatten.

Mit 16 wusste ich: ich will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen. Ich will alles oder nichts.

Martina Netzer hatte am Mittwochabend bei unserem Abschieds-Sundowner von den roten Rosen, die regnen sollen, gesungen. Und die vielen, vielen Anwesenden summten mit. Ich auch.

Obwohl mich meine Eltern mit Liebe überschütteten, dachte ich als 16-Jähriger, dass für mich nicht viele rote Rosen blühen würden. Davon geträumt habe ich aber ab und an schon.

Aber die AIDS-Krise war erst gerade am Absinken, §175 noch gültig und die Ehe für alle weit entfernt. Was hatte ich da als schwuler Junge zu erwarten? Es gab damals praktisch keine queeren Vorbilder. Keine Sportler, Schauspieler, Manager oder Politiker, die sich geoutet hatten.

Wenn ich noch einmal den 16-jährigen Daniel Born, der so viel Angst davor hatte, so zu sein wie er ist, in den Arm nehmen könnte. Ich würde ihm sagen: „Sei wie Du bist. Du wirst manche Leute verlieren, aber echte Freunde gewinnen. Und Du wirst eine große Liebe finden. Und beruflich? Du schaffst das schon alles. Und die Jusos werden Dich zu ihrem Kreisvorsitzenden machen. Und die SPD wird Dich als ihren Landtagskandidaten nominieren, zum Vorsitzenden ihres größten baden-württembergischen Kreisverbands und ins Landespräsidium wählen. Und die Bürger*innen werden Dich zu ihrem Abgeordneten wählen. Und Du wirst der Präsident sein, der die Sitzung leitet, wenn der Landtag das Bundesland zum Freiheitsraum für Schwule, Lesben und Trans-Menschen erklärt.“

Ich habe dies ganz oft in den letzten Jahren bei meinen Schulbesuchen erzählt. Und viel Dankbarkeit dafür erfahren. Es braucht Bilder.

Alle 16-Jährigen in unserem Land sollen träumen dürfen, dass das Leben für sie rote Rosen bereithält. Ganz egal woher sie kommen, welche Hautfarbe sie haben, welches Geschlecht, ob sie eine Behinderung haben oder nicht, wie arm oder reich ihre Eltern sind, an was sie glauben und wen sie lieben möchten.

So wie man ist, gehört einem diese Demokratie mit. Und so wie man ist, wird man in dieser Demokratie gebraucht. Jede und jeder Einzelne.

Immer wieder haben mir in den letzten Jahren Jugendliche geschrieben, dass sie sich aufgrund meiner Geschichte zutrauen, so zu sein, wie sie sind.

Nichts bedeutet mir mehr.

Simone de Beauvoir sagte einmal den schönen Satz: „Ich wage das Abenteuer, ich selbst zu sein.“ Es ist wirklich ein Abenteuer. Aber wir alle sollten es eingehen. Sonst fehlen wir.

Und allen, die dieses Abenteuer eingehen – den 16-Jährigen aber auch den 46-Jährigen und den 76-Jährigen –, habe ich an ihrer Seite.

So wie wir sind, sind wir wunderbar. Und unsere Demokratie braucht uns so wie wir sind. Unsere Geschichten, unsere Träume, unsere Worte und unsere Werte. Unsere Erfolge und unsere Niederlagen, unsere Hoffnungen und unsere Enttäuschungen, unsere Erfahrungen und unseren Weg nach vorn.

Erntet man Widerspruch, Kritik, Ablehnung? Ganz sicher. Aber man bekommt auch Rosen. Rote Rosen.

Foto der Woche

„Das ist nicht exakt die Party, die ich mit Ihnen wenige Stunden vor Einberufung des neuen Landtags feiern wollte. Aber ich mag die Gästeliste.“ Mit diesen Worten habe ich am Mittwochabend meine letzte Rede als Landtagsabgeordneter begonnen. Meine Rede war nur ein kleiner Bestandteil eines wundervollen Abschieds-Sundowners voller Sonne, Freundschaft und Grandezza im Gartenschaupark an der Landtagslinde. Ich war immer davon überzeugt: „Nur was innen glänzt, kann außen funkeln.“ Und es hat noch einmal geglänzt und gefunkelt. Simon Abraham und Rosa Grünstein haben berührende Reden gehalten, Martina Netzer herrliche Lieder gesungen, Batu die wahrscheinlich besten Aperol aller Zeiten gemixt und wir alle gemeinsam für eine Atmosphäre voller Glück gesorgt.

Homepage Daniel Born

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

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