Zufallsfoto

Die Freitagspost: Unsere Demokratie ist für den Vorwärtsgang gemacht

Veröffentlicht am 20.03.2026 in Woche für Woche

Der rote Faden ist mir wichtig. Meinen Vorgänger Karl-Peter Wettstein habe ich als Kind vor vielen Jahrzehnten bei einem Geburtstagsfest der Schöners in Neulußheim zum ersten Mal gesehen. Und ich fand es ganz toll, dass da ein „echter Politiker“ dabei war. Wohlgemerkt: Dieses Fest war voll mit Kommunalpolitiker*innen und Ortsvereinsvorsitzenden. Aber irgendwie war Karl-Peter für mich als Kind noch ein Stück mehr Politiker.

Und meine unmittelbare Vorgängerin Rosa Grünstein ist mir über die Jahre zu einer engen, ehrlichen und treuen Freundin geworden – ein ganz wundervolles Geschenk meines Lebens.

Ich erzähle oft von meinen beiden Vorgängern. Ich habe mein Amt als SPD-Abgeordneter immer so verstanden, dass ich eine stolze Geschichte weiterschreibe. Und dann darf man nicht nur, sondern muss auch auf die vergangenen Kapitel zurückgreifen. Sonst wird es nicht rund.

In dieser Woche habe ich aus einem sehr konkreten Grund viel über Karl-Peter erzählt: Der Wettstein-Tunnel zwischen der Schwetzinger Oststadt und Plankstadt ist nämlich gesperrt gewesen. Und das hat zur Folge, dass wir in der Bruchhäuser Straße – wo ich wohne – derzeit New-York-Feeling haben: ein Stau, ein Gehupe und ein Geschimpfe, wie man es eher auf der Lexington Avenue erwartet.

Ich sage dann all meinen Nachbar*innen, dass es ohne den Tunnel jeden Tag so wäre – und dass es diesen Tunnel nur gibt, weil ein Landtagsabgeordneter aus dem Wahlkreis dafür gekämpft hat: Karl-Peter Wettstein, SPD.

Und für viele ist das eine Überraschung. Aber für mindestens ebenso viele ist es eine Überraschung, dass es diesen Tunnel einmal nicht gab …

Und so ist auch dieser Tunnel eine Metapher für das, was ein Stück weit zu einer erwachsenen Demokratie gehört – und worunter die beiden Volksparteien unter anderem so leiden: Fortschritt, neue Strukturen und mehr Möglichkeiten werden selbstverständlich.

Und so wie meine Nachbar*innen nicht morgens in der Bruchhäuser Straße stehen und laut rufen: „Danke, dass ihr uns einen Tunnel erkämpft und gebaut habt“, tanzen die Menschen auch nicht für die 5-Tage-Woche oder die Mitbestimmung im Betrieb, die Ehe für alle oder das Gleichstellungsgesetz, den Euro oder die unterirdische Stromversorgung.

Menschen sagen nicht: „Zum Glück gibt es die Gewerkschaften, die Bürger*inneninitiativen, die Vereine, die Unternehmen und die Volksparteien, die gemeinsam mit mir und meinen Eltern und Großeltern ein gutes Land gebaut haben. Aus großer Dankbarkeit wähle ich die Volksparteien.“

Die Menschen fragen: „Wie geht es weiter?“ Und irgendwie ist das ja auch ein ermutigendes Zeichen. Unsere Richtung ist vorwärts – nicht stehen bleiben, nicht rückwärts gehen.

Und das bedeutet: Wir können als Demokrat*innen auf eine stolze Geschichte zurückgreifen – aber immer mit dem Blick nach vorn. Denn unsere Demokratie ist für den Vorwärtsgang geschaffen.

Und um es ganz konkret zu machen: Bei mir in der Bruchhäuser Straße geht das. Ich weiß nämlich, dass sich Kommunalpolitiker meiner Partei Gedanken darüber machen, wie der neue Radschnellweg direkt bei uns entlangführt – und auf lange Sicht vielleicht sogar eine Straßenbahn.

Und wenn ich das erzähle, dann sagen alle, das wäre ja mehr als krass. Und all das ist nur möglich wegen eines Tunnels zwischen Plankstadt und der Schwetzinger Oststadt – dem Wettstein-Tunnel.

Foto der Woche

Als ich Teenager war, gab es im öffentlichen Leben – in Film, Politik oder Sport – praktisch keine queeren Role Models. Aber ich war schwul und stellte mir die Frage: Ist es besser, unsichtbar zu sein?

Seitdem hat sich viel verändert – aber vieles auch nicht. Wir haben mehr queere Sichtbarkeit. Manche sagen, dass ich als schwuler Landtagsvizepräsident dazu beigetragen habe. Das ehrt mich sehr.

Wir haben das Selbstbestimmungsgesetz, die Ehe für alle, und Baden-Württemberg hat sich zum Freiheitsraum für LSBTTIQ erklärt. Aber: Die Anzahl queerfeindlicher Straftaten nimmt zu, viele trauen sich nicht zum Outing am Arbeitsplatz, und in Art. 3 des Grundgesetzes klafft immer noch eine Lücke – denn die sexuelle Identität ist nicht erwähnt.

Gerne habe ich am Mittwoch auf dem Podium der VHS Schwetzingen zum Thema „Ohne Sichtbarkeit keine gleichen Rechte“ diskutiert.

Homepage Daniel Born

Termine Gengenbach

05.07.2026, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
öffentlich
Fairtrade Gengenbach: Ernteschätzspaziergang auf den Streuobstwiesen
Gengenbach „Römerbad“ am Ziegelwaldsee

Alle Termine

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de