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Die „Himmelskugel“ soll weg

Kulturpolitik: Einsturzgefahr – Kunstverein will das Schwemmholz-Werk auf dem Carl-Reiss-Platz in Papier verwandeln

 
 
 
 
 

Im Juni 2014 verstorben: der Künstler und Mediziner Dr. Mo Edoga.

 
 
 

"Nicht geeignet, ewige Zeit durchzuhalten": Die "Himmelskugel" auf dem Carl-Reiss-Platz soll entfernt werden, rechts unten ein Bild von 2005.

© Prosswitz

"Die Stadt ist gefordert und gefährdet!" Auf diesen Punkt brachte es Dr. Rainer Preusche, Ehrenvorsitzender des Kunstvereins. In seiner Ära entstand hinter dem Ausstellungspavillon auf dem Carl-Reiß-Platz die "Himmelskugel" genannte Plastik aus Schwemmholz von Dr. Mo Edoga. Doch nun soll sie weg - aus Sicherheitsgründen. Ein Konzept dazu hat der Kunstverein dem Kulturausschuss des Gemeinderats vorgestellt, der es einhellig billigte.

Das riesige Werk entstand aus einer zunächst kleinen "Himmelskugel", die der Künstler nach seiner Beteiligung an der "Documenta" dem Kunstverein für seinen Innenhof übergeben hatte. Doch das Objekt wuchs immer mehr, war zu Beginn der 1980er Jahre Gegenstand eines kommunalpolitischen Streits. Irgendwann hatte Edoga einfach ohne jegliche Genehmigung begonnen, ständig immer mehr Schwemmhölzer, Zweige und Äste auf der Wiese hinter dem Kunstverein aufzuschichten, diese mit Paketband und Kabelbinder zu verknüpfen (das bezeichnete er als "Ariadnefäden").

Eigentumsrechte unklar

2005 übergab Edoga das mehr als acht Meter hohe Werk, wie er sagte als "Geschenk zum Stadtjubiläum", an den damaligen Oberbürgermeister Gerhard Widder sowie den seinerzeitigen Kulturdezernenten Dr. Peter Kurz. Die Stadt zog - aus Sicherheitsgründen - einen Zaun. Der Künstler arbeitete aber ständig weiter daran, ergänzte da einen Ast, schichte dort Hölzer auf, band sie mal so und wieder anders zusammen - bis kurz vor seinem Tod im Juni 2014 wurde er dort gesehen.

"Seither fällt es immer mehr zusammen, es ist optisch unschön und nicht ungefährlich", so Dr. Andreas Notz, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Kunstvereins. Von einer Kugel könne man "schon lange nicht mehr sprechen", im Holz knacke es und man laufe Gefahr, "dass das demnächst zusammenkracht und dann nur noch entsorgt werden kann", so Notz. Von einem "beklagenswerten Zustand" sprach auch Dr. Martin Stather, der Ausstellungsleiter des Kunstvereins. Das Werk sei "nicht geeignet, ewige Zeit durchzuhalten", ergänzte Preusche: Anfangs habe es ohne Zweifel bundesweit Aufsehen erregt und sei ein bemerkenswertes Kunstobjekt gewesen, langsam werde es jedoch gefährlich.

Dabei ist ungeklärt, wem das Werk überhaupt gehört - und wer damit die Verantwortung trägt. "Dem Kunstverein gehört es nicht", betont Notz. Die Witwe des Künstlers sieht sich nicht als Erbin, weil Edoga die Holzkugel ja offiziell der Stadt geschenkt habe. Darüber berichtete damals zwar der "MM", einen "Vorgang", so Kulturbürgermeister Michael Grötsch jetzt im Kulturausschuss, gebe es darüber aber nicht. "Zur Gefahrenabwehr würden wir aber einschreiten müssen", erklärte der Bürgermeister. Doch weder er noch der Kunstverein wollen es soweit kommen lassen.

Dazu präsentierte der Kunstverein den Stadträten eine Idee. Dabei gehe es "nicht darum, das Werk loszuwerden oder zu entsorgen, sondern in einen neuen Zustand zu transformieren", erklärte Stather.

Der Kunstverein schlägt vor, die Kugel abzubauen, die Äste zu zersäge und aus dem Holz kunstvolles Papier zu fertigen - handgeschöpft, vielleicht in der historischen Anlage im Technoseum. So könne das Kunstwerk "auf besondere Art weiterleben", erklärte Notz: "Wir machen etwas Neues, statt es dem Verfall preiszugeben!" Es werde "in einen anderen Zustand zurückgeführt", beschrieb es Preusche. Die Musiker Erwin Ditzner und Claus Boesser-Ferrari seien bereit, zum Abbau der Kugel und zu Ehren von Edoga ein "musikalisches Event" zu gestalten, teilte Stather mit.

"Sehr gut" fanden nicht allein Bürgermeister Grötsch und ML-Stadtrat Prof. Dr. Achim Weizel die Idee, auch bei anderen Stadträten stieß sie auf großen Beifall. "Genial" lobte Helen Heberer (SPD), "sehr originell" ihre Kollegin Dr. Heidrun Kämper, "richtig toll" Dr. Adelheid Weiss (CDU) und von einer "bestechenden Idee" sprach Dr. Gerhard Schäffner (AfD): "Das würde Edoga gefallen", war er überzeugt. "So wird das Werk nicht zerstört", so Kämper.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.05.2015

Erinnerungen an die Alte Sternwarte

Aktionsbündnis: Die neue Außenfassade des barocken Gebäudes wurde gefeiert – mit einem 2,3 Kilometer langen Lichtstrahl

Von unserer Mitarbeiterin Maja Lüken

 

Eine Lichterinstallation, die an den "Mannheimer Meridian" erinnern sollte - das war der Höhepunkt des Sternwartenfestes am vergangenen Samstagabend. Grund der Feier: der Abschluss der Außenrenovierung am Gebäude.

"Als kleines Kind war ich da schon drin", erinnert sich Dieter Frick. Er spricht von "Nostalgie", die er beim Anblick der Alten Sternwarte empfinde. Der Baustil sei toll, und auch die naturwissenschaftliche Bedeutung, die das Gebäude früher gehabt habe. Besonders findet er aber den Lichtstrahl, der nach Einbruch der Dunkelheit an den "Mannheimer Meridian" erinnern sollte. "Das ist genial! Was soll ich sonst dazu sagen? Das passt zu unserer Kulturstadt."

Ein Kilometer langer Lichtstrahl

Der Lichtstrahl war mit zunehmender Dunkelheit immer stärker am Himmel zu sehen - von der Plattform der Alten Sternwarte bis zum nördlichen Einmesspunkt, der Pyramide am Mannheimer Industriehafen.

Früher habe der Meridian dazu gedient, die Gegend zu vermessen, erklärt Unternehmer Rolf Götz, der die Idee für den Lichtstrahl hatte. Zunächst dachte er, es sei einfach, ihn so weit leuchten zu lassen. Doch dann merkte er, dass man für die 2,3 Kilometer eine "richtige Großleistung" braucht. Die Berufsfeuerwehr habe dann geholfen, mit einem 45 Meter hohen Kran eine starke Xenon Lampe auf die Plattform der Sternwarte zu heben.

Anscheinend hat sich der Aufwand aber gelohnt. Jürgen Braunwarth, der eigentlich zum SAP Arena Marathon wollte, fiel der Lichtstrahl am Himmel sofort auf. "Das sieht richtig cool aus", findet der 29-Jährige und staunt. Musikalisch begleitet wurde das Ereignis von der Popakademie. Helen Heberer, SPD-Landtagsabgeordnete und Mitglied des Aktionsbündnis "Alte Sternwarte", gab sozusagen das Startsignal zu der Lichtinstallation: "Ich wünsche dem Strahl das richtige Ziel."

Doch bereits lange vor Einbruch der Dunkelheit wurde der Abschluss der Außenrenovierungen an der Alten Sternwarte gefeiert. Ab 16 Uhr konnten Zuschauer bei Musik, Lesungen und Theaterszenen die neue Fassade des Gebäudes bewundern.

"Gerettet" wurde das barocke Bauwerk vom Aktionsbündnis "Alte Sternwarte". Bereits ab 2009 haben sich viele Einzelpersonen, Vereine, Einrichtungen, Unternehmen, die Handwerkskammern, Kultureinrichtungen, Denkmalstiftungen, Lotto Baden-Württemberg, die Behörden, die Stadt, das Land und der Bund zusammengetan und alles versucht in Bewegung zu bringen, was der Sternwarte hilft, so Helen Heberer. "Aus unserer Sicht war es nicht fünf Minuten, sondern wenige Sekunden vor Zwölf", spricht sie den ehemals schlimmen Zustand des Gebäudes an. In einem zweiten Schritt solle nun die Innensanierung voran gehen, und anschließend sei ein kleines Nebengebäude geplant - mit Besuchertoiletten, einer Garderobe und einem Stuhllager. Das Ziel: die Sternwarte öffentlich zugänglich machen.

© Mannheimer Morgen, Montag, 11.05.2015

Die Alte Sternwarte feiert

Von Maja Lüken

Gestern wurde die abgeschlossene Außensanierung der Alten Sternwarte gefeiert - unter anderem mit musikalischen Darbietungen und Lesungen. Höhepunkt des Abends war eine Lichtinstallation, die an den "Mannheimer Meridian" erinnern sollte.

"Die Alte Sternwarte ist ein ganz besonderer Bau für die Stadt Mannheim", so Oberbürgermeister Peter Kurz, der ebenfalls anwesend war und sich über das, was gelungen ist, freute. Mannheim habe nicht viele alte Gebäude, was es um so wichtiger mache, die vorhandenen zu erhalten. Mit gemeinschaftlicher Anstrengung sei die Alte Sternwarte zu einem "Schmuckstück" der Stadt geworden.

 

Etwa ein Jahr liefen die Bauarbeiten für die Sanierung. Bereits im Jahr 2009 schloss sich das Aktionsbündnis zusammen und setzte sich für die Alte Sternwarte ein. Viele Einzelpersonen, Vereine, Einrichtungen, Denkmalstiftungen, Lotto Baden-Württemberg, die Behörden, die Stadt, das Land und der Bund hätten dabei geholfen, so Helen Heberer. "Aus unserer Sicht war es nicht fünf Minuten, sondern wenige Sekunden vor Zwölf", erinnert sich die SPD-Landtagsabgeordnete. Auch Roswitha Henz-Best, stellvertretende Vorsitzende vom Freundeskreis Mannheimer Planetarium, hält die Sanierungsarbeiten für dringend notwendig: "Als ich den Zustand des Gebäudes das erste Mal gesehen habe, habe ich einen Wahnsinns-Schreck bekommen. Wir wussten, dass es schlimm ist, aber dass es so schlimm ist, wussten wir nicht."

Die Baumaßnahmen für die Außenfassade haben bereits eine Million Euro gekostet. Während der Arbeiten seien laut Peter Kurz immer mehr zusätzliche Probleme aufgetreten, die behoben werden mussten. Dennoch habe auch die Unterstützung mit der Zeit zugenommen.

Nun ist zumindest die Außenfassade saniert worden - der erste Teil der geplanten Baumaßnahmen. "Im zweiten Schritt muss die Innensanierung vorangehen", so Helen Heberer. Und das wird wohl noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. "Innen muss noch etliches gemacht werden", sagt Henz-Best.

Wenn sowohl außen als auch innen saniert wurde, steht ein neues Projekt an: Ein kleines Nebengebäude mit Besuchertoiletten, einer Garderobe und einem Stuhllager. Damit soll die Sternwarte öffentlich zugänglich gemacht werden, erklärt Heberer.

Das Gebäude und den Ort hält Oberbürgermeister Peter Kurz für naturwissenschaftlich und kulturhistorisch bedeutsam. Zwar wisse er nicht, wie realistisch das sei, aber nach der Komplettsanierung sehe er in der Alten Sternwarte die Möglichkeit auf ein UNESCO Weltkulturerbe.

Bei klassischer Musik, Theater und Lesungen konnten die Anwesenden die neue Fassade der Alten Sternwarte genießen. Auch für Essen und Trinken war gesorgt, das Ursulinengymnasium öffnete hierfür sein Gelände.

Ein Lichtstrahl bis zum Industriehafen

Der Höhepunkt des Abends war eine Lichtinstallation - ein Lichtstrahl von der Alten Sternwarte bis zum nördlichen Einmesspunkt, der Pyramide am Mannheimer Industriehafen, sollte an den "Mannheimer Meridian" erinnern. "Ein Ereignis mit historischer Tragweite, das wir mit unserer Aktion sichtbar werden lassen wollen", so Heberer.

Seit 1775 gibt es die Alte Sternwarte, mehr als 100 Jahre war sie für Sternenbeobachtungen in Betrieb. Durch Veröffentlichungen im 18. Jahrhundert erfuhr sie internationale Bekanntheit. Ende des 19. Jahrhunderts waren der Turm und seine Ausstattung für die Anforderungen der modernen Astronomie jedoch veraltet. Seit 1936 wird der Turm von Künstlern der Freien Akademie Mannheim bewohnt und als Atelier genutzt.

Sonntag, 10.05.2015

Turm im Ausnahmezustand

Alte Sternwarte: Zur Feier der Restaurierung wird am Samstag in A 4 groß gefeiert

Mannheim. Am Samstag, 9. Mai laden das Aktionsbündnis "Alte Sternwarte Mannheim" sowie alle Freunde und Förderer des Barockbaus ab 16 Uhr zum "Sternwartenfest" an der Alten Sternwarte in A4, 6 ein.

Mit Musik, Theater, Lesungen, Führungen und einer Lichtinstallation bei Einbruch der Dunkelheit soll die abgeschlossene Außenrestaurierung dieses für die Bau- und Wissenschaftsgeschichte einzigartigen Denkmals ganz groß gefeiert werden.

Dabei treten die Musikhochschule, die Orientalische Musikakademie, Popakademie, die Jazzformation locomotion2, das KKO und die Mozartgesellschaft ebenso auf wie Schauspieler des Nationaltheaters mit der Sternwarten-Szene "Euer Durchlaucht, die Sternwarte brennt".

 

Buntes Kulturprogramm

Auch Lesungen des Mannheimer Krimi-Autors Daniel Morawek, sowie der Autorin Heidi Knoblich - und Führungen zur Geschichte der Alten Sternwarte und eine interessante Dokumentation der Renovierungsarbeiten tragen zu dem reichhaltigen Programm bei. Für eine ganztägige Bewirtung ist gesorgt. Gefeiert wird auf dem Schulhof des benachbarten Ursulinen-Gymnasiums sowie im Erdgeschoss und dem Vorplatz der Sternwarte.

"Wir freuen uns, dass nach unserem Start 2009 und inzwischen sechs Jahren Planung, Geld sammeln und den inzwischen abgeschlossenen Außen-Sanierungen, endlich die erste Etappe des Projekts Sternwarten-Restaurierun beendet werden konnte. Ein Anlass zu feiern" so die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer.

Mit Spenden, Mitteln aus der Denkmalstiftung des Landes, Lotto BW, der Bundesdenkmalstiftung, sowie der Stadt und des Landes konnte für 1,4 Millionen Euro das Äußere der Sternwarte restauriert werden. Im nächsten Schritt soll noch in diesem Jahr mit der Innenrenovierung der Sternwarte in Angriff werden.

Das Aktionsbündnis "Alte Sternwarte Mannheim" konnte auf großzügige Unterstützung bauen. Eine grundlegende Überarbeitung der Bausubstanz war dringend nötig geworden, nachdem das Denkmal jahrelang nur notdürftig instand gehalten worden war.

Um das marode Kulturdenkmal zu retten, hatte sich 2009 das von vielen Mannheimer Institutionen unterstützte Aktionsbündnis gegründet und in unterschiedlichen Aktionen für die Sternwarten-Erhaltung stark gemacht.

Über 100 Jahre in Betrieb

Als Sternwarte war das 1772 gegründete Institut mehr als 100 Jahre in Betrieb (1775-1880). Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 1. Oktober 1772. Im Januar 1775 konnten Hofastronom Christian Mayer und sein Gehilfe Johann Metzger die Sternwarte beziehen und ihre Beobachtungen aufnehmen. Die Sternwarte, die mit englischen und französischen Präzisionsmessinstrumenten ausgestattet war, erfuhr durch ihre Veröffentlichungen im 18. Jahrhundert internationale Bekanntheit. Ende des 19. Jahrhunderts waren der Turm und seine Ausstattung für die Anforderungen der modernen Astronomie veraltet. Er diente als Aussichtsturm. Renovierungen des Gebäudes standen 1905/6, 1958, 1968 und 1976 an.

Saurer Regen und die Erschütterungen der stark befahrenen Straße machten der Sternwarte zu schaffen. Seit 1936 wird der Turm von Künstlern als Atelier genutzt. Anlässlich der Feierlichkeiten zum Abschluss der Außenrenovierung erinnert nach Einbruch der Dunkelheit eine Lichtinstallation des Unternehmers Rolf Götz von der Plattform der Sternwarte an den Mannheimer Meridian. red

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 07.05.2015

Sternstunde mit barocker Strahlkraft

Aktionsbündnis: Zum Abschluss der Außenrestaurierung der Sternwarte gibt es ein Fest mit Musik, Theater und Lichtinstallation

Von unserem Redaktionsmitglied Susanne Räuchle

 

Die große Vergangenheit ist wieder im Lot, das barocke Juwel hat die Fassung wiedergewonnen: Die Sternwarte präsentiert sich in alter Pracht und sanierter Herrlichkeit. Grund genug für das Aktionsbündnis, mit allen Freunden und Förderern die Außenrestaurierung am Samstag, 9. Mai, ganz groß zu feiern, ab 16 Uhr geht es rund im Achteckturm und drum herum: Mit Musik, Theater, Lesungen, Führungen und einer Lichtinstallation bei Einbruch der Dunkelheit, inszeniert vom Mannheimer Unternehmer Rolf Götz, soll das Werk und das bürgerschaftliche Engagement gefeiert werden.

Ein buntes Programm in den höchsten Tönen: Die Musikhochschule gibt bei dem Ereignis ebenso Laut wie die orientalische Musikakademie, die Popakademie, die Jazzformation locomotion2, das Kurpfälzische Kammerorchester und die Mozartgesellschaft. Schauspieler des Nationaltheaters bringen mit der Szene "Euer Durchlaucht, die Sternwarte brennt" eine feurige Einlage. Der Mannheimer Krimi-Autor Daniel Morawek sowie der Autorin Heidi Knoblich wollen spannende Momente beitragen, und Führungen durch die bewegte Geschichte der Alten Sternwarte bringen die Besucher auf Trab - immerhin 160 Stufen gilt es locker zu nehmen, ehe sich auf der Aussichtsplattform der Himmel über der Kurpfalz öffnet. Eine Dokumentation der Renovierungsarbeiten zeigt den mühsamen, überraschungsreichen Weg, den das Aktionsbündnis in den letzten Jahren hinter sich gebracht hat.

Schule öffnet ihren Hof

Festprogramm am Samstag

Am Samstag, 9. Mai, 16 Uhr wird das Fest von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und der Vorsitzenden des Aktionsbündnisses Helen Heberer eröffnet.

Ab 17 Uhr treten Künstler der Jazz Duo Locomotion 2, der Musikschule und der MozartGesellschaft, des Kurpfälzischen Kammer-Orchesters, des Nationaltheaters, der Musikhochschule, der Orientalischen Musikakademie und der Popakademie kostenlos auf. Es gibt Lesungen und Führungen.

Bei Einbruch der Dämmerung präsentiert Rolf Götz eine Lichtinstallation. red

Gefeiert wird auf dem Schulhof des benachbarten Ursulinen-Gymnasiums sowie im Erdgeschoss und dem Vorplatz der Sternwarte.

"Wir freuen uns, dass nach unserem Start 2009 und inzwischen sechs Jahren Planung, Geldsammeln und den inzwischen abgeschlossenen Außen-Sanierungen endlich die erste Etappe des Projekts beendet werden konnte," so Helen Heberer. Die SPD-Landtagsabgeordnete war treibende Kraft bei dem 1,4-Millionen-Euro Unternehmen, das mit Spenden, Mitteln aus der Denkmalstiftung BW, Lotto BW, der Bundesdenkmalstiftung, sowie der Stadt und des Landes nach Denkmalschutzregeln vorangebracht wurde. Im nächsten Schritt soll noch in diesem Jahr mit der Innenrenovierung des Barockbaus begonnen werden, wofür das Aktionsbündnis "Alte Sternwarte Mannheim" weitere Gelder einwerben will.

Doch ein erster Sieg über den Verfall ist nun erkämpft, die Bausubstanz wieder gesund, nachdem das Denkmal jahrelang aus den Fugen geraten war. Risse, ja sogar Baumwuchs im Mauerwerk, Abplatzungen am Sandstein, rostende Verbindungsteile und eindringendes Wasser - der bundesweit einzigartige Wissenschaftsbau aus dem Barock gab ein Bild des Jammers. Bis sich 2009 das Bündnis formierte. das von vielen Mannheimer Institutionen durch die unterschiedlichsten Aktionen gestärkt und finanziell aufmunitioniert wurde.

Der Jesuitenpater und Hofastronom Christian Mayer war ab der Gründung 1772 Herr im Hause. Im Januar 1775 konnten Mayer und sein Gehilfe Johann Metzger die Sternwarte beziehen und mit englischen und französischen Präzisionsmessinstrumenten den Lauf der Gestirne beobachten. Im 19. Jahrhundert besetzten die Astronomen Heinrich Christian Schumacher, Friedrich Bernhard G. Nicolai und Eduard Schönfeld die Top-Position. Die Sternwarte war Zentralpunkt der 1820 begonnenen Triangulierung, welche die Grundlage für die Topographische Landesaufnahme und die Vermessung aller Flurstücke des Großherzogtums Baden bildete.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Turm ausgedient, 1880 erfolgte der Umzug in die neue Hofsternwarte Karlsruhe. Mannheim kaufte 1881 das Achteck, plante einen Wasserturm. Doch die Zeit zerrann, man nutzte den Bau als Aussichtsplattform und wahrscheinlich als Wohnraum für städtische Bedienstete.

Lichtinstallation bei Dunkelheit

Seit 1936 wird der Turm von Künstlern der Freien Akademie Mannheim bewohnt und als Atelier genutzt. Die ersten Mieter des "Künstlerturms" waren der Leiter der Freien Akademie, Paul Berger-Bergner, die Bildhauer Nagel und Dehof. Heute logieren die Maler Stallwitz und Edagar Schmandt in den Ateliers. Die nun ebenfalls wieder in Façon gebracht werden sollen.

Doch nun wird erst ein leuchtendes Fest zelebriert: Bei Einbruch der Dunkelheit soll eine Lichtinstallation von der Plattform der Sternwarte an den Mannheimer Meridian erinnern. Der nach Norden gerichtete Lichtstrahl folgt der Linie des Mannheimer Meridians und seines nördlichen Einmesspunktes, der Pyramide am Mannheimer Industriehafen. "Ein Ereignis mit historischer Tragweite, das wir mit unserer Aktion sichtbar werden lassen wollen", so Helen Heberer und Rolf Götz, der auf der Plattform die Instrumente bedienen wird.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 06.05.2015

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

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