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Die Alte Sternwarte feiert

Veröffentlicht am 10.05.2015 in Presseecho

Von Maja Lüken

Gestern wurde die abgeschlossene Außensanierung der Alten Sternwarte gefeiert - unter anderem mit musikalischen Darbietungen und Lesungen. Höhepunkt des Abends war eine Lichtinstallation, die an den "Mannheimer Meridian" erinnern sollte.

"Die Alte Sternwarte ist ein ganz besonderer Bau für die Stadt Mannheim", so Oberbürgermeister Peter Kurz, der ebenfalls anwesend war und sich über das, was gelungen ist, freute. Mannheim habe nicht viele alte Gebäude, was es um so wichtiger mache, die vorhandenen zu erhalten. Mit gemeinschaftlicher Anstrengung sei die Alte Sternwarte zu einem "Schmuckstück" der Stadt geworden.

 

Etwa ein Jahr liefen die Bauarbeiten für die Sanierung. Bereits im Jahr 2009 schloss sich das Aktionsbündnis zusammen und setzte sich für die Alte Sternwarte ein. Viele Einzelpersonen, Vereine, Einrichtungen, Denkmalstiftungen, Lotto Baden-Württemberg, die Behörden, die Stadt, das Land und der Bund hätten dabei geholfen, so Helen Heberer. "Aus unserer Sicht war es nicht fünf Minuten, sondern wenige Sekunden vor Zwölf", erinnert sich die SPD-Landtagsabgeordnete. Auch Roswitha Henz-Best, stellvertretende Vorsitzende vom Freundeskreis Mannheimer Planetarium, hält die Sanierungsarbeiten für dringend notwendig: "Als ich den Zustand des Gebäudes das erste Mal gesehen habe, habe ich einen Wahnsinns-Schreck bekommen. Wir wussten, dass es schlimm ist, aber dass es so schlimm ist, wussten wir nicht."

Die Baumaßnahmen für die Außenfassade haben bereits eine Million Euro gekostet. Während der Arbeiten seien laut Peter Kurz immer mehr zusätzliche Probleme aufgetreten, die behoben werden mussten. Dennoch habe auch die Unterstützung mit der Zeit zugenommen.

Nun ist zumindest die Außenfassade saniert worden - der erste Teil der geplanten Baumaßnahmen. "Im zweiten Schritt muss die Innensanierung vorangehen", so Helen Heberer. Und das wird wohl noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. "Innen muss noch etliches gemacht werden", sagt Henz-Best.

Wenn sowohl außen als auch innen saniert wurde, steht ein neues Projekt an: Ein kleines Nebengebäude mit Besuchertoiletten, einer Garderobe und einem Stuhllager. Damit soll die Sternwarte öffentlich zugänglich gemacht werden, erklärt Heberer.

Das Gebäude und den Ort hält Oberbürgermeister Peter Kurz für naturwissenschaftlich und kulturhistorisch bedeutsam. Zwar wisse er nicht, wie realistisch das sei, aber nach der Komplettsanierung sehe er in der Alten Sternwarte die Möglichkeit auf ein UNESCO Weltkulturerbe.

Bei klassischer Musik, Theater und Lesungen konnten die Anwesenden die neue Fassade der Alten Sternwarte genießen. Auch für Essen und Trinken war gesorgt, das Ursulinengymnasium öffnete hierfür sein Gelände.

Ein Lichtstrahl bis zum Industriehafen

Der Höhepunkt des Abends war eine Lichtinstallation - ein Lichtstrahl von der Alten Sternwarte bis zum nördlichen Einmesspunkt, der Pyramide am Mannheimer Industriehafen, sollte an den "Mannheimer Meridian" erinnern. "Ein Ereignis mit historischer Tragweite, das wir mit unserer Aktion sichtbar werden lassen wollen", so Heberer.

Seit 1775 gibt es die Alte Sternwarte, mehr als 100 Jahre war sie für Sternenbeobachtungen in Betrieb. Durch Veröffentlichungen im 18. Jahrhundert erfuhr sie internationale Bekanntheit. Ende des 19. Jahrhunderts waren der Turm und seine Ausstattung für die Anforderungen der modernen Astronomie jedoch veraltet. Seit 1936 wird der Turm von Künstlern der Freien Akademie Mannheim bewohnt und als Atelier genutzt.

Sonntag, 10.05.2015

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