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Turm im Ausnahmezustand

Veröffentlicht am 07.05.2015 in Presseecho

Alte Sternwarte: Zur Feier der Restaurierung wird am Samstag in A 4 groß gefeiert

Mannheim. Am Samstag, 9. Mai laden das Aktionsbündnis "Alte Sternwarte Mannheim" sowie alle Freunde und Förderer des Barockbaus ab 16 Uhr zum "Sternwartenfest" an der Alten Sternwarte in A4, 6 ein.

Mit Musik, Theater, Lesungen, Führungen und einer Lichtinstallation bei Einbruch der Dunkelheit soll die abgeschlossene Außenrestaurierung dieses für die Bau- und Wissenschaftsgeschichte einzigartigen Denkmals ganz groß gefeiert werden.

Dabei treten die Musikhochschule, die Orientalische Musikakademie, Popakademie, die Jazzformation locomotion2, das KKO und die Mozartgesellschaft ebenso auf wie Schauspieler des Nationaltheaters mit der Sternwarten-Szene "Euer Durchlaucht, die Sternwarte brennt".

 

Buntes Kulturprogramm

Auch Lesungen des Mannheimer Krimi-Autors Daniel Morawek, sowie der Autorin Heidi Knoblich - und Führungen zur Geschichte der Alten Sternwarte und eine interessante Dokumentation der Renovierungsarbeiten tragen zu dem reichhaltigen Programm bei. Für eine ganztägige Bewirtung ist gesorgt. Gefeiert wird auf dem Schulhof des benachbarten Ursulinen-Gymnasiums sowie im Erdgeschoss und dem Vorplatz der Sternwarte.

"Wir freuen uns, dass nach unserem Start 2009 und inzwischen sechs Jahren Planung, Geld sammeln und den inzwischen abgeschlossenen Außen-Sanierungen, endlich die erste Etappe des Projekts Sternwarten-Restaurierun beendet werden konnte. Ein Anlass zu feiern" so die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer.

Mit Spenden, Mitteln aus der Denkmalstiftung des Landes, Lotto BW, der Bundesdenkmalstiftung, sowie der Stadt und des Landes konnte für 1,4 Millionen Euro das Äußere der Sternwarte restauriert werden. Im nächsten Schritt soll noch in diesem Jahr mit der Innenrenovierung der Sternwarte in Angriff werden.

Das Aktionsbündnis "Alte Sternwarte Mannheim" konnte auf großzügige Unterstützung bauen. Eine grundlegende Überarbeitung der Bausubstanz war dringend nötig geworden, nachdem das Denkmal jahrelang nur notdürftig instand gehalten worden war.

Um das marode Kulturdenkmal zu retten, hatte sich 2009 das von vielen Mannheimer Institutionen unterstützte Aktionsbündnis gegründet und in unterschiedlichen Aktionen für die Sternwarten-Erhaltung stark gemacht.

Über 100 Jahre in Betrieb

Als Sternwarte war das 1772 gegründete Institut mehr als 100 Jahre in Betrieb (1775-1880). Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 1. Oktober 1772. Im Januar 1775 konnten Hofastronom Christian Mayer und sein Gehilfe Johann Metzger die Sternwarte beziehen und ihre Beobachtungen aufnehmen. Die Sternwarte, die mit englischen und französischen Präzisionsmessinstrumenten ausgestattet war, erfuhr durch ihre Veröffentlichungen im 18. Jahrhundert internationale Bekanntheit. Ende des 19. Jahrhunderts waren der Turm und seine Ausstattung für die Anforderungen der modernen Astronomie veraltet. Er diente als Aussichtsturm. Renovierungen des Gebäudes standen 1905/6, 1958, 1968 und 1976 an.

Saurer Regen und die Erschütterungen der stark befahrenen Straße machten der Sternwarte zu schaffen. Seit 1936 wird der Turm von Künstlern als Atelier genutzt. Anlässlich der Feierlichkeiten zum Abschluss der Außenrenovierung erinnert nach Einbruch der Dunkelheit eine Lichtinstallation des Unternehmers Rolf Götz von der Plattform der Sternwarte an den Mannheimer Meridian. red

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 07.05.2015

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