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MdL Gunter Kaufmann (SPD): "Eltern und Lehrer beklagen sich zu Recht über `Französischzwang`"

Veröffentlicht am 19.01.2007 in Pressemitteilungen
Pressemitteilung vom 19. Januar 2007

SPD-Landtagsabgeordneter fordert Zulassung von Latein und Englisch als Sprachkombination an Gymnasien auf Rheinschiene Der SPD-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, wendet sich in einem Schreiben an Kultusminister Helmut Rau (CDU) mit der Bitte, die Entscheidung für das Pflichtfach Französisch ab Klasse 5 an den Gymnasien auf der Rheinschiene nochmals zu überdenken. Der Parlamentarier sieht in dem so genannten „Biberacher Modell“, dem Angebot Latein und Englisch ab Klasse 5 lernen zu dürfen, eine sinnvolle pädagogische Ergänzung.

Gunter Kaufmann bedauert, dass die Zusagen des Ministeriums durch die Schulverwaltung nahezu kommentarlos zurückgenommen wurden und so sich wieder ein Elternprotest artikuliert, wie er schon bei der Einführung des Französischunterrichts an den Grundschulen und bei der allgemeinen Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) zu beobachten war. Der SPD-Landtagsabgeordnete führte dazu in dem Schreiben an Kultusminister Rau unter anderem aus: „Offensichtlich fällt es dem Ministerium immer noch schwer, die notwendige Akzeptanz der Betroffenen bei der Umsetzung wichtiger Anliegen der Bildungspolitik zu erreichen.“

Einer der Gründe, die dabei im Augenblick eine Rolle spiele, sei seiner Meinung nach, dass gemachte Zusagen offensichtlich nicht eingehalten und ohne eine stichhaltige argumentative Begründung zurückgenommen würden. Dies beträfe insbesondere das Angebot Englisch und Latein ab Klasse 5 für die Schüler anzubieten.

Auf der Rheinschiene wird dies – außer an wenigen humanistischen Gymnasien - nicht mehr möglich sein. Anfang Dezember 2006 wurden von der Schulverwaltung alle entspre­chenden Zusagen widerrufen und nahezu alle Gymnasien verpflichtet, Französisch zwingend als erste Fremdsprache anzubieten, so Gunter Kaufmann, der für die SPD-Landtagsfraktion auch im Schulausschuss des baden-württembergischen Landtags sitzt.

Der Landesparlamentarier ist der Auffassung, dass dieses Vorgehen weder mit dem Anliegen, den Schulen eine gewisse Freiheit bei der Ausgestaltung ihrer Profile zu geben, noch mit den notwendigen Wahlmöglichkeiten für die Schüler vereinbar sei. Jetzt müssten alle Schülerinnen und Schüler in dem genannten Bereich zwei moderne gesprochene Fremd­sprachen nebeneinander lernen. Für die weniger sprachlich, sondern eher naturwissen­schaftlich ausgerichteten Kinder sei dies nach seinen Worten schon immer nicht unproblematisch gewesen. Die Kom­bination Englisch und Latein mit der Möglichkeit, dann später in den naturwissenschaftli­chen Zug zu gehen, wäre für diese ein wichtiges Angebot. Im ganzen Land sei dies auch wei­terhin noch möglich, nur nicht auf der Rheinschiene, wenn dieses Bildungsangebot, wie vom Ministerium beabsichtigt, aufgegeben wird, kritisiert Gunter Kaufmann.

Der SPD-Landtagsabgeordnete hat nichts gegen eine pädagogisch durchdachte Förderung des Französischunter­richts einzuwenden, eine zwangsweise Umsetzung, welche die berechtigten Anliegen der Betroffenen außer Acht lasse, könne nach seiner Auffassung aber nicht sinnvoll sein.

Er unterstütze damit das Anliegen der Eltern, eine stärkere Wahlfreiheit bei der Fremd­sprachenwahl an den Gymnasien zu erhalten und den Schulen die Möglichkeit zu geben, bei den Fremdsprachen eigene Profile zu entwickeln. Das Ministerium ist mit der Ent­scheidung, an den Grundschulen bereits den Französischunterricht einzuführen, auch ver­pflichtet, den weiterführenden Schulen mit ausreichenden pädagogischen Ressourcen einen entsprechenden Gestaltungsspielraum zu ermöglichen, um den Anliegen der Eltern auch Rechnung tragen zu können, fordert Gunter Kaufmann abschließend ein.

Homepage Gunter Kaufmann

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