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Landesregierung beschließt Reform der Lehrerausbildung

Veröffentlicht am 04.12.2013 in Pressemitteilungen
Ministerpräsident Kretschmann: Reform ist entscheidende Voraussetzung für Entkoppelung des Bildungserfolgs von sozialer Herkunft.
 
Ministerin Bauer und Minister Stoch: Wir machen Lehrerinnen und Lehrer fit für heutige Herausforderungen an Schulen und befähigen zur individuellen Förderung aller Schülerinnen und Schüler.

Lehramtsstudiengänge in Baden-Württemberg werden auf Bachelor- und Masterstruktur umgestellt / Universitäten, Pädagogische Hochschulen und weitere Hochschulen sollen stärker kooperieren.

Die Lehrerausbildung wird in Baden-Württemberg weiterentwickelt, nachdem der Ministerrat heute (3. Dezember 2013) Eckpunkte für eine umfassende Reform beschlossen hat. Sie wurden gemeinsam vom Wissenschaftsministerium und Kultusministerium erarbeitet. „Gute Schulen brauchen vor allem eines: gute Lehrerinnen und Lehrer. Gerade die Stärkung der Fachwissenschaftlichkeit der Ausbildung ist entscheidend für den Lernerfolg insbesondere der schwächeren Schülerinnen und Schüler und damit für die Entkoppelung des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft. Hierfür schaffen wir mit den heute beschlossenen Eckpunkten die entscheidende Voraussetzung“, unterstrich Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Kabinettssitzung. 

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Kultusminister Andreas Stoch erklärten: „Die Landesregierung bringt die Lehrerausbildung voran, um die Lehrerinnen und Lehrer bestmöglich zu qualifizieren, sie für die heutigen Herausforderungen an den Schulen fit zu machen und die individuelle Förderung für alle Schülerinnen und Schüler zu stärken.“ 

Alle Lehramtsstudiengänge werden zum Wintersemester 2015/16 auf Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt. Universitäten, Pädagogische Hochschulen und weitere Hochschulen werden künftig intensiver in der Lehrerausbildung kooperieren, um neue Konzeptionen der Lehramtsstudiengänge umzusetzen. 

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Für die Lehrerbildung wollen wir die großen Kompetenzen, die an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen vorhanden sind, noch besser nutzen. Lehrerinnen und Lehrer benötigen ein starkes fachwissenschaftliches Fundament und darauf abgestimmtes fachdidaktisches und bildungswissenschaftliches Wissen.“ Die neuen Studiengänge ermöglichen den Studierenden zudem, sich erst verbindlich für den Lehrerberuf zu entscheiden, nachdem sie im Bachelor bereits Erfahrungen gesammelt haben. Bis dahin bleibe die Möglichkeit offen, sich auch anderen Studiengängen zuzuwenden. Bislang müsse die Entscheidung schon bei Studienbeginn fallen - und immer häufiger im Alter von 17 Jahren. 

Kultusminister Andreas Stoch: „Wir brauchen gute und exzellent ausgebildete Lehrkräfte, die auf ihre Aufgaben in unseren Schulen so vorbereitet sind, dass unsere Kinder und Jugendlichen optimal gefördert werden. Jede Lehrkraft muss künftig Lernstände der Schülerinnen und Schüler diagnostizieren, mit heterogenen Lerngruppen umgehen, mit Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf arbeiten, in diesen Bereichen didaktisches und methodisches Handwerkszeug erwerben und entsprechende Forschungsergebnisse kennen und nutzen.“ Alle Lehramtsstudierenden erhielten deshalb künftig eine Grundbildung zu Fragen der Inklusion. 

Die Eigenständigkeit der Lehramtsstudiengänge in Baden-Württemberg mit ihren spezifischen Profilen bleibt erhalten. Es wird daher auch künftig Studiengänge gemäß den KMK-Lehramtstypen für die Grundschule, für die Sekundarstufe I, für das Gymnasium und für die Sonderpädagogik geben. Die Regelstudienzeit der Lehramtsstudiengänge für die Sekundarstufe I und für Sonderpädagogik wird auf zehn Semester verlängert, die für das Lehramt an Gymnasien bereits heute gilt. Die Länge des Studiengangs Lehramt an Grundschulen bleibt unverändert.„Mit der heutigen Entscheidung macht die Landesregierung einen großen und wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung unserer Lehrerbildung. Weitere Schritte werden in der zweiten Jahreshälfte 2014 folgen“, so der Ministerpräsident abschließend.

Pressemitteilung vom 03. Dezember 2013 aus dem Staatsministerium Baden-Württemberg

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