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Konstruktive Diskussion beim zweiten „Neue-Inländer“-Treff in Rastatt

Veröffentlicht am 10.06.2008 in Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 10. Juni 2008
SPD-Landtagsabgeordneter Gunter Kaufmann lud ausländische Mitbürger zu Veranstaltung in Rastatt ein

Nahezu 20 Personen folgten der Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, zu einer öffentlichen Diskussion über „Jugendarbeit in Rastatt – Maßnahmen zur Gewaltprävention" im Rahmen des im Januar diesen Jahres gestarteten „Neuen-Inländer“-Stammtisches.

Als Referenten konnten der Koordinator für Präventionsaktivitäten der Polizeidirektion Rastatt/Baden-Baden, Wolfgang Schmalbach, sowie Hischam Abul Ola, stellvertretender Vorsitzender der Muslimischen Jugend in Deutschland, gewonnen werden

Auch Olga Raisch, eine russische Aussiedlerin, die seit 13 Jahren in Deutschland lebt und derzeit an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe das Lehramt Deutsch studiert, leistete einen qualifizierten Beitrag bezüglich der Integration der ausländischen Mitbürger und Bürger mit Migrationhintergrund. Nach der Begrüßung durch Gunter Kaufmann und dem Hinweis auf die in den Medien fast täglich erscheinenden Berichte über gewalttätige Jugendliche konnte der Vertreter der Polizeidirektion (PD) Rastatt/Baden-Baden darauf verweisen, dass nicht die Herkunft, sondern vor allem Bildungsstand, familiäre Situation und soziales Umfeld als multikausaler Hintergrund für Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen gilt. Insgesamt haben sich die Gewaltdelikte, wie räuberische Erpressung und Körperverletzung, im Bereich der PD Rastatt/Baden-Baden gegenüber 2006 nahezu verdoppelt. Gründe hierfür sieht die Polizei auch in der Einnahme von Drogen, Alkohol und vermehrtem Medienkonsum, insbesondere gewaltverherrlichter Filme.

In Kooperationsmaßnahmen zusammen mit den Schulen, in Vereinen und auch bei den Moscheevereinen- und Gruppen sowie türkischen Gruppierungen sieht der Koordinator für Präventionsaktivitäten bei der Polizei Möglichkeiten, die Integration und damit die Reduzierung der gewalttätigen Auseinandersetzungen zu beschleunigen.

Hischam Abul Ola, Sohn palästinensischer Flüchtlinge und wohnhaft in Karlsruhe hat die deutsche Staatsangehörigkeit und fühlt sich auch als deutscher Muslime. Er wies daraufhin, dass er als Vertreter der muslimischen Jugend Deutschland primär die Deutschsprachigkeit als das wichtigste Mittel der Integration ansieht und fordert dies von seinen muslimischen Glaubensbrüdern- und Schwestern. Alle Angebote seines Vereines müssen in Deutsch gehalten sein, so die Forderung des gemeinnützigen Vereins. Er sucht auch den Austausch mit dem Landesjugendring Baden-Württemberg. An Gunter Kaufmann gewandt forderte er, die Politik möge mehr finanzielle Mittel für den Einsatz von Personal zur Förderung der außerschulischen Jugendarbeit zur Verfügung stellen. Auch sollte bei der Einstellung von Sozialarbeitern darauf geachtet werden, dass darunter Personen sind, die der türkischen oder russischen Sprache mächtig sind. Die Frage der Einrichtung eines Ausländerbeirats im Rat der Stadt Rastatt wurde in diesem Zusammenhang auch an die anwesenden Stadträtinnen gestellt.

Als Ergebnis dieses zweiten „Neue-Inländer“-Stammtisches bleibt festzuhalten, so Gunter Kaufmann, dass alle Anwesenden das Erlernen der deutschen Sprache als die wichtigste Voraussetzung zur Integration in unsere Gesellschaft erkannt haben. Hierzu gehört aber auch das Lernen der Muttersprache der ausländischen Kinder und Jugendlichen. Und dieses muss im Unterricht in der Schule geschehen und nicht den Konsulaten überlassen bleiben. Die Zweisprachigkeit stelle dabei auch einen Vorteil für unser Land dar, machte der SPD-Fraktionsvorsitzende deutlich.

Aufgerufen sind auch die Eltern der ausländischen Jugendlichen, sich beim Bemühen um mehr Verständnis untereinander einzubringen. Dies wurde auch von den anwesenden Ausländern bzw. Deutschen mit Migrationshintergrund so gesehen.

Homepage Gunter Kaufmann

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