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Kindeswohl im Mittelpunkt: SPD-Bildungsexperte Born fordert bessere Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege

Veröffentlicht am 25.06.2024 in Landespolitik

Schwetzingen/Stuttgart. Seit SPD-Bildungsexperte Daniel Born vor acht Jahren Mitglied im Bildungsausschuss wurde, setzt er sich für bessere Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege ein. Seine Bilanz: „Einiges ist erreicht worden, bei vielem ist es notwendig, weiter am Ball zu bleiben“. Um aus erster Hand zu erfahren, was das aus Sicht der Praxis ist, hatte der Landtagsabgeordnete Kindertagespflegepersonen aus seinem Wahlkreis zum Frühstück ins SPD-Bürgerzentrum nach Schwetzingen eingeladen. Der rege Austausch über "den schönsten Beruf der Welt" – wie seine Gäste betonten – offenbarte Chancen und Schattenseiten der Kindertagespflege, zu denen vor allem die schwierigen Rahmenbedingungen gehören, unter denen Tageseltern Kinder betreuen und fördern.

„Die Kindertagespflege ist eine bedeutende Säule in der frühkindlichen Bildung und gewinnt angesichts des Fachkräftemangels in der Frühpädagogik weiter an Bedeutung. Die Plätze werden dringend gebraucht und Kindertagespflegepersonen leisten einen enorm wertvollen Beitrag. Aber im Krankheitsfall keine Vertretung zu haben und Fortbildungen und Elterngespräche in der Freizeit zu absolvieren - das erschwert den Berufsalltag,“ weiß Born um die Sorgen und Nöte von Tageseltern. Um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, braucht es aus seiner Sicht mehr Unterstützung. „Unter anderem müssen die Rahmenbedingungen regional angeglichen werden, denn die pädagogische Arbeit, die Tagespflegepersonen leisten, ist überall gleich wichtig.“ Die Kindertagespflege müsse konsequent in die kommunale Bedarfsplanung einbezogen werden - nicht nur als Ausweichoption - und es müsse geprüft werden, inwiefern freiwillige kommunale Leistungen für Kindertagespflegepersonen in landesweite Standards überführt werden können. Bislang seien in jeder Kommune unterschiedliche Voraussetzungen vorzufinden – auch in seinem Wahlkreis, sagt Born. „Was an einem Ort gefördert wird, darauf dürfen sich die Kolleginnen in der Nachbargemeinde nicht verlassen. Wen wundert, dass das zu Irritationen führt und als ungerecht wahrgenommen wird?“

Eine angemessene Vergütung, bei der auch Vor- und Nachbereitung, Dokumentation und Elterngespräche berücksichtigt werden, ist eine zentrale Forderung des Landesverbandes Kindertagespflege, die der Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für frühkindliche Bildung nach Kräften unterstützt. Rainer Rüttinger, der mit seiner Frau Elli die Kinderbetreuung Rapunzel in Oftersheim betreibt und Borns Einladung gefolgt war, freut das: „Als ich noch in meinem ursprünglichen Beruf tätig war, hätte ich nie gedacht, dass es so schön ist, Kinder zu betreuen und die Welt mit ihnen zu entdecken. Tagesmutter oder Tagesvater zu sein ist eine Berufung – aber eben auch ein Beruf, von dem man leben können muss.“ Mit der gesetzlichen Verankerung der Kindertagespflege im Kindertagesbetreuungsgesetz soll die Finanzierungssystematik neu geordnet werden. Der SPD-Abgeordnete sieht damit nicht nur die Kommunen, sondern vor allem das Land in der Pflicht: „Die grün-schwarze Landesregierung kann sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern muss die Kindertagespflege weiter stärken“, appellierte Born an die Regierung.

Handlungsbedarf diagnostiziert Born auch in Bezug auf flächendeckende Vertretungssysteme. „Die Vertretung im Krankheitsfall bleibt für viele ein ungelöstes Problem. Um dem Anspruch gerecht zu werden, dass die Kindertagespflege nicht nur im Gesetzestext, sondern auch in der gelebten Praxis den Kitas gleichgestellt ist, braucht es Vertretungslösungen, die Verlässlichkeit und Sicherheit sowohl für die Eltern als auch für die Kindertagespflegepersonen bieten,“ erklärt er und greift damit einen Missstand auf, dessen Beseitigung auch Marion Güttler, Tagesmutter aus Schwetzingen, am Herzen liegt: „Das ist schon eine Herausforderung, denn ein einjähriges Kind kann ich nicht jemandem anvertrauen, den das Kind gar nicht kennt.“

Das Wohl der Kinder steht im Mittelpunkt – das wird bei allem, was Borns Gäste erzählen, deutlich. Entsprechend bedeutsam ist auch das Thema Kinderschutz. Der Schwetzinger Bildungspolitiker betonte, wie wichtig es sei, transparent und offen mit diesem sensiblen Thema umzugehen. „Kinderschutz ist ein stetiger Prozess und Auftrag. Deshalb ist es gut, dass Kinderrechte und Kinderschutz wichtige Themen im Rahmen der Qualifizierung und Fortbildung von Kindertagespflegepersonen sind.“

Um die Zukunftsfähigkeit der Kindertagespflege zu sichern, hat Born einen Antrag eingebracht, der erfragt, mit welchen Maßnahmen die Landesregierung die Zukunftsfähigkeit der Kindertagespflege sicherstellen möchte. Die Antwort der Landesregierung steht noch aus. Born ist gespannt und betont: „Es ist höchste Zeit, dass die Landesregierung konkrete Maßnahmen ergreift, um die Bedingungen für Kindertagespflegepersonen zu verbessern und somit die Qualität der frühkindlichen Bildung nachhaltig zu sichern.“

Homepage Daniel Born

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