MdL Dr. Frank Mentrup: „Die Pläne der Regierung für die Werkrealschule bieten Hunderten von einzügigen Hauptschulstandorten keinerlei Zukunftsperspektive“
MdL Dr. Frank Mentrup: „Die Pläne der Regierung für die Werkrealschule bieten Hunderten von einzügigen Hauptschulstandorten keinerlei Zukunftsperspektive“
Nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion droht ein großes Schulsterben im Land, wenn die Pläne der Regierung für die neue Werkrealschule in die Tat umgesetzt werden. Dann stünden die 756 einzügigen Hauptschulstandorte im Land vor dem Aus. „Die Pläne der Regierung für die Werkrealschule bieten Hunderten von einzügigen Hauptschulstandorten keinerlei Zukunftsperspektive“, sagte SPD-Bildungssprecher Dr. Frank Mentrup.
Er befürchtet sogar, dass der Schülerschwund an den Hauptschulen durch die Verpflichtung zur Durchlässigkeit von der kleinen Hauptschule zur Werkrealschule weiter zunehmen werde. Kleine Standorte seien in ihrer Existenz gefährdet. Völlig zu Recht schlügen deshalb viele Schulrektoren, besorgte Eltern und Bürgermeister öffentlich Alarm, um ihre tiefe Verunsicherung über die Zukunft der örtlichen Schule zum Ausdruck zu bringen.
Dr. Frank Mentrup: „Mit ihren Plänen für Werkrealschulen will die Landesregierung die kleinen Hauptschulstandorte aufgeben. Der erste Proteststurm ist angekommen. Auch deshalb hat das Kabinett die Entscheidung vertagt.“
Die 756 einzügigen Hauptschulstandorte bräuchten mehr Handlungsspielräume für eine an die örtlichen Bedingungen angepasste Schulentwicklung. Kultusminister Rau habe jedoch bis zur Stunde alle kommunalen Anträge auf innovative Konzepte abgeschmettert.
Angesichts der öffentlichen Reaktion auf die bisher bekannt gewordenen Pläne der Landesregierung ist für Dr. Mentrup die Verschiebung des ursprünglich für den 15. Dezember 2008 vorgesehenen Kabinettsbeschlusses über die Eckpunkte der neuen Werkrealschule „kein Zufall“. Das sei ein Hinweis darauf, dass die Landesregierung ihre eigenen Pläne nach der geballten Kritik für derzeit noch nicht entscheidungsreif halte.
Dr. Mentrup hält es für bedauerlich, dass die Betroffenen vor Ort nun in die Weihnachtspause gehen müssten, ohne Klarheit darüber zu haben, wie es mit der Schulpolitik im Land weitergehen soll.
Der SPD-Bildungssprecher forderte, dass an jeder Hauptschule der echte Realschulabschluss möglich sein soll. Der Werkrealschulabschluss sei lediglich auf dem Papier gleichwertig mit dem Realschulabschluss, de facto indessen ein Etikettenschwindel.
„Die Werkrealschulabsolventen werden beim Übergang in die duale Ausbildung und in die beruflichen Gymnasien deutlich benachteiligt sein“, warnte Dr. Mentrup. Das Angebot eines Werkrealschulabschlusses werde nichts am Wunsch der Eltern ändern, ihr Kind auf die „richtige“ Realschule zu schicken.
Homepage Dr. Frank Mentrup MdL
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