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Die Freitagspost: Ein Power-Porridge für Weltverbesserer*innen ist in diesen Zeiten genau das Richtige

Veröffentlicht am 07.02.2025 in Woche für Woche

Heute geht es noch nach Esslingen, wo ich eine Rede zu Demokratie und Inklusion halte. Und am Wochenende ist dann mein Platz da, wo ich ihn in Wahlkampfzeiten am liebsten habe: Am Samstag bei meiner Tour über die Infostände und am Sonntag bei einer Demonstration in Backnang.

Aber die letzten vier Tage waren schon pickpackevoll: 12 Besuche von Einrichtungen und Unternehmen, drei Diskussionsveranstaltungen mit Schüler*innen, eine Podiumsdiskussion mit Unternehmer*innen und drei Abendveranstaltungen. Da hat es sich gut getroffen, dass ich diesen Mittwoch – wie schon traditionell einmal im Jahr – aus meiner Küche in die Küche des Privatgymnasiums zugeschaltet war, um mit den Schüler*innen mein Power-Porridge für Weltverbesserer*innen zu kochen. Denn ein Power-Porridge braucht man in solchen Zeiten.

Es gibt dabei immer einen Zeitraum von 15 Minuten, wenn der Quinoa in der Milch köchelt und die Haferflocken noch nicht dazu kommen, wo ich dann auch mit den Schüler*innen darüber spreche, was es denn heißt, Weltverbesserer*in zu sein. 

Ein Aspekt liegt natürlich aufgrund der Nachrichten derzeit offenkundig auf dem Tisch: Man muss als Demokrat*in handeln, bereit sein, den Kompromiss zu suchen und sich nicht auf das Glatteis der Rechtspopulisten begeben. Mit einem amerikanischen Präsidenten, der montags in der Mehrzweckhalle Dekrete unterschreibt, die Millionen von Menschen um ihre Rechte bringen, dienstags Grönland will, mittwochs Kanada, donnerstags Panama und freitags den Gaza-Streifen, um am Samstag die Entwicklungshilfe einzustellen, ist schon eines klar: Da muss man gegenhalten.

Aber wenn man die Welt verbessern will, gehört auch der lange Atem dazu und die Bereitschaft, sich intensiv in Themen einzuarbeiten.

Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Unterschriftenaktion zum Erhalt der Notfallpraxis in Schwetzingen. Ja, wir waren erfolgreich und haben unfassbar viele Unterstützung erfahren. Aber: Die kassenärztliche Vereinigung und der zuständige Gesundheitsminister Manfred Lucha halten an ihren Plänen fest.

Darum war es mir wichtig in dieser Woche noch einmal ein weiteres Argument fachlich zu untermauern. Vielleicht haben Sie bzw. hast Du davon in der Zeitung gelesen.

Wir haben es jetzt dank einer parlamentarischen Anfrage schwarz auf weiß: Schließt die Notfallpraxis Schwetzingen, gehen die Zahlen in Klinik und Rettungsdienst durch die Decke. Die KVBW schränkt ihre Angebote zulasten der anderen ein. Das ist schlecht für Personal und Patient*innen und ohne jede Solidarität. In unserer Anfrage hatten wir beispielhaft Auswirkungen der Schließung der Notfallpraxis in Buchen im Neckar-Odenwald-Kreis abgefragt. Die KVBW hatte den Standort im Oktober 2023 zunächst vorläufig und dann im März 2024 dauerhaft geschlossen. 

Das hatte offenbar deutliche Auswirkungen auf die Zahl der Patient*innen in der Klinik-Notaufnahme. Wie aus der Antwort der Landesregierung hervorgeht, wurden im Zeitraum von November 2023 bis März 2024 in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses an Samstagen und Sonntagen deutlich mehr Patient*innen behandelt als im Vorjahreszeitraum, also vor der Schließung der Notfallpraxis. Demnach wurden in der Notaufnahme von November 2022 bis März 2023 samstags und sonntags insgesamt 1.072 Patient*innen behandelt, im gleichen Zeitraum des Folgejahres waren es 1.361. Das ist ein Anstieg um knapp 27 Prozent.

Ich erwarte ähnliche Zahlen, wenn die KVBW in diesem Jahr die Notfallpraxis in Schwetzingen, wo auch ein Krankenhausstandort ist, schließt. Wenn Patient*innen, denen bisher in der Notfallpraxis geholfen wurde, die Notaufnahme der GRN-Klinik oder die Rettungsdienste aufsuchen, wird dies zu Engpässen führen, die auch die Qualität der Versorgung beeinträchtigen können.

Die KVBW hatte bei der Vorstellung ihrer Schließungspläne betont, dass diese nicht zulasten anderer Einrichtungen im Gesundheitswesen gingen. Das ist nun endgültig widerlegt. 

Und ich finde, wenn es uns gelingt, dass eine gute medizinische Versorgung für alle hier in der Region erhalten bleibt und das Personal in Klinik und Rettungsdienst nicht immer weiter unter Druck gerät, dann haben wir auch die Welt ein wenig besser gemacht.

Unterscheiben kann man übrigens weiter im Wahlkreisbüro oder online auf www.daniel-born.de. Es ist aber auch möglich, sich einfach von uns die Unterschriftenliste schicken zu lassen und selbst noch etwas sammeln zu gehen.

Und ein Tipp: So ein Power-Porridge hilft schon dabei.

Foto der Woche

Am Dienstagabend habe ich die Festrede bei der Ludwig-Marum-Preisverleihung in Pfinztal gehalten. Mir bedeutet als stellvertretender Landtagspräsident und als Sozialdemokrat die Erinnerung an diesen großen Parlamentarier sehr viel und es war mir eine Ehre. 

Homepage Daniel Born

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