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Bildungspolitischer Offenbarungseid der CDU - erneut Vertretungslehrerchaos an Schulen im Landkreis Heilbronn

Veröffentlicht am 10.02.2010 in Wahlkreis

„Eigentlich freue ich mich ja über Rückmeldungen aus meinem Wahlkreis. Was ich aber seit der letzten Woche erlebe, trübt diese Freude gewaltig“, äußert sich Reinhold Gall, SPD-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Neckarsulm zu den vielen Emails und Anrufen von Eltern, die ihn seit der Berichterstattung zum Thema „fehlende Vertretungslehrer in Bad Friedrichshall und Bad Wimpfen“ erreichen.

„Zuerst waren es Eltern der betroffenen Gymnasien, die sich mit mir in Kontakt gesetzt haben“, erläutert Reinhold Gall. „Doch dann ging es weiter. Immer mehr Eltern berichten aus den Schulen ihrer Kinder ähnliche Verhältnisse.“ Dabei gehe es zum Beispiel um Abiturklassen, in denen der prüfungsrelevante Mathematikunterricht ausfalle oder um Berufsschüler, die seit Monaten kein Englisch hätten, so Gall.

Ein konkreter Hilferuf erreichte den Abgeordneten am Dienstagabend von Eltern der Grundschule in Bad Friedrichshall-Jagstfeld. Dort soll nach dem Willen der Landesregierung eine Lehrerin abgezogen werden um eine längerfristig erkrankte Lehrerin an der Grundschule Oedheim zu ersetzen. Dies würde dazu führen, dass drei bestehende Klassen zu zwei Klassen zusammengelegt werden. Dabei gab es bisher eine Vereinbarung mit dem Schulamt Heilbronn, diese drei Klassen aufgrund des hohen Förderbedarfs an der Grundschule ausdrücklich aus pädagogischen Gründen zu genehmigen.

„Es ist unerhört, pädagogische Maßnahmen, die von denjenigen vereinbart wurden, die sich an der Schule auskennen, per Erlass aus Stuttgart für nichtig erklärt werden. Und das ohne Einbindung der Betroffenen“, empört sich Reinhold Gall. „Der nun Schritt für Schritt öffentlich werdenden Unterrichtsnotstand an den Schulen in unserer Raumschaft ist ein bildungspolitischer Offenbarungseid der Landesregierung und insbesondere von CDU-Kultusminister Rau.“

Es gebe die verbindliche Aussage der Landesregierung, dass dort, wo es planbar sei, also bei Schwangerschaftsvertretungen, Kur, Fortbildung oder längerer Krankheit, verlässlicher Ersatz für die ausfallenden Lehrkräfte organisiert würde, so Gall und ergänzt: „Das ist auch das Mindeste, was Eltern und Schüler erwarten können.“

„Ich erwarte“, betont der Abgeordnete, „dass das Land seiner Pflicht zur Unterrichtsversorgung nachkommt. Das bedeutet, die drei Klassen in Jagstfeld bleiben aus pädagogischen Gründen bestehen und die erkrankte Lehrerin in Oedheim muss durch eine neue Kraft ersetzt werden.“

Reinhold Gall befürchtet zudem, dass die bisher eingegangenen Beschwerden von Eltern über die Bildungspolitik der Landesregierung nur die Spitze des Eisbergs sind. "Mein Kollege Ingo Rust und ich haben eine Parlamentarische Anfrage formuliert, in der wir die Ist- Situation abfragen. An welchen Schulen in der Raumschaft Heilbronn fällt wie viel Unterricht aus und warum." Diese Zahlen sollen dann analysiert werden.

Gall sagte den betroffenen Eltern zu, „überall dort, wo dies nicht erfüllt wird, gemeinsam mit den Betroffenen so lange zu protestieren, bis die Landesregierung ihren Zusagen nachkommt." Dies wird der Abgeordnete auch im Fall Bad Friedrichshall-Jagstfeld tun. Die Schreiben an den Kultusminister und das Heilbronner Schulamt sind bereits unterwegs.

Homepage Reinhold Gall MdL

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