Zufallsfoto

Wir brauchen einen Schutzschirm für unsere Kommunen

Veröffentlicht am 16.05.2020 in Aktuelles

Unsere Kommunen sind systemrelevant, dort findet der Alltag der Menschen statt. Sie bewältigen an vorderster Linie die vielfältigen Aufgaben zur Bekämpfung der Pandemie und halten soziale Leistungen und Infrastruktur aufrecht. Deshalb brauchen wir jetzt ein Sofortprogramm von mindestens 2,5 Mrd. Euro für unsere Kommunen. Die Landesregierung muss handeln!

 

Gemeinsamer Beschluss der SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg und der baden-württembergischen Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion:

Wir brauchen einen Schutzschirm für unsere Kommunen Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen auf alle öffentlichen Haushalte. Unsere Kommunen sind in besonderer Weise betroffen: Auf der einen Seite brechen die Einnahmen weg, vor allem bei der Gewerbesteuer, während gleichzeitig die Ausgaben für Sozialleistungen oder Gesundheitsschutz steigen. Nach aktuellen Schätzungen (Bund der Steuerzahler und Landkreistag drohen dem Land und unseren Kommunen Steuermindereinnahmen von rund 10 Milliarden Euro und zusätzliche Ausgaben von rund 6 Milliarden Euro bis Jahresende.

Es gibt zudem kaum Möglichkeiten, die Einnahmeverluste öffentlicher Einrichtungen auszugleichen. Viele kommunale Unternehmen stehen vor einer existenziellen Bedrohung. Diese Situation der Kommunen hat harte Folgen für die Wirtschaft, wenn unsere Kommunen als größter öffentlicher Auftraggeber deutlich weniger investieren können oder gar gänzlich ausfallen.

Dabei kommt unseren Kommunen bei der Bewältigung der Pandemie die zentrale Rolle zu, das Leben während der Pandemie zu organisieren und soziale Leistungen und Infrastruktur aufrecht zu erhalten.

Im staatlichen Verwaltungsaufbau sind die Kommunen der Länderebene zugeordnet. Hier liegt die primäre Verantwortung für einen Schutzschirm für unsere Kommunen. Leistungen des Bundes sind in Ausnahmesituationen wie der Pandemie willkommen und komplementär einzusetzen.

In dieser Situation müssen alle staatlichen Ebenen zusammenarbeiten, um die Funktions- und Handlungsfähigkeit des demokratischen Gemeinwesens zu sichern. Wir brauchen dringend ein Sofortprogramm für unsere Kommunen. Landesregierung und Landtag sind in der Pflicht, diesen Schutzschirm aufzuspannen, und der Bund ist gefordert, die Hilfe für die Kommunen nach Kräften zu unterstützen.

Unsere Kommunen sind systemrelevant. Daher fordern die SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg und die baden-württembergische Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion:
1. Ein Sofortprogramm, das unsere Kommunen vor den finanziellen Folgen der Corona-Krise schützt und hilft, wichtige Investitionen fortzusetzen. In erster Linie ist dies Aufgabe der Länder, aber auch der Bund steht hier in der Verantwortung, im Gleichschritt zu einer zügigen Lösung zu gelangen.

2. Die Aufrechterhaltung der sozialen, technischen und kulturellen Infrastruktur in unseren Kommunen so zu unterstützen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt ausgebaut und Stabilität und Widerstandskraft in Krisensituationen gestärkt werden.

3. Die Unterstützung unserer Kommunen als originäre Aufgabe des Landes wahrzunehmen. Für Baden-Württemberg heißt das:

a. Elternbeiträge für die Kita- und Schulbetreuung sowie die Kindertagespflege (auch für Einrichtungen in kirchlicher oder freier Trägerschaft) sind im Umfang der tatsächlichen Ausfälle durch das Land zu übernehmen, um Eltern und Kommunen nicht noch stärker zu belasten.

b. Mehraufwendungen und Belastungen im Bereich der Gebühren und Beiträge bspw. für die Nutzung von Museen, Musikschulen, Volkshochschulen und anderen Kultureinrichtungen, aber auch in sozialen Diensten der Kommunen sind vom Land auszugleichen.

c. Kommunale Unternehmen, wie Verkehrsunternehmen, Bäder, kulturelle Einrichtungen wie Museen und Theater, Krankenhäuser, Pflegeheime etc. sind ebenso wie die Privatwirtschaft betroffen, erhalten aber bisher lediglich Unterstützung durch die KfW des Bundes. Daher ist ein Beteiligungsfonds für kommunale Unternehmen (für stille Beteiligungen des Landes) bei der L-Bank einzurichten.

d. Unseren Kommunen einen zeitlich an der wirtschaftlichen Erholung angepassten Fonds bereitzustellen, woraus zu erwartende Verluste aus Steuermindereinnahmen ausgeglichen, wenigstens abgefedert werden können. Denn: sinkt das Steueraufkommen insgesamt, sinkt auch die Summe der Verbundsteuern, an welchen unsere Kommunen über das Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) mit 23 Prozent beteiligt werden.

4. Die ersten beiden Abschlagszahlungen wurden zurecht pauschal ausgezahlt und Verwendungszwecke wurden nur kursorisch angegeben, weil unsere Kommunen ohnehin höhere Bedarfe hatten, als mit den bereitgestellten Mitteln zu decken möglich gewesen wäre.

Ein Schutzschirm besitzt anderen Charakter: hier sind Verwendungen anzugeben. Das sind wie o.g. vor allem die Elternbeiträge für Kinderbetreuung (315 Mio. Euro bis Jahresende) und sich auf der Ausgabenseite weiter aufsummierende Verpflichtungen für kommunale Einrichtungen welche auch aufgrund sinkender Einnahmen (Gewerbesteuer, Einkommensteuer) unter Druck stehen.

Das Sofortprogramm für unsere Kommunen ist mit mindestens 2,5 Mrd. Euro auszustatten. Der größte Anteil muss dafür vom Land bereitgestellt werden, um gegenüber dem Bund glaubhaft eine Beteiligung einfordern zu können.
Nur wenn das Land bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und dies auch im betragsmäßigen Volumen der Kommunalen Hilfe zum Ausdruck bringt, ist es in einer glaubhaften Position den Bund zur Unterstützung aufzufordern. Wir erwarten, dass hierzu unverzüglich Gespräche zwischen dem Finanzministerium und den Kommunalen Landesverbänden aufgenommen und Kontingente benannt werden.

Wir appellieren an unsere Kommunen im Land, den zahlreichen Beispielen zu folgen und, sofern noch nicht geschehen, den Einzug der Elternbeiträge unverzüglich auszusetzen.

Das Land Baden-Württemberg steht gerade jetzt in der Verantwortung, unsere Kommunen und Eltern nicht noch stärker zu belasten. Die Landesregierung muss dieser Verantwortung nachkommen.
 

Homepage Reinhold Gall MdL

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de