
Schwetzingen. Im Rahmen der Vorlesewoche des Edith-Stein-Kinderhauses besuchte Daniel Born, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für frühkindliche Bildung und seit 2016 Mitglied des Bildungsausschusses, die katholische Kindertageseinrichtung in Schwetzingen. Mit im Gepäck hatte der Landtagsvizepräsident ein besonderes Buch: „Der Wortschatz“ von Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger – eine fantasievolle Geschichte über die Lust am Sprechen, die Kraft der Wörter und den bewussten Umgang mit Sprache.
Gebannt lauschten die Vorschulkinder Borns dialogischer Bilderbuchbetrachtung. Mit viel Gespür für Sprache, kindliche Perspektiven und pädagogisches Feingefühl verwandelte er das Vorlesen in ein lebendiges Gespräch. „Ich wollte den Kindern nicht nur eine Geschichte vorlesen, sondern gemeinsam mit ihnen entdecken, was Worte alles können“, erklärte Born. „Sprache ist mehr als Kommunikation – sie ist Schlüssel zur Welt. Und gerade in einer Zuwanderungsgesellschaft wie der unseren brauchen wir Sprachbildung mehr denn je.“
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Oscar, der eine Schatzkiste mit alten Wörtern findet. Erst enttäuscht, entdeckt er bald die Magie der Sprache – bis die Kiste leer ist. Zum Glück trifft er Louise, die Sprachkünstlerin, die ihm zeigt, wie man eigene Wörter erschafft. Die fantasievollen Illustrationen und die feinsinnige Erzählweise regten die Kinder an, eigene Lieblingswörter zu finden und über Sprache nachzudenken.
Regina Zankl, Leiterin des Edith-Stein-Kinderhauses, betonte, wie wichtig das Vorlesen im pädagogischen Alltag ihrer Einrichtung ist: „Lesen und Vorlesen sind bei uns zentraler Bestandteil der alltagsintegrierten Sprachförderung. Wir haben eine eigene Bibliothek, aus der die Kinder regelmäßig Bücher ausleihen können. Aber wir beobachten auch: Zuhause wird insgesamt weniger vorgelesen – und die Unterschiede sind groß. Manche Kinder wachsen mit Büchern auf, anderen gehört kein eigenes Buch.“
Born sieht darin einen klaren Auftrag für die Politik: „Kitas sind Bildungsorte – und sie sind es besonders im Bereich der Sprache. Doch sie sind auch Ausbildungs- und Weiterbildungsorte. Die Sprachförderung gelingt dann am besten, wenn Fachkräfte dafür qualifiziert und kontinuierlich weitergebildet werden. In Zeiten des Fachkräftemangels dürfen wir gerade die Weiterbildung nicht vernachlässigen – sie ist zentral für die Qualitätssicherung.“
Die Vorlesewoche im Edith-Stein-Kindergarten steht jedes Jahr unter einem besonderen Stern: Menschen aus Politik, Kultur, Kirche und Gesellschaft sind eingeladen, um den Kindern vorzulesen – Prominente im besten Sinne. Mit Daniel Born kam in diesem Jahr nicht nur ein erfahrener Bildungspolitiker, sondern auch ein leidenschaftlicher Vorleser. Für die Kinder war es ein besonderer Vormittag – und für Born eine Erinnerung daran, warum frühkindliche Bildung sein Herzensanliegen bleibt: „Ein Kind, dem vorgelesen wird, entwickelt nicht nur Sprachkompetenz – es erlebt Zuwendung, Aufmerksamkeit und Geborgenheit. Das ist Bildungsarbeit in ihrer schönsten Form.“