Landtagsabgeordnete Baden-Württembergs und ihre Bibelstelle
Das aber verdross Jona sehr und er ward zornig.
So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben.
Jona 4,1+3
Die große Stadt Ninive lebt nicht nach den Geboten Gottes. Ihre Verdorbenheit ist so groß, dass Gott Jona den Auftrag erteilt, der Stadt ihren Untergang anzukündigen. „Es sind noch 40 Tage, so wird Ninive untergehen.“ Die Bevölkerung der Stadt kehrt daraufhin um, fastet, betet und findet wieder zum Glauben zurück. „Und da das vor den König von Ninive kam“, hören wir, ging auch er in Sack und Asche und gab den Befehl, dass Mensch wie Tier zur Buße weder Nahrung noch Wasser zu sich nehmen dürften. „Wer weiß“, vermutet er. „Es möchte Gott gereuen und er sich wenden von seinem Zorn.“
Und er vermutet richtig. Gott verschont die Stadt vor dem Untergang. Ein Beispiel von Umkehr und der Gnade Gottes, wenn auch mit einem schalen Beigeschmack. Der entsteht vor allem durch das geschmeidige Verhalten der Stadtregierung. Der Schwenk des Königs wirkt unglaubwürdig. Er legt seinen Purpur ab und befiehlt den Menschen, was sie aus eigener Einsicht schon längst getan haben. Der Purpur, nicht die Macht wird abgelegt. Propagandistisch wird noch eins drauf gesetzt, indem selbst das Vieh in die Bußübungen mit einbezogen wird. All das lenkt von der eigenen Verantwortung ab und wird den Machterhalt sichern.
Solche demonstrativen Wendemanöver von Regierenden beruhen auch heute kaum auf wirklicher Einsicht. Jona gerät angesichts der Verschonung Ninives so in Rage, dass er Gott auffordert: „So nimm nun, HERR, meine Seele von mir, denn ich möchte lieber tot sein als leben.“ Was den flexiblen König von Ninive betrifft, kann ich Jonas Empörung gut verstehen.
Helen Heberer, geboren am 28. Dezember 1950 in Mannheim; evangelisch, verheiratet. Dozentin für Sprecherziehung und Theaterpädagogik. MdL seit 12. April 2006. Wahlkreis 36, Mannheim II.
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(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)
Rotes aus der Ortenau
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