Ich habe mich nicht nur gegen jegliche Aufweichungen der Milchquote
ausgesprochen sondern im Europäischen Parlament auch so gestimmt. Für unsere
überwiegend kleinteilige Landwirtschaft ist eine Aufweichung der Milchquote
automatisch mit einer Existenzbedrohung verbunden. Daher halte ich die Forderung
der Milchbauern nach fairen Preisen für absolut berechtigt.
Nur die Quote allein wird das Problem für die Landwirte auf Dauer nicht lösen
können. Wir müssen den Hebel in der europäischen und der nationalen
Landwirtschaftspolitik umstellen. So muss die Marktstellung der Milcherzeuger
gegenüber den Molkereien generell gestärkt werden, beispielsweise durch
Erzeugergemeinschaften. Zudem muss die Wettbewerbsfähigkeit unserer
Landwirtschaft verbessert werden. Dafür halte ich den Milchfonds durchaus für
ein geeignetes Instrument. Den bereits beschrittenen Pfad, weg von der reinen
Mengenförderung hin zu einer qualitativen Förderung, müssen wir auch mit Blick
auf die wichtigen Leistungen der Landwirte für den Erhalt der Naturlandschaften
entschieden fortsetzen. Hier muss sich ein zweites Standbein für die
Landwirtschaft entwickeln. Schließlich sind wir auch als Verbraucherinnen und
Verbraucher gefordert, über unser Einkaufsverhalten noch stärker als bisher die
Solidarität mit den Milcherzeugern zum Ausdruck zu bringen, die gerade in den
ländlichen Regionen auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind.
Meine Solidarität haben die Landwirte. Ich werde mich auch weiterhin im Rahmen
meiner Möglichkeiten für die Verbesserung ihrer Situation einsetzen.