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SPD verlangt berufsqualifizierende Ausbildungsangebote für alle Schulabgänger

Veröffentlicht am 20.12.2010 in Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 20. Dezember 2010

Berufsbildungsexperte Gunter Kaufmann: „Das neue Ausbildungsbündnis verdient seinen Namen nur, wenn am Ende zusätzliche Ausbildungsplätze dabei herauskommen“

Die SPD-Landtagsfraktion hat die Landesregierung aufgefordert, über die beruflichen Schulen berufsqualifizierende Ausbildungsangebote für alle Schulabgänger bereitzustellen. „Die Beteiligten am neuen Ausbildungspakt müssen endlich realisieren, dass in den letzten Jahren zu wenig ausgebildet wurde“, erklärte der SPD-Abgeordnete Gunter Kaufmann anlässlich des Abschlusses des neuen Ausbildungsbündnisses für Baden-Württemberg, das bis 2014 gelten soll.

Ein Blick auf den aktuellen Ausbildungsmarkt zeige, dass immer noch Lehrstellen fehlten und zahlreichen Jugendlichen der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung erschwert werde. An dieser Situation habe auch der bisherige Ausbildungspakt grundsätzlich nichts verändert. Allein 2010 hätten knapp 11.000 Jugendliche in Baden-Württemberg keinen Ausbildungsplatz gefunden und befänden sich in Warteschleifen, ohne dass ihre beruflichen Perspektiven durch das so genannte Übergangssystem verbessert würden. „Das neue Ausbildungsbündnis verdient seinen Namen nur, wenn am Ende zusätzliche Ausbildungsplätze dabei herauskommen“, betonte Gunter Kaufmann.

Die Landesregierung habe bereits Ende November eingestehen müssen, dass die Zahl der Lehrstellen in 2010 etwa der des Vorjahres entsprach. Laut Wirtschaftsministerium gab es aber 10.266 neue Lehrstellen. Damit steht laut dem SPD-Parlamentarier fest, dass neue eben keine zusätzlichen Ausbildungsplätze sind. Die 4.165 neuen Ausbildungsbetriebe, die der Ausbildungspakt für sich reklamiert habe, seien offensichtlich nicht in der Lage, die verloren gegangenen Ausbildungsplätze zu ersetzen. Gunter Kaufmann bedauerte, dass zurzeit nur etwa die Hälfte der ausbildungsberechtigten Betriebe in Baden-Württemberg auch tatsächlich ausbilde.

Der SPD-Landtagsabgeordnete forderte daher ein berufsqualifizierendes Ausbildungsangebot für alle Schulabgänger, die keine Lehrstelle bekommen und auch keine schulische Weiterqualifizierung anstreben. „Die jetzigen Qualifizierungsangebote sind keine wirklichen Alternativen für junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen“, betonte Gunter Kaufmann. Er sieht in den beruflichen Schulen die geeigneten Kompetenzzentren, um das Grundrecht auf Ausbildung zu sichern.

„Die Landesregierung darf sich einem solchen Ausbau der beruflichen Schulen nicht verweigern“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete. Die SPD ziehe hier mit dem DGB an einem Strang, der Warteschleifen zugunsten vollqualifizierender Bildungsgänge verringern möchte.

Homepage Gunter Kaufmann

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