Pressemitteilung vom 04. Februar 2009
MdL Gunter Kaufmann (SPD): „Dass jetzt immerhin 300 Fachlehrer und Technische Lehrer befördert werden, ist ein Teilerfolg. Allerdings werden weitere 2.400 Lehrkräfte auf unbestimmte Zeit vertröstet.“
Seit über 15 Jahren bringt das Land Baden-Württemberg im Staatshaushaltsplan kein Geld für neue Beförderungsstellen aus. Dies führt dazu, dass Fachlehrer und Technische Lehrer nur dann befördert werden, wenn Stellen frei werden. Der Beförderungsstau betrifft Lehrkräfte, die die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen für die Beförderung erfüllen und trotzdem weiter nach Besoldungsgruppe A 9 oder A 10 bezahlt werden, informiert der Rastatter Landtagsabgeordnete Gunter Kaufmann (SPD).
Im Südwesten gibt es 5.000 Fachlehrer an allgemein bildenden Schulen. Obwohl sich im Alltag die Aufgaben der Pädagogen kaum unterscheiden, haben Fachlehrerinnen und Fachlehrer eine höhere Unterrichtsverpflichtung und erhalten weniger Geld als ihre Kolleginnen und Kollegen. Beim Berufseinstieg verdient ein Fachlehrer etwa 1.900 Euro. Die Fachlehrer und Technischen Lehrer erhalten als Vergütung zwischen A 9 und A 12 und müssen zwischen 28 und 31 Unterrichtsstunden wöchentlich unterrichten.
In den Jahren 2009 und 2010 werden jeweils 150 Fachlehrer und Technische Lehrkräfte endlich eine Beförderung erhalten. Dies konnte auf Druck der SPD erreicht werden, teilte Gunter Kaufmann, Mitglied im Schulausschuss und berufsbildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, mit. Noch im November 2008 hätten CDU und FDP einen von ihm mitunterzeichneten Antrag auf verstärkte Beförderungen im Schulausschuss abgelehnt. Jetzt hätten sich die Regierungsfraktionen dem oppositionellen Drängen wie dem berechtigten Anspruch der Lehrkräfte schlussendlich zwar nicht voll gebeugt, ihm jedoch wenigstens ein Stück weit nachgegeben. „Der Spatz in der Hand ist mir für den Moment lieber als die Taube auf dem Dach“, kommentierte Gunter Kaufmann den Etappensieg der SPD und der Fachlehrkräfte.
„Dass jetzt immerhin 300 Fachlehrer und Technische Lehrer befördert werden, ist ein Teilerfolg. Allerdings werden weitere 2.400 Lehrkräfte auf unbestimmte Zeit vertröstet“, sagte der SPD-Parlamentarier weiter. Er verwies darauf, dass die SPD-Landtagsfraktion in der Sitzung des Finanzausschusses des Landtags einen eigenen Antrag vorgelegt hatte. Dieser umfasste die Summe von drei Millionen Euro pro Jahr und hätte fast allen Berechtigten die ihnen eigentlich zustehende Beförderung ermöglicht. „Angesichts der großen Summen, die insgesamt in den nächsten Jahren im Bildungsbereich investiert werden, sind drei Millionen Euro sicherlich keine überzogene Forderung“, so der SPD-Landtagsabgeordnete abschließend.