
Hockenheim. Es ist ein besonders einladender Ort, der hier mitten im Hockenheimer Talhaus entstanden ist. Denn im Showroom und Café der Bonafede Kaffeerösterei treffen sich Kaffeegenießer und Pausenmacher an großen Tischen und mit bestem Blick auf das Geschehen. Für die sozialdemokratische Delegation um Landtagsvizepräsident Daniel Born und Bundestagskandidatin Neza Yildirim ein guter Ausgangspunkt für ihren Vor-Ort-Besuch. „Wir interessieren uns sozusagen für die Kaffeebohne, denn hier ist mit viel Qualität und Kreativität ein starkes Unternehmen vor Ort gewachsen“, erläutern die beiden SPD-Politiker.
„Wir konzentrieren uns darauf, hochwertigen und nachhaltigen Kaffee zu produzieren“, erklärte Kaffeeröster Rosario Bonafede während der Besichtigung der Röstmaschinen. „2004 gab es im Internet noch sehr wenig Informationen über das Kaffeegeschäft. Doch es war genau diese Herausforderung, die mich motiviert hat“, erklärte er auf Nachfrage Borns, wie er auf die Leidenschaft des Kaffeeröstens gestoßen sei. Diese Motivation zahlte sich aus, denn 2016 wurde er mit dem Titel „Röster des Jahres“ ausgezeichnet. Dies sei für ihn allerdings nebensächlich, viel wichtiger sei für Bonafede die Kundenzufriedenheit. Viele der Mitarbeiter, die heute das Unternehmen prägen, wurden durch Zufall gewonnen – ehemalige Kunden traten dem Team bei und halfen dabei, die Unternehmensvision weiter voranzutreiben.
„Unternehmen wie das Ihre sind für die lokale Wirtschaft unabdingbar und bereichern das Stadtbild“, stellte Bundestagskandidatin Yildirim, die selbst auch Unternehmerin ist, fest. Bonafede betreibt nicht nur die Rösterei und das angeschlossene Café, sondern auch die hauseigene Backstube, die täglich frische Gebäckstücke für das Café liefert. Besonders freitags und samstags wird die Atmosphäre im Café lebendig – und das, obwohl das Café ursprünglich nur als Showroom für die Kaffeerösterei konzipiert wurde. Heute ist es ein Hotspot für Kaffeeliebhaber aus der Region, die auch zur Mittagszeit regelmäßig die Rösterei besuchen.
SPD-Stadträtin Aylin Kuppinger und SPD-Stadtrat Richard Zwick nahmen ebenfalls an dem Dialog zwischen Wirtschaft und Politik teil. So kamen auch die steigenden Kosten zur Sprache, denen sich die Rösterei ausgesetzt sieht. Personal, Rohkaffee- und die Energiepreise würden einen großen Teil der betrieblichen Kosten ausmachen, so Bondafede. „Unternehmen wie die Bonafede Kaffeerösterei zeigen, dass Wirtschaft vor Ort gemacht wird. Wir müssen daher dafür sorgen, dass Unternehmen nicht nur überleben, sondern auch wachsen können“, erläuterte Born. Die Politik müsse insbesondere in unsicheren Zeiten vor allem mittelständischen Unternehmen einen sicheren Rahmen bieten.
Stadträtin Kuppinger ergänzte, dass die lokale Wirtschaft auch eng mit der notwendigen Schaffung von Arbeitsplätzen verbunden sei. „Gerade deshalb müssen wir dafür sorgen, dass kleine und mittlere Unternehmen endlich nachhaltig von Bürokratie entlastet werden“, so Bundestagskandidatin Yildirim. Besonders beeindruckt zeigten Yildirim und Born sich von der Philosophie des Unternehmens: „Kaffee ist mehr als ein Getränk – er verbindet Menschen und erzählt Geschichten aus aller Welt“, betonte Bonafede. Gleichzeitig wurden auch die Herausforderungen der Branche thematisiert. Steigende Rohstoffpreise, Klimawandel und soziale Verantwortung im Kaffeeanbau stellen Röstereien weltweit vor große Aufgaben. „Wir müssen den fairen Handel stärken und die Rahmenbedingungen für nachhaltige Unternehmensentwicklung verbessern“, so Yildirim abschließend, die sich dafür im Bundestag einsetzen will.