Große Infrastrukturprojekte geraten immer wieder in die Kritik der Öffentlichkeit. Die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim in den nächsten Jahren geplant und gebaut wird dabei sicherlich keine Ausnahme bilden. Zusätzlicher Verkehr bedeutet zusätzlichen Lärm für die Bevölkerung in Mannheim.
Um schon frühzeitig die Positionen der Bevölkerung aufzunehmen, informierte auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Stefan Rebmann die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Kirsten Lühmann im Siedlerheim Schönau zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Fulst-Blei, der Stadträtin Andrea Safferling und Vertreterinnen und Vertretern der Mannheimer Bahnlärminitiative GesBiM (Gesundheit statt Bahnlärm in Mannheim) über den aktuellen Sachstand.
Bei einem Vor-Ort Termin im Vorfeld der Veranstaltung konnte sich die Politik zusammen mit Vertretern der Deutschen Bahn am Bahnhof Waldhof selbst ein Bild von der Lage machen. Bei dieser Gelegenheit erläuterte die Deutsche Bahn, dass die Untersuchungen der Leistungsfähigkeit des betroffenen Schienenabschnittes abgeschlossen seien und nun die Grundlage für die weiteren Planungen bildeten, Verkehrsknoten wie z.B. Mannheim und Frankfurt in dieser Studie aber nicht betrachtet wurden. Entsprechende Ergebnisse für Mannheim würden im kommenden Frühjahr vorliegen, darauf aufbauend werde dann der Trassenverlauf geplant.
Die Planungen selbst sollen unter Beteiligung der Bevölkerung, der Bürgerinitiativen, der Politik und der Verbände stattfinden. Die Vertreterin der Bürgerinitiative GesBiM, Martina Irmscher forderte in diesem Zusammenhang die Einrichtung eines Projektbeirates. Lühmann macht sich außerdem auf Bundesebene dafür stark, dass auch Bürgerinitiativen im Rahmen der Beteiligungsverfahren Gelder für die Erstellung von Gutachten erhalten. „Nur so kann sichergestellt werden, dass die an Planungsprozessen Beteiligten sich auf Augenhöhe begegnen“, stellte Lühmann klar.
„Mir ist wichtig“, so die Verkehrsexpertin weiter, „dass der Beteiligungsprozess eine Lösung hervorbringt, die von einer breiten Zustimmung getragen ist. Ob dies einen Tunnel beinhaltet wird sich zeigen.“ Danach sei die Bundespolitik gefordert, die gefundene Lösung zu finanzieren. Dafür sagten Lühmann und Rebmann ihre Unterstützung des entsprechenden Haushaltsbeschlusses zu.
Dass es beim Thema Bahn auch um den Wirtschaftsstandort Mannheim gehe betonte der Landtagsabgeordnete Fulst-Blei: „Die Region hat sich lange dafür stark gemacht, dass kein Fernverkehrszug an Mannheim vorbei fährt. Insbesondere für die Dienstleistungsbranche sind eine gute Verkehrsanbindung und eine verlässliche Infrastruktur entscheidende Standortfaktoren.“