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MdL Gunter Kaufmann (SPD) will Aufnahmemöglichkeiten der beruflichen Gymnasien verbessern

Veröffentlicht am 29.04.2009 in Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 29. April 2009

SPD-Landtagsabgeordneter: „Land muss Schülern, die die Aufnahmevoraussetzungen für berufliche Gymnasien erfüllen, den Schulbesuch ermöglichen."

Viele Bewerberinnen und Bewerber um Plätze an den beruflichen Gymnasien werden zu Beginn des kommenden Schuljahres 2009/2010 nicht wie gewünscht an diesen Schulen unterkommen. In dieser Befürchtung sieht sich der SPD-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, durch die schriftliche Antwort des Kultusministers Helmut Rau (CDU) auf die Anträge der SPD zu den Übergangsquoten auf berufliche Schulen im Schuljahr 2009/2010 und dem heutigen Verlauf der Sitzung des Schulausschusses des baden-württembergischen Landtags bestätigt.

In der Sitzung hatte der SPD-Parlamentarier mit einem entsprechenden Antrag gefordert, jedem Schüler, der die Aufnahmevoraussetzungen für die Zulassung an beruflichen Gymnasien erfüllt, die Übernahme zu garantieren. Die CDU/FDP-Mehrheit im Ausschuss hat diesen Antrag jedoch abgelehnt, kritisiert Gunter Kaufmann, der zugleich Sprecher für berufliche Bildung der SPD-Landtagsfraktion ist, scharf. „Wenn es der CDU/FDP-Landesregierung ernst mit der Durchlässigkeit ihres Schulsystems gewesen wäre, hätte sie dem Antrag zustimmen müssen“, so der SPD-Landtagsabgeordnete. Stattdessen sorge sie mit ihrem „Nein“ dafür, dass viele engagierte Schülerinnen und Schüler Absagen von beruflichen Gymnasien erhalten werden und sich demotiviert auf die Suche nach Alternativen machen müssen.

Voraussetzung für die Aufnahme in die Eingangsklasse der beruflichen Gymnasien ist die so genannte mittlerer Reife. Für Realschüler, Werkrealschüler und Berufsfachschüler ist dabei ein Notenschnitt von mindestens 3,0 in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie der ersten Pflichtfremdsprache notwendig. Aufgrund des heftigen Bewerberandrangs sei allerdings damit zu rechnen, dass trotz Erfüllung dieser Voraussetzungen ein Schulbesuch vom Land nicht garantiert werden könne, so Gunter Kaufmann.

Demnach haben sich laut der Antwort des Kultusministers allein 560 Schülern um einen Platz an einem der beruflichen Gymnasien im Landkreis Rastatt beworben. Dazu zählen neben 28 Schülern aus den jetzigen Klassen 11 der neunjährigen Gymnasien (G9) und 117 Schülern aus den jetzigen Klassen 10 der achtjährigen Gymnasien (G8) auch 415 Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss, also nach Realschule, Werkrealschule und zweijähriger Berufsfachschule, die die formalen Aufnahmevoraussetzungen erfüllen.

Die beruflichen Schulen in Mittelbaden wären damit heillos überfordert, macht Gunter Kaufmann, der deutliche Verbesserungen vom Land anmahnt. Das Land müsse jedoch endlich erkennen, das ihr Prinzip „es wird schon nicht so schlimm alles werden“, gescheitert ist, wie das auch der Berufsschullehrerverband schon mehrmals deutlich gemacht hat. „Ich kann die Forderungen des Verbandes, die Zahl der Klassen an den beruflichen Gymnasien deutlich zu erhöhen und diesen hierfür die nötigen personellen, finanzielle und räumlichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, vorbehaltlos unterstützen“, macht Gunter Kaufmann deutlich.

Insgesamt gehe aus der Antwort des Kultusministers Rau zu den Übergangsquoten auf berufliche Schulen hervor, dass nach jetzigem Bewerberstand jeder dritte Realschüler nicht zum Zuge kommt und dass etwa 40 Prozent der gymnasialen Bewerber abgelehnt werden müssen. In Folge werden diese nun verstärkt auf den Lehrstellenmarkt drängen, der bereits durch die Wirtschaftskrise vollkommen leergefegt sein wird. Gunter Kaufmann verweist dabei auch auf die gestrige Ankündigung von Daimler, z.B. im Werk Gaggenau im nächsten Jahr statt 117 nur noch 102 Azubis einzustellen. Es ist ein sozial- und gesellschaftspolitisch falsches Signal, dass die verfehlte Schulpolitik des Landes im Bereich der beruflichen Schulen nun die betroffenen Schüler ausbaden müsste, so der SPD-Landtagsabgeordnete abschließend.

Homepage Gunter Kaufmann

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