Pressemitteilung vom 19. Juli 2007
Landessozialministerium verweigert staatliche Anerkennung / SPD-Landtagsabgeordneter im Gespräch mit Schulleitung, Absolventen und Vertreterinnen des örtlichen Berufsverbandes
Zu einem Gespräch über die Zukunft der Fachschule für Motopädie in Bühl traf sich der mittelbadische SPD-Landtagsabgeordnete Gunter Kaufmann dieser Tage mit der Schulleitung, ehemaligen Absolventen sowie Vertreterinnen des Regionalkreises des Berufsverbandes der Motopäden. Der große Bedarf an Bewegungsförderung bei Kindern und Jugendlichen wird vielfach betont, um so mehr muss es verwundern, dass der einzigen Schule in Baden-Württemberg, die Fachkräfte in diesem Bereich aus- und weiterbildet, eine staatliche Anerkennung versagt wurde, erklärten die Gesprächsteilnehmer gegenüber dem SPD-Parlamentarier.
Fast täglich könne man lesen oder hören, dass Kinder und Jugendliche sich zu wenig bewegen, Wahrnehmungsprobleme haben, adipös sind, Schulprobleme aufgrund von Bewegungsmangel entwickeln und Verhaltensauffälligkeiten, insbesondere im Sozialverhalten, zeigen. Motopäden könnten nach Ansicht der Vertreter der Fachschule für Motopädie durch eine gezielte Förderung bei vielen Kindern, wenn nötig auch therapiebegleitend, deren psychomotorischen Fähigkeiten verbessern.
Wir verstehen nicht, dass das baden-württembergische Sozialministerium, das regelmäßig die Bewegungsdefizite bei Kindern und Jugendlichen beklagt, uns aber die notwendige Unterstützung versagt, erklärte Cornelia Ballerstaedt für den Regionalkreis des Berufsverbandes der Motopädinnen und Mototherapeutinnen. Unterstützt wurde sie dabei von Christiane Ohletz, die als Schulleiterin einen Einblick in die bisherige Arbeit der Bühler Fachschule gab. Die Fachschule für Motopädie, an der seit einigen Jahren erfolgreich geprüfte Motopädinnen ausgebildet wurden, müsse am 17. August 2007 wegen der fehlenden Anerkennung durch das Landessozialministerium ihre Tore schließen, so Christiane Ohletz gegenüber Gunter Kaufmann.
Die Haltung des Landessozialministeriums sei bundesweit auf Unverständnis bei den Berufsverbänden gestoßen, zumal doch Empfehlungen zu einer staatlichen Anerkennung gerade dieser Schule von den Fachleuten ausgesprochen wurde und die Rückmeldungen aus der Praxis durchgängig positiv waren, machte Christiane Ohletz deutlich. Qualität und Inhalt der Ausbildung könnten ebenfalls nicht die Gründe für das Versagen der Anerkennung sein. Das Landessozialministerium verneint ohne Begründung ein staatliches Interesse an der Motopädieschule, empörte sich Stefanie Stampe, eine Absolventin der Bühler Fachschule.
Gunter Kaufmann konnte bestätigen, dass es in der Vergangenheit gelungen sei, in der Trägerschaft des IB (Internationaler Bund) ein vielfältiges Angebot für die Aus- und Weiterbildung auf den Weg zu bringen, das eine gute Akzeptanz hatte. Die Erzieherinnen hätten die nicht unerheblichen Kosten für den Unterricht bislang privat getragen. Ohne eine staatliche Anerkennung sei dies aber auf Dauer nicht mehr zu praktizieren, so der SPD-Parlamentarier. Er wolle sich daher ebenfalls an das Landessozialministerium wenden, um Wege zu suchen, die Motopädieausbildung in Bühl zu erhalten. Die Situation solle zudem am 01. August 2007 mit einem Pressegespräch vor Ort einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden.