Pressemitteilung vom 23. April 2009
SPD-Landtagsabgeordneter zum Thema „Qualifizierung statt Arbeitslosigkeit“ im Landtag
Die CDU-/FDP-Landesregierung muss mehr für die Weiterqualifizierung der von Arbeitslosigkeit bedrohten bzw. sich bereits in Kurzarbeit befindlichen Beschäftigten tun. Diese Forderung erhob der SPD-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, in seiner Rede in der donnerstäglichen Sitzung des Landtags. Anlass der Rede war eine unter dem Titel „Qualifizierung statt Arbeitslosigkeit – Wann handelt die Landesregierung?“ von der SPD-Landtagsfraktion beantragte aktuelle Debatte.
Anstatt wie „Vogel Strauss den Kopf in den Sand zu stecken“, müsse sich das Land anders als bisher verantwortlich fühlen und besonderes Augenmerk auf die Aus- und Fortbildung junger Beschäftigter legen, so der SPD-Parlamentarier. So könnten gerade die einjährigen Berufskollegs, Technikerschulen und Berufsoberschulen in der jetzigen Situation Einrichtungen sein, in denen sich junge Menschen weiterqualifizieren können. Anstatt z.B. aber den Ausbau der Fachschulen für Technik an den Automobilstandorten im Land zu forcieren, schiebe das Land die Verantwortung für die Weiterqualifizierung auf die Arbeitsagentur für Arbeit ab.
Ein Schwerpunkt seiner Anstrengungen müsse das Land zudem auf die personelle, räumliche und finanzielle Ausstattung der beruflichen Schulen legen. Dort seien die Kapazitäten nicht ausreichend, um bedarfsgerecht aus- und weiterbilden zu können. Nach dem Willen der SPD müsse daher die Zahl der Klassen und der Lehrkräfte an den beruflichen Schulen aufgestockt werden und diese zu Kompetenzzentren aufgewertet werden.
Unter dem Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“ könne es sich ein ressourcenschwaches Land wie Baden-Württemberg gerade in der jetzigen Krise nicht erlauben, Schülerinnen und Schüler im Regen stehen zu lassen, macht Gunter Kaufmann, der zugleich auch Sprecher für berufliche Bildung der SPD-Landtagsfraktion ist, deutlich. Dabei verwies er darauf, dass von den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Bewerbern für einen Ausbildungsplatz nur knapp die Hälfte überhaupt eine Lehrstelle bekäme.
Die CDU/FDP-Landesregierung vergäbe zudem die Spielräume für die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen junger Menschen, die sich aus dem seit 2005 geltenden Berufsbildungsgesetzes eröffnen. So hätte Baden-Württemberg die Möglichkeit, Zeiten einer schulischen beruflichen Ausbildung auf die duale Ausbildung anrechnen zu lassen. Des Weiteren erlaube das Gesetz, die Zulassung von Absolventen von Bildungsgängen berufsbildender Schulen zur Kammerprüfung.
Mit diesen Maßnahmen würden die Ausbildungsleistungen der beruflichen Schulen endlich in die Berufsausbildung eingebracht sowie die Kapazitäten der dualen und schulischen Ausbildungsgänge besser genutzt, so Gunter Kaufmann abschließend.