Pressemitteilung vom 04. Dezember 2008
SPD-Landtagsabgeordneter bringt Konsequenzen durch doppelten Mittlere Reife-Jahrgang an den Gymnasien im Landtag vor
Nach den bisherigen Regelungen dürfen an Eingangsklassen von beruflichen Schulen maximal 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler aus allgemeinbildenden Gymnasien kommen. Die restlichen 85 Prozent sind Realschülerinnen und Realschüler, die nach der Mittleren Reife auf die beruflichen Gymnasien wechseln.
Nach Ansicht des SPD-Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Rastatt und Sprecher für berufliche Bildung der SPD-Landtagsfraktion, Gunter Kaufmann, wird diese Form des Auswahlverfahrens die beruflichen Schulen im nächsten Jahr vor riesige Probleme stellen. So wird nämlich die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit von neun auf acht Jahre im nächsten Jahr dafür sorgen, dass zwei Jahrgänge am Gymnasium gemeinsam die Mittelstufe abschließen, so Gunter Kaufmann. Entweder werden diese dann großzügig aufgenommen, und verdrängen somit die Realschulabsolventen oder es bleibt bei der Deckelung von 15 Prozent der Schulplätze an beruflichen Gymnasien für Bewerber aus Gymnasien. Dann bleiben zwar die Chancen für die Realschülerinnen und Realschüler bestehen, aber viele Gymnasiasten hätten keine Chance mehr, macht der SPD-Landtagsabgeordnete das Dilemma deutlich.
Deshalb will Gunter Kaufmann zusätzliche Deputate an den beruflichen Gymnasien für neue Eingangsklassen in die Oberstufe. Die Landesregierung verweigere jedoch auch in der Fragestunde des Parlaments eine konkrete Aussage, ob sie zusätzliche Ressource zur Verfügung stelle und ignoriert damit nach Ansicht des SPD-Parlamentariers den bevorstehenden Schülerzuwachs.
Gunter Kaufmann nahm die Sitzung des baden-württembergischen Landtags in dieser Woche zum Anlass, die Thematik aufzugreifen. Er wollte konkret von der Landesregierung wissen, ob sie beabsichtigt, „das Auswahlverfahren für die Aufnahme in berufliche Gymnasien für die Schülerinnen und Schüler aus dem allgemein bildenden Gymnasium angesichts des anstehenden doppelten Mittlere Reife-Jahrgangs zu verändern“.
Gunter Kaufmann bedauert, dass der Staatssekretär im Kultusministerium, Georg Wacker (CDU), dazu keine konkrete Aussage treffe. Dass das Kultusministerium behauptet, das bisherige Auswahlverfahren habe sich in der Vergangenheit bewährt und werde sich in Zukunft auch bewähren, muss den Schülerinnen und Schülern, die im nächsten Jahr auf berufliche Gymnasien wechseln wollen, wie Hohn in den Ohren klingen, kritisiert Gunter Kaufmann. Selbst das Kultusministerium habe in einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage von ihm einräumen müssen, „dass wegen der zu erwartenden hohen Bewerberzahl die Nachfrage nach Schulplätzen an beruflichen Gymnasien das bestehende Angebot übersteigen wird.“