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MdL Gunter Kaufmann (SPD) erwartet im nächsten Jahr Ansturm auf berufliche Gymnasien

Veröffentlicht am 14.11.2008 in Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 14. November 2008

SPD-Landtagsabgeordneter verweist auf Folgen durch doppelten Mittlere Reife-Jahrgang an Gymnasien

Das von der Landesregierung eingeführte achtjährige Gymnasium (G8) stellt nicht nur die Gymnasien und ihre Schüler vor Probleme und führt 2012 zu einem doppelten Abiturjahrgang, sondern hat bereits im nächsten Jahr Auswirkungen auf die beruflichen Gymnasien, die Berufskollegs sowie die Nachfrage nach Lehrstellen. Auf diese Problematik hatten auch die Schulleiter der beruflichen Gymnasien aus Mittelbaden in einem Abgeordnetengespräch hingewiesen. "Ich werde diese Problematik in Stuttgart zur Sprache bringen", erklärte Gunter Kaufmann in diesem Zusammenhang und verwies auf seinen Antrag, der demnächst im Schulausschuss erörtert wird.

Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit von neun auf acht Jahre wird im nächsten Jahr dafür sorgen, dass zwei Jahrgänge an den Gymnasium gemeinsam die Mittelstufe abschließen, so der SPD-Parlamentarier. Auf diesen Umstand ist das Land nach seiner Meinung überhaupt nicht vorbereitet.

Viele Eltern und Schüler sehen sich in ihren Befürchtungen der großen Belastung durch G 8 bestätigt und werden nach der Mittelstufe das G 8 verlassen und auf berufliche Gymnasien oder in eine duale Ausbildung wechseln, ist sich Gunter Kaufmann sicher, der zugleich auch Sprecher für berufliche Bildung der SPD-Landtagsfraktion ist. Das wird, laut Zahlen des Berufsschullehrerverbandes, dazu führen, dass mit 6000 bis 7000 Bewerbern in 2009, etwa 2000 bis 3000 mehr Schüler auf die beruflichen Gymnasien wollen.

"Diese Einschätzung wird auch von den Verantwortlichen an den beruflichen Schulen in der gesamten Region Mittelbadens geteilt," betonte Gunter Kaufmann nach entsprechenden Gesprächen. Der SPD-Parlamentarier fordert die Landesregierung daher auf, zu erklären, ob sie die Forderung des Berufsschullehrerverbandes teilt und sich wie auch die Sozialdemokraten für zusätzliche Eingangsklassen an den beruflichen Schulen einsetzt, um den Ansturm zu meistern. Darüber hinaus möchte er wissen, ob die Landesregierung auch mit einem erhöhten Lehrer- und Raumbedarf an beruflichen Schulen rechnet und wenn ja, welche Maßnahmen sie hierfür bereits ergriffen hat bzw. ergreifen wird.

Da die Zahl der Plätze für Gymnasiasten an beruflichen Schulen zur Zeit auf 15 Prozent begrenzt ist, werden viele der von den Gymnasien abgehenden Schüler auch auf den Ausbildungsmarkt und die Berufskollegs drängen, ist sich der SPD-Parlamentarier sicher. Konsequenz wird sein, dass diese in Konkurrenz mit Haupt- und Realschülern um Ausbildungsplätze treten werden und diese notfalls verdrängen.

"Es zeigt sich hier wieder einmal, wie überhastet die Landesregierung das G8 eingeführt habe, ohne die gesamten Probleme, was das für die Universitäten, die beruflichen Schulen und den Ausbildungsmarkt bedeutet, überblickt zu haben", erklärte Gunter Kaufmann abschließend.

Homepage Gunter Kaufmann

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