Pressemitteilung vom 22. Juni 2009
Eine zusätzliche Lehrerstelle an Gaggenauer Schule ab nächstem Schuljahr / Kritik des SPD-Landtagsabgeordneten an Lehrerversorgung und Unterrichtsausfall an beruflichen Schulen
Mit Genugtuung hat der SPD-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, dieser Tage die Nachricht zur Kenntnis genommen, dass vom Regierungspräsidium Karlsruhe als verantwortliche Schulbehörde eine zusätzliche Lehrerstelle an der Gaggenauer Carl-Benz-Schule ab dem kommenden Schuljahr 2009/2010 genehmigt wurde. „Damit ist mein monatelanger Einsatz von Erfolg gekrönt“, erklärt der Parlamentarier. In mehreren schriftlichen Anträgen im Landtag und Briefen an die zuständigen Behörden hatte er sich in den letzten Wochen für eine bessere Unterrichtsversorgung an der Carl-Benz-Schule eingesetzt.
Es bleibt jedoch festzustellen, dass die Landesregierung seit Jahren die beruflichen Schulen benachteiligt. Erst vor wenigen Wochen musste die Landesregierung in der Antwort auf eine Anfrage der SPD zugeben, dass an den beruflichen Schulen von vornherein 4,7 Prozent des Pflichtunterrichts ausfallen und der Regierungsbezirk Karlsruhe nach der Statistik mit einem strukturellen Unterrichtsausfall von über 6 Prozent die Spitze einnimmt. Hinzu sei an der Carl-Benz-Schule gekommen, dass altersbedingte Ausscheiden von Lehrerkollegen in den letzten Jahren nicht vollkommen ersetzt wurden. Es sei daher erfreulich, dass der Druck der SPD und der Gegenwind vor Ort in Stuttgart Wirkung gezeigt habe und die Carl-Benz-Schule mit einer weiteren Lehrerstelle rechnen könne, so Gunter Kaufmann. Davon, dass die zusätzliche Lehrerstelle sinnvoll und notwendig ist, habe er sich auch bei Vor-Ort-Terminen an der Carl-Benz-Schulen in den letzten Monaten überzeigen.
Mit einem lachenden und weinenden Auge sieht Gunter Kaufmann, der Sprecher für berufliche Bildung der SPD-Landtagsfraktion ist, die Situation an der Anne-Frank-Schule. Dessen Antrag auf Einrichtung eines sozialwissenschaftlichen Gymnasiums wurde vor einigen Wochen vom Land stattgegeben. Diese Tatsache, die verbunden ist mit der Einführung einer zusätzlichen Eingangsklasse, ist an sich positiv, freut sich der SPD-Parlamentarier. Nicht hinnehmbar sei allerdings, dass hierfür keine zusätzlichen Lehrerstellen vom Land bereit gestellt werden. Vielmehr müssen die notwendigen Lehrkräfte von den beruflichen Schulen aus anderen Bereichen der Schulen abgezogen werden.
„Das Land kann sich nicht auf der einen Seite presse-öffentlich für das neue schulische Angebot abfeiern lassen, aber auf der anderen Seite aber in einer Art Fußnote darauf hinweisen, dass die Schulen selbst schauen müssen, wo dafür an anderer Stelle gestrichen werden muss“, kritisiert Gunter Kaufmann. Beschönigend bezeichne das Land diese Streichung als „Substitution“.