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Mannheimer Morgen: Weiter für Bewerbung

Veröffentlicht am 13.08.2012 in Presseecho

Kulturhauptstadt: Grüne und SPD reagieren auf CDU und ML
Weiter für Bewerbung

Mit Unverständnis haben SPD und Grüne auf den Vorstoß der CDU und der Mannheimer Liste (ML) reagiert, die sich von der Kulturhauptstadt-Bewerbung zurückziehen wollten.

"Ich würde jetzt nicht so schnell zurückziehen, sondern das aufrechterhalten, zunächst mal weiterverfolgen und versuchen, Synergieeffekte zu erzielen", meinte SPD-Stadträtin Helen Heberer.

Die Europäische Kommission in Brüssel hatte entschieden, dass Deutschland erst wieder im Jahr 2025 berechtigt ist, eine Europäische Kulturhauptstadt zu benennen - bislang war man von 2020 ausgegangen, wofür sich Mannheim bewerben wollte (wir berichteten). 2023 die Bundesgartenschau und 2025 Kulturhauptstadt würde Mannheim nach Ansicht der CDU aber finanziell und organisatorisch überfordern. CDU wie ML wollten der Bundesgartenschau den Vorzug geben und Kosten beim Kulturhauptstadt-Büro einsparen.
"Mehr als Dahlienbeete"

Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier hielt der CDU jetzt entgegen, dass sie einst selbst den Antrag gestellt hätte, sich als Kulturhauptstadt zu bewerben. Die Grünen indes hätten stets auf die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Jahreszahl 2020 hingewiesen, so Fontagnier. "Lieber 2023 zur BuGa ein paar Tausend Dahlien pflanzen als nachhaltig Kultur in der Stadt verankern", wirft er nun CDU und ML vor. "Die Bedenken der Bürger könnten leicht zerstreut werden, wenn man die Entwicklung nachhaltiger Kulturpolitik als eine Aufgabe der Entwicklung einer modernen Stadtgesellschaft verstehen würde und nicht als Event. Grünzüge und renaturierte Stadtzonen sind mehr als Dahlienbeete 2023, und eine Kulturhauptstadt ist mehr als eine neue Kunsthalle und fröhliches Halligalli 2025."

Auch SPD-Stadträtin Heberer plädierte dafür, "die Zeit, die wir jetzt durch die Verschiebung gewonnen haben, für einen Stadtentwicklungsprozess zu nutzen". pwr

© Mannheimer Morgen, Samstag, 28.07.2012

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