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Mannheimer Morgen: Hetzparolen verhallen ungehört

Veröffentlicht am 13.08.2012 in Presseecho

Protest: Aktionsbündnis „Mannheim gegen Rechts“ lärmt erfolgreich gegen einen NPD-Auftritt in Neckarau an

Hetzparolen verhallen ungehört

Sie haben es einmal mehr versucht - und mussten doch erneut erkennen, dass Mannheim keinen Nährboden für ihre Ideen bietet: Die rechtsradikale NPD scheiterte wieder einmal mit ihrem Vorhaben, ihre fremdenfeindlichen Hetzparolen in Neckarau zu verbreiten, an einer massiven Wand aus Lärm. Mit Tröten, Trillern und Trompeten kämpften rund 150 Gegendemonstranten unter den Fahnen des Aktionsbündnisses "Mannheim gegen Rechts" erfolgreich gegen Propaganda-Reden und Gesänge der 13 NPD-ler an, die sich am Samstagvormittag kurz nach 11 Uhr vor einem mit den üblichen Parolen beklebten Kleintransporter auf dem Platz vor dem Seilwolff-Center gruppiert hatten. Nach einer starken Stunde war der Spuk vorbei - die gut 120 Polizeibeamten, die den Auftritt umstellt hatten, mussten nicht einmal eingreifen.

Kurz nach 10 Uhr, der Neckarauer Marktplatz: Schwüle Hitze liegt tonnenschwer über dem Pflaster, mitten im geschäftigen Treiben eines Samstagvormittags formiert sich trotzdem die Gegendemo. Die Menschen stehen zusammen, man schwört sich ein auf das, was da kommen wird. "Wir wollen akustisch zum Ausdruck bringen, dass Nazis an keinem Tag hier in der Stadt willkommen sind", ruft Mathias Kohler vom Aktionsbündnis "Mannheim gegen Rechts" ins Handmikro und erinnert an den 1. Mai, als die NPD hier zuletzt nach einer machtvollen Gegendemonstration unverrichteter Dinge abziehen musste. Beifall brandet auf, er gilt auch der Polit-Prominenz, die sich in den Zug Richtung Seilwolff einreiht: Die Landtagsabgeordneten Helen Heberer (SPD) und Wolfgang Raufelder (Grüne) sind dabei, Bürgermeister Lothar Quast, die Stadträte Gerhard Fontagnier und Dirk Grunert (Grüne), Gabriele Katzmarek und Marianne Bade (SPD), die sogar an ihrem Geburtstag zeigt, wo sie steht: den Rechtsradikalen frontal gegenüber.

Als die kurz nach 11 Uhr anrücken, bricht infernalischer Lärm aus Trillerpfeifen, Vuvuzela-Tröten, Sirenen, Autohupen und Rätschen los, die Menschen auf dem Platz skandieren "Haut ab" und "Nazis raus", ein ohrenbetäubender Radau, in dem die Parolen von Rechtsaußen untergehen. Es bleibt laut, aber friedlich, die Polizisten müssen nicht eingreifen - nur schwitzen in ihren dicken Einsatz-Monturen. Um kurz nach halb eins ziehen die NPD-ler wieder ab. Ein Dienst-Pferd der Reiterstaffel lässt etwas hinter sich fallen - das war's. rhs

© Mannheimer Morgen, Montag, 30.07.2012

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