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Mannheimer Morgen: Stadt sucht Träger für eine Europäische Schule

Veröffentlicht am 21.08.2012 in Presseecho

Konversion: Verwaltung und Wirtschaft planen Bildungseinrichtung auf frei werdenden Flächen
Stadt sucht Träger für eine Europäische Schule

Von unserem Redaktionsmitglied

Fabian Busch

Mannheim spricht, diskutiert, streitet über die Konversion. Zwischen den Vorschlägen zu Seen, Wohngebäuden und Gewerbegebieten spielt ein Thema dabei bisher eine untergeordnete Rolle: die Ansiedlung von Schulen. Das aber könnte sich bald ändern. Die Stadt und verschiedene Unternehmen arbeiten an der Idee, eine Europäische Schule auf einer der frei werdenden US-Flächen ins Leben zu rufen. Wer für diese Schule die Trägerschaft übernehmen könnte, ist allerdings noch ungewiss.

"Die Hauptinitiative muss von den Unternehmen kommen", sagt der städtische Konversionsbeauftragte Konrad Hummel. Er betont, dass er sich das Thema auf die Fahnen geschrieben habe, weil in der Wirtschaft Interesse daran geäußert worden sei. An den Beratungen haben bisher neben der Zukunftslotsin Yvette Bödecker als Vertreterin der Bürgerschaft auch Mitarbeiter von Bilfinger, Bombardier, Daimler und der Rechtsanwaltskanzlei Rittershaus sowie m:con-Geschäftsführer Michael Maugé teilgenommen. Die Stadt setzt nun darauf, dass mehrere Unternehmen einen Trägerverein gründen.

Auswärtiges Amt entscheidet

Gespräche hatte Hummel auch schon mit den Betreibern der "Heidelberg International School" geführt. Allerdings blieb es bei Gesprächen - eine Absichtserklärung, auf ein Konversionsgelände zu ziehen, kam daraufhin von der Heidelberger Privatschule nicht. Für Hummel ist das Modell einer Europaschule aber ohnehin interessanter, denn diese unterrichtet nicht nur auf Englisch, sondern jedes Kind in seiner Muttersprache. Zudem darf sie als gemeinnützige GmbH nicht gewinnorientiert arbeiten (siehe Infobox).

Das ist allerdings auch die Schwierigkeit: Eine Europäische Schule kann nur mit Zustimmung des Auswärtigen Amts eingerichtet werden. Parallel dazu ist aber auch eine Genehmigung der Landesregierung nötig. "Irgendjemand muss der Antragsteller sein", sagt Hummel, räumt aber gleichzeitig ein: "Die Trägerschaft und der Betrieb einer Schule sind auch für große Unternehmen eher fremde Themen."

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer will das Projekt voranbringen: "Wir haben ein sehr breites und gutes Schulangebot in Mannheim, aber ein solches Angebot fehlt und würde den Schulstandort enorm aufwerten. Und für manche Fachkräfte, die man hier braucht, wäre es ein weiterer Entscheidungsfaktor, wenn wir hier eine solche Schule anbieten könnten", erklärt die Politikerin.

Das Angebot einer Europäischen Schule könnte sich unter anderem an die Mitarbeiter der großen Unternehmen in der Region richten, vor allem an ausländische Fachkräfte, die ihre Kinder gerne in ihrer Muttersprache unterrichten lassen wollen. "Das Schulangebot hier ist gut bis sehr gut. Aber es bietet noch nicht die große kulturelle Vielfalt Europas", sagt der Franzose Gilles Roux, Abteilungsleiter beim Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger.

Roux gehört zu den entschiedensten Verfechtern einer Europäischen Schule in der Region. Sein Engagement ist allerdings privater Natur. Ob sich Bilfinger oder andere große Unternehmen auch finanziell oder in einem Trägerverein engagieren werden, ist noch nicht klar. Der Konversionsbeauftragte Konrad Hummel hofft jedoch weiterhin, dass eine Trägerstruktur möglichst schnell geschaffen werden kann - so dass die nötigen Anträge für die Schule womöglich schon im kommenden Jahr eingereicht werden können.

Das Vorbild für eine solche Schule steht im hessischen Bad Vilbel: Die Europäische Schule Rhein-Main nimmt im kommenden Schuljahr den Betrieb auf und ist die erste Einrichtung dieser Art, die nicht direkt von den EU-Staaten gegründet wurde, sondern auf privatem Engagement beruht. Der dortige Schulleiter hat sich und sein Haus schon in Mannheim vorgestellt.

Und Gilles Roux ist überzeugt, dass eine Schule dieser Art auch die Metropolregion enorm aufwerten würde. "Die Resonanz in vielen Unternehmen ist groß", sagt er.

© Mannheimer Morgen, Montag, 20.08.2012

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