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Mannheimer Morgen: Mannheim muss mehr zahlen

Veröffentlicht am 09.01.2013 in Presseecho

Popakademie: Finanzierung für die nächsten fünf Jahre gesichert / Auch das Land erhöht seinen Beitrag deutlich

Mannheim muss mehr zahlen

Von unserem Redaktionsmitglied Timo Schmidhuber

Das Land zahlt künftig deutlich mehr, aber auch die Stadt Mannheim erhöht ihren Beitrag zum jährlichen Etat - auf diese Weise wollen die beiden großen Popakademie-Gesellschafter den Lehrbetrieb an ihrer Hochschule auch in den nächsten fünf Jahren sicherstellen. Das geht aus einer Vorlage hervor, der der Gemeinderat kürzlich in nicht-öffentlicher Sitzung zugestimmt hat.

Demnach steuert die Stadt bis 2017 pro Jahr 690 000 Euro zum Etat der Popakademie bei - 90 000 Euro mehr als 2012. Auch das Land wird sich - wie von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) bereits angekündigt - mit einem Zuschuss von rund 2,1 Millionen Euro deutlich stärker engagieren als bisher. 2012 waren aus Stuttgart rund 1,5 Millionen Euro gekommen.

Von den beiden anderen Popakademie-Gesellschaftern - dem Südwestrundfunk und der Landesanstalt für Kommunikation - gibt es in den nächsten fünf Jahren jeweils 220 000 beziehungsweise 200 000 Euro. Der Rest des Popakademie-Jahresetats - im vergangenen Jahr rund 4,25 Millionen Euro - stammt aus projektbezogenen Zuwendungen, etwa von Sponsoren.

Die bisherige Finanzierungs-Regelung der Gesellschafter lief Ende 2012 aus. Die neue hatte zum einen den steigenden Etat der Hochschule zu berücksichtigen - neben ihren beiden Bachelor-Studiengängen hat die Popakademie 2011 zwei neue Master-Studiengänge eingeführt.
"Auf längere Sicht raus"

Zum anderen hatten zwei Gesellschafter der ersten Stunde ihre Beteiligung aufgegeben: Universal Music war Ende 2011 ausgestiegen. Ein Jahr später beendete dann auch eine Gruppe von Mannheimer Unternehmen - unter ihnen Roche Diagnostics, Fuchs Petrolub und die Dr. Haas GmbH - ihr Engagement, das als "Anschubfinanzierung" verstanden war. Die Unternehmensgruppe hatte zuletzt jährlich 180 000 Euro zum Etat beigesteuert - die Hälfte davon übernimmt künftig die Stadt. Dies sei, so heißt es in der Gemeinderatsvorlage, "Grundlage" gewesen "für eine Verständigung" mit dem Land über eine künftige Finanzierung. Die Popakademie-Geschäftsführung habe aber den Auftrag, diese 90 000 Euro möglichst von privater Seite einzuwerben.

Im Rathaus ist man mit der neuen Finanzierungs-Regelung zufrieden. "So kann der kontinuierlich ausgebaute Ausbildungsbetrieb der Popakademie dauerhaft gesichert werden", erklärt Kulturbürgermeister Michael Grötsch (CDU). Auch die Landtagsabgeordnete Helen Heberer (SPD) ist froh. Das zusätzliche Geld aus Stuttgart behebe "eine drohende Schieflage, die durch das Auslaufen privater Anschubfinanzierungen zu befürchten war".

Bei ihrer Gründung vor zehn Jahren war die Popakademie als Gemeinschaftsprojekt von Land und Stadt projektiert - nach dem erfolgreichen Start ist inzwischen aber immer wieder die Forderung zu hören, das Land solle die Hochschule jetzt komplett finanzieren, weil Hochschulen nun mal Ländersache seien. Auch in der Vorlage ist das zumindest angedeutet: Eine "Fortsetzung der paritätischen Anschubfinanzierung" sei der Stadt "bei einem steigenden Finanzbedarf" nicht möglich, heißt es darin. Der eine oder andere Stadtrat wird im Hintergrundgespräch deutlicher. "Auf längere Sicht muss die Stadt aus der Finanzierung raus", ist da zu hören.

Das Wissenschaftsministerium weist darauf hin, dass die Popakademie rechtlich gesehen keine Hochschule, sondern eben eine Akademie sei. Und da gehöre der kommunale Beitrag durchaus dazu. Die Zahl solcher Akademien im Land ist allerdings überschaubar. Außer der Popakademie gibt es in Baden-Württemberg laut Ministerium nur die Akademie für darstellende Kunst sowie die Filmakademie. Beide sitzen in Ludwigsburg.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 08.01.2013

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