Zufallsfoto

Mannheimer Morgen: Erleichterung, Bedauern und Pragmatismus

Veröffentlicht am 09.01.2013 in Presseecho

Kultusministerin: Wie Mannheim auf den Rücktritt reagiert

Erleichterung, Bedauern und Pragmatismus

Von unserem Redaktionsmitglied Fabian Busch

Es hatten sich einige verwundert die Augen gerieben, damals im April 2011. Bevor die damalige Mannheimer Bildungsbürgermeisterin Gabriele Warminski-Leitheußer ins Kultusministerium wechselte, hatte sie sich aus Sicht vieler als Dezernentin nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Sie könne gut mit den Leuten umgehen, habe aber viel zu wenig umgesetzt - so lautete seinerzeit kurzgefasst die Kritik. So umstritten die SPD-Politikerin schon in ihrer Mannheimer Zeit war, so gemischt fielen gestern in der Quadratestadt auch die Reaktionen auf ihren Rücktritt als Ministerin aus.

"Es war eine Riesenaufgabe", sagt der Mannheimer SPD-Vorsitzende Wolfgang Katzmarek. Schließlich habe die Unzufriedenheit mit der schwarz-gelben Bildungspolitik mit zum Regierungswechsel beigetragen. "Meiner Meinung nach hat sie diese Ausgabe gut bewältigt", so Katzmarek, "ich habe nie zu ihren Kritikern gehört, ich habe sie immer unterstützt." Die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer richtet ihren Blick nach vorn: "Dieses Amt erfordert immer den vollen Einsatz. Da muss man Kraft und Zeit investieren. Ich bin sicher, dass mit einer Neubesetzung des Ministerpostens die Reformvorhaben der Landesregierung kraftvoll umgesetzt werden."

Vorschusslorbeeren für den Nachfolger gibt es vom Landtagsabgeordneten Stefan Fulst-Blei. Der Mannheimer war selbst für den ebenfalls freiwerdenden Posten des Staatssekretärs im Kultusministerium im Gespräch. Er sei nicht enttäuscht, dass es damit nichts wird, sagt er am Montag. Im neuen Minister Andreas Stoch sieht er "einen der fähigsten Kopf der Fraktion".

"Verlieren Mannheimer Stimme"

Doch es bleibt dabei: Die zweitgrößte Stadt des Landes wird mit dem Rücktritt der Ministerin nicht mehr in der Landesregierung vertreten sein. "Wir bedauern, dass wir eine Mannheimer Stimme auf der Ministerbank verlieren", teilt Oberbürgermeister Peter Kurz mit, der die Genossin einst nach Mannheim geholt hatte. "Wir gehen davon aus, dass ihr Nachfolger die großen bildungspolitischen Herausforderungen unserer Stadt ebenso im Blick hat", so Kurz.

Und in den Schulen? Dort reagiert man eher pragmatisch. "Da wird sich nicht viel ändern, wir müssen hier unsere Arbeit machen", meint etwa Karl-Heinz Ziegler, Rektor der Konrad-Duden-Realschule und geschäftsführender Schulleiter der Real- und Werkrealschulen: "Die grün-rote Bildungspolitik wird jetzt sicher die gleiche bleiben, aber vielleicht wird sie jetzt besser kommuniziert." Dr. Ingo Leichert, geschäftsführender Schulleiter der Gymnasien, äußert die Hoffnung, dass in Zukunft öfter "klare Linien" zur Umsetzung von Beschlüssen aus dem Ministerium kommen.

Der politische Gegner sieht sich in seiner heftigen Kritik an der Ministerin bestätigt. Man sei "erleichtert" über diesen Rücktritt, teilt die Junge Union mit. CDU-Fraktionschef Carsten Südmersen sagt, dies sei die "logische Konsequenz aus dem Bildungschaos, das die Ministerin angerichtet hat". Und die FDP mahnt, es dürfe nicht nur beim Wechsel der Köpfe bleiben.

Doch Warminski-Leitheußer hatte in Mannheim auch entschiedene Anhänger. Matthias Mackert, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats der Mannheimer Schulen, nennt ihren Rücktritt "tragisch". Gerade bei Elternvertretern war "GWL", so die Abkürzung ihres langen Namens, beliebt. Weil sie anders agierte, als es ihr später als Ministerin immer vorgeworfen wurde. Die Eltern fühlten sich von ihr besser wahrgenommen als vor und nach ihrer Bürgermeister-Amtszeit. "Sie war immer offen und transparent", erklärt Mackert, "und sie hat die Leute einbezogen".

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 08.01.2013

Homepage Helen Heberer | Politik muss menschlich sein.

Termine Gengenbach

05.07.2026, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
öffentlich
Fairtrade Gengenbach: Ernteschätzspaziergang auf den Streuobstwiesen
Gengenbach „Römerbad“ am Ziegelwaldsee

Alle Termine

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de