Zufallsfoto

Mannheimer Morgen: Hoffen auf ein Stück vom Kuchen

Veröffentlicht am 19.01.2010 in Presseecho

Landespolitik: Mannheimer Abgeordnete wollen darüber wachen, dass ihre Stadt bei den Etatberatungen nicht vergessen wird

Hoffen auf ein Stück vom Kuchen
Von unserem Redaktionsmitglied Timo Schmidhuber

Die einen sitzen in Sinsheim, die anderen in Emmendingen, aber alle machen sich Gedanken darüber, wie das wenige Geld am besten verteilt wird - und wie der Doppelhaushalt 2010/2011 für Baden-Württemberg aussehen soll. Die CDU-Landtagsfraktion debattiert von heute an drei Tage lang im Kraichgau, die SPD zur gleichen Zeit in Südbaden. Bei beiden Klausurtagungen wollen die Mannheimer Landtagsabgeordneten darüber wachen, dass ihre Stadt in Stuttgart nicht vergessen wird.

CDU-Mann Klaus Dieter Reichardt hat schon einige "Mannheimer Punkte" auf seiner Liste. Ganz oben steht die schon seit Jahren geforderte Sanierung des Mannheimer Polizeipräsidiums samt dem geplanten Neubau neben dem alten Gebäude. Kurz vor Weihnachten war Reichardt wieder in L 6 zu Besuch und konnte sich über die oft beklagten Zustände ein Bild machen. Ebenfalls auf der Liste des Abgeordneten: der Bau der Neckar-Brücke zwischen Seckenheim und Ladenburg als Teil der Landesstraße 597. Außerdem verlangt er vom Land, dass es Geld für die nächste Stufe der Aufwertung des Schlosses einplant. Reichardt hat hier vor allem die Umgebung des Barockensembles im Blick, etwa die Gestaltung der Bismarckstraße. Für den CDU-Politiker stehen jetzt intensive Wochen an. Ab 20. Januar wird der Doppelhaushalt im Finanzausschuss beraten, in dem der Seckenheimer stellvertretender Sprecher seiner Fraktion ist. Anfang Februar soll der Etat im Plenum diskutiert und verabschiedet werden.

Klamme Kommunen
Vom Mannheimer Rathaus erwartet Reichardt künftig eine bessere Kommunikation. "Die Stadtspitze sollte mir als Abgeordnetem möglichst früh mitteilen, welche Wünsche sie bei Großprojekten ans Land hat." Er denkt da etwa an die vom Oberbürgermeister ins Spiel gebrachte Neugestaltung des Kaiserrings zwischen Hauptbahnhof und Wasserturm, für die es Landeszuschüsse geben könnte. Dass die Kassen der Kommunen nicht nur unter ausbleibenden Steuereinnahmen, sondern auch unter den Regierungsbeschlüssen aus Berlin leiden, kommentiert Reichardt salomonisch: "Ich kann die Steuer- und Haushaltspolitik des Bundes nicht in allen Facetten prüfen und bewerten, manches erscheint mir nicht zwingend."

Die SPD-Abgeordnete Helen Heberer hat sich für die anstehenden Beratungen ebenfalls einen Katalog mit Forderungen zusammengestellt. Auch sie will, dass sich im Polizeipräsidium endlich was tut. "Das Land muss Sanierung und Erweiterungsbau jetzt endlich in Angriff nehmen", sagt sie, genauso wie die Einführung des Digitalfunks bei der Polizei. Ein weiterer Punkt, der Heberer wichtig ist: Das Land muss sich künftig mehr an der Finanzierung des Nationaltheaters beteiligen. "Es kann nicht sein, dass der Anteil der Stadt hier immer höher wird". Beim Fördersatz von Privatschulen, von denen es in Mannheim vier gibt, will die Abgeordnete dafür kämpfen, dass das Land wieder auf einen 80-Prozent-Anteil aufstockt, und auch die freien Bildungsträger wie der Internationale Bund müssten mehr Geld aus Stuttgart bekommen. Entlasten will Heberer dagegen das Großkraftwerk (GKM): "Der Wasserpfennig für das GKM muss weg", sagt sie. Das Kraftwerk zahle jedes Jahr elf Millionen Euro dafür, dass es Wasser aus dem Rhein nimmt. "In Rheinland-Pfalz gibt es diese Gebühren nicht - das ist ein klarer Wettbewerbsnachteil."

Eine andere wichtige Forderung ihrer Partei soll nicht nur Mannheim, sondern allen Kommunen zugutekommen. "Das Land muss sich in den Bereichen Bildung und Kinderbetreuung stärker einbringen und so die Kommunen entlasten", sagt die Oppositionspolitikerin. Einstieg in den gebührenfreien Kindergarten, mehr Personal für die Ganztagsschulen sowie Geld für Sprachförderung und Schulsozialarbeit sind da die Schlagworte. Finanziert werden soll das alles über eine Streichung in anderen Bereichen - unter anderem will die SPD bestimmte Zuschüsse für die Landwirtschaft abschaffen.

Mannheimer Morgen
12. Januar 2010

Homepage Helen Heberer | Politik muss menschlich sein.

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de