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Landesregierung antwortet auf SPD-Anfrage: 564 Fälle von Partnergewalt in Mannheim im Jahr 2023

Veröffentlicht am 09.01.2025 in Pressemitteilungen

Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Boris Weirauch hat die grün-schwarze Landesregierung nach den neusten Zahlen zu häuslicher Gewalt und Gewalt in Partnerschaften in Mannheim gefragt. Innenminister Thomas Strobl zufolge wurden in 2023 in Mannheim insgesamt 564 Fälle von Partnergewalt registriert. „Das sind im Vergleich zum Vorjahr knapp 10 Prozent weniger Fälle, aber leider alles andere als ein Grund zur Entwarnung“, weiß Weirauch und gibt zu bedenken, dass in den Pandemiejahren ein neuer Höchststand erreicht wurde und das Niveau von 2019 noch nicht wieder erreicht werden konnte.

 

Die Antwort aus dem Innenministerium spricht eine deutliche Sprache: Von den in Mannheim im Jahr 2023 gemeldeten Fällen waren in 84 Prozent der Fälle Frauen die Opfer. Männer waren in 83 Prozent der Fälle die Täter. Über zwei Drittel dieser Taten entfallen auf Körperverletzungen, insbesondere auf vorsätzliche leichte Körperverletzung. Daraus leitet Weirauch klare Forderungen ab: „Es braucht mehr langfristige Präventionsangebote, eine bessere statistische Erfassung der Täterarbeit und gezielte Maßnahmen, um Gewalt in Partnerschaften nachhaltig zu verhindern und Frauen zu schützen.“

 

Vor diesem Hintergrund hält Weirauch es für alarmierend, dass das bewährte Angebot des Vereins Jedermann e. V., der Täterberatung und Anti-Gewalt-Trainings anbot, laut Strobl zum Jahresende 2023 eingestellt wurde. Eine Übergangslösung wurde zwar eingerichtet, aber ein neuer Träger beginnt laut Antwort der Landesregierung erst Mitte 2025 mit dem Aufbau eines neuen Angebots. „Bei solchen wichtigen Themen können wir uns keine Pausen leisten – es braucht etablierte Strukturen, die langfristig arbeiten können,“ fordert Weirauch.

 

Auch die Strafverfolgung von Partnergewalt bleibe laut Weirauch eine Herausforderung: „Es gibt keine spezifische Erfassung der Täterverfolgung und -ahndung, was die Evaluation und gezielte Steuerung entsprechender Maßnahmen erschwert.“ Positiv hervorzuheben sei jedoch das Gefährdungsmanagement häusliche Gewalt, das nach einem Modellversuch unter anderem in Mannheim seit 2021 inzwischen landesweit etabliert wurde. Mit der Einrichtung von Koordinierungsstellen bei allen Polizeipräsidien und dem Einsatz eines wissenschaftlich validierten Risikobewertungsinstruments (ODARA) seien zudem wichtige Schritte unternommen worden, um Hochrisikofälle besser zu managen und Opfer zu schützen.

 

„Häusliche Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem, das uns alle betrifft. Wir müssen als Gesellschaft wachsam sein, denn auch soziale Kontrolle trägt dazu bei, den Opfern zu helfen und Täter zur Verantwortung zu ziehen,“ betont Weirauch, der in 2023 die Stuttgarter Erklärung initiierte, bei der SPD-Abgeordnete aus dem Bund und den Ländern sich klar gegen häusliche Gewalt positionierten und unter anderem härtere Strafen bei Femiziden forderten.

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