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Land investiert 13 Millionen Euro in Forschung zur nachhaltigen und wirtschaftlichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Veröffentlicht am 10.04.2014 in Pressemitteilungen

 Ministerpräsident Kretschmann: Mit wichtiger Grundlagenforschung zur Bioökonomie wollen wir wirtschaftliche Wettbewerbsvorteile schaffen und globale Verantwortung wahrnehmen.

Wissenschaftsministerin Bauer: Strategie Bioökonomie als Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung vernetzt biobasierte Wirtschaft mit unserer starken Forschungslandschaft.

 

Seit 1. Juli 2014 ist Baden-Württemberg einen Schritt weiter auf dem Weg zu einer stärker biobasierten Wirtschaftsweise. Mit dem Start des „Forschungsprogramms Bioökonomie“  unterstützt das Wissenschaftsministerium mit zunächst rund neun Millionen Euro bis 2017 das Ziel, die strategische Position der Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg auf dem Gebiet der Bioökonomie zu verbessern. Gleichzeitig sollen die Entwicklungschancen für die heimische Wirtschaft erweitert werden. Insgesamt stehen für die Landesstrategie Bioökonomie 13 Millionen Euro bis 2019 zur Verfügung. 

„Klimawandel und erhebliche Umweltbelastungen durch den Einsatz fossiler Rohstoffe sind zentrale Herausforderungen unserer Zeit. Die Forschung zur Bioökonomie dient der nachhaltigen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen für die Energieversorgung, neue Industrieprodukte sowie Lebens- und Futtermittel“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag (8. Juli 2014). 

„Unsere Strategie zur Bioökonomie ist ein wesentlicher Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung, mit dem wir die Vernetzung einer biobasierten Wirtschaft mit unserer starken Forschungslandschaft erreichen wollen. Darin liegen große Potenziale für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Baden-Württembergs. Das Forschungsprogramm ist ein Baustein dieser Strategie“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. 

Bei der Auswahl der jetzt geförderten Forschungsvorhaben legten die externen Gutachter großen Wert darauf, dass die Projekte jeweils standortübergreifend und interdisziplinär angelegt sind. Damit werden auch die Aussichten verbessert, erfolgreich Bundes- und EU-Mittel im Bereich der Bioökonomie einzuwerben. „Mit dem Forschungsprogramm Bioökonomie erreichen wir so eine Hebelwirkung der eingesetzten Fördergelder und unterstützen internationale Kooperationen, wie sie bereits mit China und Brasilien angelegt sind“, so Kretschmann und Bauer. Forschung sei immer dann am erfolgreichsten, wenn gut aufgestellte Forschungseinrichtungen mit starken Partnern kooperierten. 

Systemischer Ansatz untersucht Folgen für Umwelt und Gesellschaft
Das Programm basiert auf Empfehlungen, die ein von Wissenschaftsministerin Bauer im Jahr 2012 einberufener Strategiekreis Bioökonomie erarbeitet hat. „Ziel war es, ein Konzept zu entwickeln, von dem der Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg als Ganzes profitiert“, sagte Ministerin Bauer. Es beinhaltet 45 Teilprojekte, womit eine standortübergreifende, interdisziplinäre Betrachtung von Bioökonomiesystemen erreicht wird. 

Beteiligt sind neben den Universitäten Hohenheim, Stuttgart, Freiburg, Heidelberg und Ulm das KIT sowie der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e. V., die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW, das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Vertreten sind Arbeitsgruppen aus den Agrar-, Forst- und Biowissenschaften, den Geowissenschaften, den Technik- und Ingenieurwissenschaften, den Lebens- und Futtermittelwissenschaften, den Ernährungswissenschaften sowie den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und der Ethik. 

Ein Hauptbestandteil des Forschungsprogramms sind drei fächer- und standortübergreifende  Forschungsverbünde:
 

  • Der Forschungsverbund „Nachhaltige und flexible Wertschöpfungsketten für Biogas in Baden-Württemberg“ bündelt die Biogaskompetenzen im Land. Er bildet die gesamte Wertschöpfungskette der Biogasproduktion und ihrer Produktverwendung ab und untersucht insbesondere die Verwertung von Abfallstoffen.
     
  • Der Forschungsverbund „Lignozellulose - Wechsel zu einer alternativen Rohstoffplattform für neue Produkte und Materialien“ zielt auf die ganzheitliche Nutzung holzartiger Biomasse (Holz, Stroh etc.) zur Herstellung chemischer Produkte und Energieträger.
     
  • Der Forschungsverbund „Integrierte Nutzung von Mikroalgen für die Ernährung“ will das Anwendungsspektrum von Mikroalgen für den Lebensmittel- und Futtermittelsektor erweitern. Mikroalgen können pro Fläche bis zu fünfmal mehr Biomasse als klassische Energiepflanzen bilden und benötigen keine wertvolle Ackerfläche. 


Basierend auf den Ergebnissen einer Zwischenevaluation der Projekte im Jahr 2016 soll eine zweite, kleinere Förderrunde aufgelegt werden. Ein weiterer, wesentlicher Baustein des Programms ist das „Kompetenznetz Modellierung der Bioökonomie“. Die Modellierung erlaubt die systematische Berechnung sowie den Vergleich von Folgewirkungen (ökonomisch, ökologisch) der Biomassenutzung in verschiedenen Nutzungspfaden. 

Strukturell begleitend wird zudem ein „Graduiertenprogramm Bioökonomie“ eingerichtet, in dem 40 bis 60 Promovierende betreut und qualifiziert werden. 

Um die Bedeutung des Themas Bioökonomie auch kommunikativ breit und intensiv im Land zu streuen, wird am 29. und 30. Oktober 2014 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart der „1. Bioökonomie Kongress Baden-Württemberg“ stattfinden. Im Rahmen des Kongresses werden die geförderten Projekte vorgestellt, zudem soll das Thema sowohl wissenschaftlich als auch im Hinblick auf das Wirtschaftspotenzial in Baden-Württemberg beleuchtet werden. 

Außerdem sollen jährlich Statusseminare stattfinden, zu denen auch Unternehmen und andere Stakeholder wie Bauern-, Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Vertreter der fachlich betroffenen Landesministerien eingeladen werden sollen. Dadurch sollen die baden-württembergische Wirtschaft und Gesellschaft  über die laufenden Forschungsarbeiten informiert und der kontinuierliche Austausch aller Beteiligten unterstützt werden, so Kretschmann und Bauer.

Pressemitteilung aus dem Staatsministerium vom 8. Juli 2014

Homepage Gabi Rolland MdL

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