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Kritik an Neuordnung der Schulverwaltungsämter

Veröffentlicht am 05.03.2008 in Presse im Wahlkreis

Auf heftige Kritik stößt bei den beiden Mannheimer Abgeordneten Helen Heberer und Dr. Frank Mentrup die Reform der Schulverwaltung, die der Ministerrat am 4. März bekannt gab.

5. März 2008

Nach Informationen des Ministerrats sollen der Rhein-Neckar-Kreis, der Neckar-Odenwald-Kreis, Heidelberg und Mannheim zu einem Schulamtsbezirk zusammengefasst werden – mit Sitz in Heidelberg. Mannheim verlöre sein eigenes Schulverwaltungsamt. Diese Entscheidung stellt aus Sicht der beiden Abgeordneten einen besonderen Affront gegenüber der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs dar.

„Mannheim wäre die einzige kreisfreie Stadt, die nicht Sitz eines Schulverwaltungsamtes wäre, das kann ja wohl nicht sein. Hier wird die zweitgrößte Stadt des Landes bewusst und wider jede Vernunft brüskiert“, empören sich die beide. Sie verweisen auf Aspekte der Schulorganisation und Schulentwicklung in einer Großstadt, die nur durch die ausgewiesenen Kenntnisse der örtlichen Situationen sinnvoll und erfolgreich zu bewältigen seien: “Dazu brauchen wir die Fachleute vor Ort!“

Trotz einer parteiübergreifenden Resolution des Mannheimer Gemeinderats, der sich für den Erhalt des Amtes in Mannheim einsetzte, schließt die Landtagsabgeordnete Helen Heberer, die gleichzeitig Stadträtin und SPD-Kreisvorsitzende in Mannheim ist, nicht aus, dass hier auch parteipolitische Aspekte eine Rolle spielen könnten. Dass das Engagement des gesamten Gemeinderates gerade durch den CDU- Landtags-Fraktionsvorsitzenden Mappus mit der Behauptung des Eingreifens in die laufende Diskussion und dem Vermerk, dass es nicht sein könne, dass Kommunalpolitiker „letztendlich als Sieger aus der Sache hervorgehen“, kommentiert wird, scheint ein deutlicher Hinweis auf diese Vermutung zu sein.

Persönlich enttäuscht ist auch der SPD-Bildungsexperte Frank Mentrup: „Ich bin stinksauer. In persönlichen Gesprächen habe ich in den letzten Wochen dem Kultusminister mehrfach die Situation Mannheims nahe gebracht . Ich hatte den Eindruck, dass nicht nur allein die Größe, sondern auch räumliche Besonderheitern und der Nachweis bisheriger Funktionalität berücksichtigt werden würden – das ist jetzt vom Tisch. Mutwillig wird eine vor Ort verankerte und gut funktionierende Einheit aufgelöst.“

Einen Hoffnungsschimmer sehen die beiden Abgeordneten noch und wollen daran arbeiten: Die vorgesehene Schulverwaltungseinrichtung in Heidelberg hätte mit Mannheim, Heidelberg, dem Rhein-Neckar- und dem Neckar-Odenwald-Kreis den größten Zuständigkeitsbereich im ganzen Land. „Vielleicht könnte diese Behörde auf mehrere Standorte aufgeteilt werden, so dass in Mannheim zwar kein eigenständiges Amt mehr vorhanden wäre, es dennoch als Standort erhalten bliebe“, zeigen sich die Abgeordneten kompromissbereit.

Homepage Dr. Frank Mentrup MdL

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