Zufallsfoto

Grundschulempfehlung: amtliche Zahlen belegen große Unzufriedenheit der Eltern

Veröffentlicht am 14.02.2008 in Pressemitteilungen

MdL Dr. Frank Mentrup: „30 Prozent der Eltern, deren Kind eine Empfehlung für die Haupt- oder Realschule hatte, wünschen sich eine höhere weiterführende Schule“

Bei den Eltern im Land gibt es entgegen allen kultusministeriellen Beschwichtigungsversuchen eine große Unzufriedenheit mit der Grundschulempfehlung. Aus einer Antwort des Kultusministeriums auf eine parlamentarische Initiative der SPD lässt sich entnehmen, dass im Jahr 2007 immerhin 30 Prozent der Eltern, deren Kind nach der vierten Klasse eine Empfehlung für die Haupt- oder Realschule bekommen hatte, damit unzufrieden waren und sich eine höhere weiterführende Schulart wünschten, so der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Dr. Frank Mentrup.

Die Gründe für diese Unzufriedenheit der Eltern ließen sich teilweise an den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien ablesen. So habe die IGLU-Studie belegt, dass sich die Beurteilung in der Grundschule auch stark an sozialen Kriterien orientiere. Die durch die Lehrkräfte ausgesprochene Schullaufbahnpräferenz wird demnach durch die soziale Herkunft der Kinder beeinflusst.

Die SPD fordert deshalb die Landesregierung auf, die bindende Grundschulempfehlung abzuschaffen und den Eltern die Wahl der weiterführenden Schulart für ihr Kind zu überlassen. Hier wisse sich die SPD-Fraktion mit dem Landeselternbeirat einig, sagte Bildungsexperte Dr. Mentrup. Andere Bundesländer machten mit der freien Elternwahl gute Erfahrungen, die auch in Baden-Württemberg genutzt werden müssten.
Dr. Mentrup: „Die SPD will, dass die Eltern nach einem intensiven Beratungsgespräch mit den Lehrkräften selbst entscheiden, auf welche Schule sie ihr Kind nach der vierten Grundschulklasse schicken. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine echte Partnerschaft von Schule und Eltern.“

Statt die Kinder früh einem demotivierenden Druck auszusetzen, müssten sie besser individuell gefördert werden. Dies gelinge am besten, wenn Kinder länger miteinander und voneinander lernten.

Angst vor dem Grundschulabitur – steigende Zahl von Rückstellungen

Nach den Worten von Dr. Mentrup ist die Angst der Eltern vor dem „Grundschulabitur“ und dem damit verbundenen Stress für die Kinder vermutlich auch die Ursache für die steigende Zahl von Rückstellungen von der Einschulung. Diese Zahl habe in den letzten Jahren deutlich zugenommen. So wurden im Schuljahr 2006/07 bereits 9.106 Kinder (8,8 Prozent) der erstmals schulpflichtigen Kinder von der Einschulung zurückgestellt gegenüber 5.630 zurückgestellten Kindern im Schuljahr 2004/05 (5,7 Prozent).

„Möglicherweise sehen die Eltern für ihre Kinder größere Chancen, mit dem in der dritten Grundschulklasse einsetzenden Noten- und Leistungsdruck zurecht zu kommen, wenn diese erst ein Jahr später eingeschult werden.“

Die Landesregierung müsse deshalb die verpflichtende Grundschulempfehlung abschaffen, um den auf den Kindern, Eltern und den Lehrkräften lastenden Druck zu nehmen. Andernfalls würde sie ihre eigenen Bemühungen, das Durchschnittsalter der jungen Menschen bei Schulabschluss bzw. bei Beginn von Ausbildung oder Studium im internationalen Vergleich zu senken, konterkarieren.

Homepage Dr. Frank Mentrup MdL

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de