Zufallsfoto

Gastbeitrag Handelsblatt: Happy Birthday, Mindestlohn

Veröffentlicht am 05.01.2016 in Bundespolitik

In einem am 4. Januar 2016 erschienenen Gastbeitrag für das Handelsblatt gratuliert Katja Mast dem Mindestlohn zu seinem einjährigen Geburtstag und erklärt, warum keines der Horrorszenarien zum Mindestlohn eingetreten ist.

Gastbeitrag Katja Mast, erschienen am 4. Januar 2016 im Handelsblatt

Der Mindestlohn ist ein historischer Meilenstein für die Soziale Marktwirtschaft. Seit 1. Januar 2015 profitieren rund 3,7 Millionen arbeitende Menschen von seiner Einführung - in Ost und West gleichermaßen. Mit 8,50 Euro pro Stunde setzt er eine gesetzliche Lohnuntergrenze und ist ein großer Erfolg, um die Würde der Arbeit zu schützen und Lohndumping zulasten der ehrlichen Arbeitgeber einzudämmen. Denn nach einem Jahr zeigt sich: Keines der Horrorszenarien zum Mindestlohn ist eingetreten.

Vorurteil 1: Durch den Mindestlohn wird es bis zu 1,2 Millionen zusätzliche Arbeitslose geben. Das ist schlicht falsch. Das Hoch auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an. Wir haben die geringste Arbeitslosenquote seit 24 Jahren. Nur die Zahl der Minijobs ging zurück, bei gleichzeitig deutlich höherem Anstieg der voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

Vorurteil 2: Die Zahl der sogenannten Aufstocker bleibt gleich. Fakt ist: Zehntausende Beschäftigte sind nicht mehr gezwungen, ihren Lohn mit Hartz-IV-Leistungen aufzustocken. Bis August gab es rund 50 000 Aufstocker weniger. Das ist gut für die Beschäftigten, für die ehrlichen Arbeitgeber und für die Allgemeinheit. Denn bessere Löhne bedeuten mehr Steuern, mehr Sozialbeiträge und mehr Fairness beim Wettbewerb um Aufträge.

Vorurteil 3: Der Mindestlohn wird der Wirtschaft schaden. Im Gegenteil. Er nutzt ihr: Selten war die Kaufkraft der Deutschen besser als heute. Geringverdiener haben einen Lohnzuwachs von fünf Prozent, der insbesondere dem Konsum zugutekommt.

Vorurteil 4: Der Mindestlohn ist ein unverhältnismäßiger Preistreiber. Auch das hat sich nicht bewahrheitet: Wir können noch Taxi fahren, zum Friseur gehen und morgens beim Bäcker unsere Brötchen kaufen. Die Verbraucherpreise sind durch den Mindestlohn gar nicht oder nur moderat gestiegen.

Ruhig ist es um die Mindestlohnkritiker geworden. Allerdings wird jetzt über eine Absenkung des Mindestlohns für Flüchtlinge spekuliert, angeblich für eine bessere Arbeitsmarktintegration. Für die SPD ist klar: Es wird keine Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn für Flüchtlinge geben. Wir wollen nicht diejenigen, die wenig verdienen, gegen die ausspielen, die hinzukommen. Alles andere wäre sozialer Sprengstoff und befeuert nur die AfD. Es gibt bereits heute gute Instrumente zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen bei der Bundesagentur für Arbeit sie gelten für die Inländer gleichermaßen wie für die Flüchtlinge.

Darüber hinaus erschließt sich nicht, wieso das Mindestlohngesetz eine Ausnahme bei der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen kennt. Es gibt kaum Fälle, bei denen diese Sonderregel genutzt wird. Auch Langzeitarbeitslose brauchen Unterstützung, um in Jobs zu kommen - eine Absenkung des Mindestlohns ist aber nach wie vor der falsche Weg.

Fest steht: Ein Jahr Mindestlohn ist ein überfälliger Fortschritt. Heute gilt: Wir feiern einen Geburtstag. - Happy Birthday, Mindestlohn!

Homepage Katja Mast MdB

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

24.08.2026 19:52 Pflegenden Angehörigen die Alterssicherung zu kürzen, wäre das falsche Signal
Die angekündigte Kurskorrektur von Bundesgesundheitsminister Linnemann bei der Pflegereform unterstützen wir, sagt Christos Panztazis. Dafür braucht es aber auch eine gerechte Gegenfinanzierung. „Wir begrüßen die angekündigte Kurskorrektur von Bundesgesundheitsminister Linnemann ausdrücklich. Es ist richtig, die geplante Kürzung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige komplett zurückzunehmen. Wir als SPD haben von Anfang an deutlich gemacht: Die Stabilisierung… Pflegenden Angehörigen die Alterssicherung zu kürzen, wäre das falsche Signal weiterlesen

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de