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Ex-Kanzler begeistert mit "seinem" Auftritt

Veröffentlicht am 04.01.2016 in Veranstaltungen

Reilingen. Ein mit mehr als 60 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllter Veranstaltungssaal im Rahmen einer Lesung aus Helmut Schmidts letztem Buch, damit hatte wohl am ersten Sonntag des neuen Jahres keiner der Veranstalter gerechnet. Auf Einladung des SPD-Landtagskandidaten Daniel Born hatten sich SPD-Mitglieder und Gäste aus dem gesamten Wahlkreis im gemütlichen Nebenzimmer der Gaststätte „Zum Gogglrobber“ in Reilingen eingefunden.

Daniel Born führte in die Veranstaltung ein und präsentierte dem Publikum einen Überblick über die politische Vita des Anfang November 2015 verstorbenen Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt, der am 23. Dezember des letzten Jahres 97 Jahre alt geworden wäre. Es war deutlich zu spüren, dass hier ein Nachwuchspolitiker über eines seiner großen Vorbilder sprach, dessen vielschichtigen Lebenslauf Daniel Born mit einer gesunden Mischung aus Respekt und kritischer Würdigung dem Publikum nahe brachte. „Seinen enormen Antrieb als Politiker gewann Schmidt nach seinen eigenen Worten aus der Erkenntnis, dass das, was die Nazis auf dieser Welt angerichtet hatten, sich niemals wiederholen sollte“, war eine der Kernthesen, aus denen heraus Born die wesentlichen politischen Entscheidungen der Ära Schmidt, angereichert durch die kompetente Darstellung der damaligen politischen Rahmenbedingungen, Revue passieren ließ. Daran anschließend begrüßte er Rosa Grünstein, seinen Ehrengast des Nachmittags. Die amtierende Landtagsabgeordnete hat in den vergangenen zwanzig Jahren bereits in unzähligen Literaturveranstaltungen bewiesen, dass sie Bücher nicht nur lesen kann, sondern deren Inhalte auch durch pointiertes Vorlesen in besonders authentischer Weise zu vermitteln vermag. Mit dem Werk „Was ich noch sagen wollte“, dem letzten aus der umfangreichen Sammlung bedeutender politischer Sachbücher, die Helmut Schmidt zu Lebzeiten verfasst hatte, hatte die Abgeordnete sich nicht ohne Hintergedanken jenes Buch auserkoren, in dem Helmut Schmidt besonders viele autobiografische Bezüge beschrieb, die seinen Werdegang und viele seiner bisweilen nicht immer sofort verständlichen politischen Entscheidungen erklären könnten. Dabei war es sicherlich hilfreich, dass Rosa Grünstein schon zu Beginn bekannte, dass sie eigentlich nie ein „Fan“ Helmut Schmidts gewesen sei und dass das sehr wohl etwas mit dem sogenannten Nato-Doppelbeschluss Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu tun habe. Umso beeindruckender war für viele der Anwesenden die anschließende Lesung aus seinem Werk.

Mit viel Bedacht ausgesuchte Passagen, lebendig und gleichzeitig mit respektvoller Authentizität vorgetragen, vermittelten den Gästen das Gefühl, als spräche der alte Herr selbst über seine Kindheit und Jugend. Abgerundet und wesentlich bereichert wurde die Nachmittagsveranstaltung durch ein Reilinger Urgestein der Extraklasse: Charly Weibel hatte nicht ganz zufällig seine Gitarre dabei und begleitete den Nachmittag musikalisch. Nur wenige Besucher verließen den Saal, um dem Altkanzler in Form einer Zigarettenspende ein besonderes Andenken zu widmen. Der Rest ließ sich von Charlies Mundartgesang fesseln und genoss die zum Teil als „Weltpremiere“ vorgestellten Lieder. Hätte Daniel Born als Gastgeber nicht nach gut zwei Stunden diese überaus stimmungsvolle und unterhaltsame Veranstaltung mit einer Zusammenfassung und seinem Dank an alle Beteiligten beendet, wären die Gäste vermutlich gerne noch weit länger geblieben.

Homepage Daniel Born

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