Zufallsfoto

Gastbeitrag für Microsoft: Lebensbegleitendes Lernen ist das A und O

Veröffentlicht am 08.12.2015 in Bundespolitik

Industrie 4.0, Arbeiten 4.0, Demografischer Wandel, Fachkräftesicherung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch mehr Flexibilität in der digitalisierten Arbeitswelt: Diese Themen sind in aller Munde. Für den Politik-Blog von Microsoft habe ich einen Gastbeitrag zu dem Thema geschrieben. 

Gesellschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren derzeit, wie eine digitalisierte Arbeitswelt am besten gestaltet werden sollte. Eine meiner wichtigsten Botschaften in dieser Debatte: Uns wird die Arbeit nicht ausgehen. Arbeit verändert sich bloß. Der Mensch bekommt angesichts von Robotern und Algorithmen in der Arbeitswelt neue, wenn gleich auch anspruchsvollere Aufgaben, er wird aber nicht überflüssig.

Ich bin mir sicher: Die (digitale) Zukunft der Arbeit bietet mehr Chancen als Risiken – vorausgesetzt, wir gestalten sie richtig. Das heißt allen voran: Wir müssen für Fort- und Weiterbildungen sorgen, damit Jede und Jeder mit der technischen Entwicklung beruflich mithalten kann. Viele merken es im eigenen beruflichen Alltag: Die digitale Revolution erfasst viele Teile unseres Lebens. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen sich an die Transparenz und Geschwindigkeit einer neuen, digitalen Arbeitswelt anpassen. Und das betrifft praktisch alle Berufe – von der klassischen Büro-Arbeit über Produktion, Vertrieb und Service bis hin zur IT- und Kreativ-Wirtschaft.

Die Wissenshalbwertszeit wird immer kleiner. Lebenslanges Lernen wird dabei wichtiger denn je. Arbeitnehmer werden zunehmend Beratungsangebote brauchen, um zu überprüfen, ob sie beruflich noch auf der Höhe der Zeit sind – egal, ob sie in einem Ein-Mann-Betrieb, in einem kleinen oder mittleren Unternehmen oder in einem großen Konzern arbeiten. Jede und Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich stetig weiterzuentwickeln und sich für neue Aufgaben zu qualifizieren. Deswegen müssen wir uns Gedanken machen, was eine vorsorgende Arbeits- und Sozialpolitik 4.0 hinsichtlich der Qualifizierung von Arbeitnehmern leisten muss. In der SPD diskutieren wir in diesem Kontext schon länger über die perspektivische Umgestaltung der Arbeitslosen- zu einer Arbeitsversicherung.

Die Arbeitsversicherung soll in Ergänzung zu den Leistungen der bisherigen Arbeitslosenversicherung die neuen Risiken von beruflichen Übergängen und Erwerbsunterbrechungen besser absichern. Und diese Debatte bekommt in Zeiten von Arbeiten 4.0. noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Fakt ist doch: Niemand kann ein Interesse daran haben, dass ein Arbeitnehmer mit 40 oder 50 aufgrund mangelnder Qualifikationen nicht mehr am Arbeitsmarkt teilnehmen kann. Insbesondere die Unternehmen, die heute schon händeringend nach Fachkräften suchen, haben ein Interesse daran, dass Arbeitnehmer dem Arbeitsmarkt so lange wie möglich qualifiziert zur Verfügung stehen. Die Arbeitsversicherung reagiert nicht erst bei Arbeitslosigkeit. Sie sichert in einer Arbeitswelt, die immer mehr technische Kompetenzen abverlangt und mit immer mehr Brüchen in den Erwerbsbiografien verbunden ist, durch berufsbegleitende Beratung und Weiterqualifizierung die Menschen vorsorgend ab. Die Arbeitsversicherung soll frühzeitig, langfristig und lebensbegleitend Weiterbildung und Qualifizierung fördern, damit alle Beschäftigten selbstbestimmt ihre beruflichen Ziele verwirklichen können. Hierzu sind Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten notwendig. Deswegen brauchen wir zugleich eine bessere Beratungsinfrastruktur, beispielsweise in Form einer Anlaufstelle, die die Informationen gebündelt zur Verfügung stellt. Eine Anlaufstelle, die einen risikofreien Qualifikations-Check-Up anbietet. Eine Anlaufstelle, die mir als Arbeitnehmer sagt, was für eine Fort- oder Weiterbildung ich machen kann, um Schritt zu halten und gleichzeitig wiederkehrende Chancen auf erneute Einstiege, gelingende Umstiege und mögliche Aufstiege zu eröffnen.

Das alles sind Gedanken, die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles aufwirft, wenn sie die Frage nach einer „Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung“ in den Raum wirft. Wir stehen in dieser Debatte noch am Anfang. Aber ich bin mir sicher, dass sie an Fahrt gewinnen wird. Dass mit dem Dialogprozess Arbeiten 4.0. und dem Grünbuch Arbeiten 4.0 vom Bundesarbeitsministerium jetzt ein systematischer Prozess gestartet wurde, der die wichtigsten Stakeholder, aber auch alle Bürger, die sich beteiligen wollen, miteinbezieht, ist der richtige Weg. Den Job der SPD sehe ich darin, zukünftig dafür zu sorgen, dass der Mensch bei all diesen Veränderungen nicht auf der Strecke bleibt. Und diesen Job sehe ich auch bei mir als Arbeits- und Sozialpolitikerin.

Der Gastbeitrag ist am 4.12.2015 auf dem Politik-Blog von Microsoft erschienen. 

Homepage Katja Mast MdB

Termine Gengenbach

05.07.2026, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
öffentlich
Fairtrade Gengenbach: Ernteschätzspaziergang auf den Streuobstwiesen
Gengenbach „Römerbad“ am Ziegelwaldsee

Alle Termine

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de