Zusammen mit zehn SPD-Landtagsabgeordneten im Regierungsbezirk Karlsruhe setze ich mich in einem Schreiben an die neue baden-württembergische Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer für eine bessere Unterrichtsversorgung an den beruflichen Schulen ein
Denn der Unterrichtsausfall in unserem Bundesland ist viel zu hoch und muss daher landesweit auf Null zurückgeführt werden. Allein das strukturelle Unterrichtsdefizit, also der Unterricht, bei dem schon zu Schuljahresbeginn klar ist, dass er ausfallen wird, liegt landesweit bei 4,4 Prozent. Hinzu kommen nochmals 3,7 Prozent an unvorhersehbarem Unterrichtsausfall sowie 3,6 Prozent an Vertretungsstunden, so dass insgesamt sage und schreibe 11,7 Prozent des Unterrichts an den beruflichen Schulen in Baden-Württemberg in diesem Schuljahr nicht ordnungsgemäß gehalten werden (s.a. Landtagsdrucksache 14/7405).
In Nordbaden spitzt sich die Situation zudem dadurch zu, dass die Verteilung der Lehrerdeputate auf die einzelnen Regierungspräsidien lediglich anhand der reinen Schülerzahlen erfolgt und dabei außer Acht läßt, ob es sich um Vollzeit- oder Teilzeitschulen handelt. Da der Anteil der Vollzeitschulen im Regierungsbezirk Karlsruhe überproportional hoch ist, werde dieser strukturell benachteiligt. Dies zeigen ebenfalls die offiziellen Zahlen des Kultusministeriums, wo dieser Regierungsbezirk beim Unterrichtsdefizit nochmals im Schnitt um rund zwei Prozentpunkte schlechter abschneidet.
Zusammen mit meinen nordbadischen Kollegen erwarte ich daher, dass das Kultusministerium unter der neuen Ministerin endlich ein stimmiges Konzept zur Verteilung der Lehrerdeputate auf die vier Regierungsbezirke vorlegt. Da dies angesichts der komplexen Materie noch nicht bis zum kommenden Schuljahr 2011/12 erfolgen könne, erwarten wir dann jedoch Verbesserungen, zum Beispiel indem bis zum Inkrafttreten der neuen Regelung der Regierungsbezirk Karlsruhe einen temporären Ausgleich erhalte. Dies ist auch mehr als gerechtfertigt, denn schließlich ist der nordbadische Landesteil auch bei der Verteilung der zusätzlichen Klassen an den beruflichen Gymnasien mit gerade einmal 17 von landesweit 100 von der alten schwarz-gelben Landesregierung ein zweites Mal gekniffen worden.