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Ein Hauch von Nostalgie, aber kein Staub der Vergangenheit

Veröffentlicht am 15.02.2019 in Wahlkreis

Schätze im Mannheimer Norden - Ein Blick hinter die Kulissen des Capitol

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schätze im Mannheimer Norden“, zu der Mannheimer Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD) eingeladen hat, konnten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger davon überzeugen, dass nicht nur von außen das Capitol in der Neckarstadt ein Blickfang ist. Ein besonderer Moment war dabei, dass die Besucher selbst einmal auf der Bühne stehen durften. Hier hat man das ganze Capitol in seiner Schönheit im Blick, insbesondere die wunderschöne eiförmige blaue Kuppel hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Thorsten Riehle, Geschäftsführer und gute Seele des Capitols empfing die Besucher im Foyer, von dort ging es hoch auf die Empore, wo Riehle über die Geschichte des Capitols bis zum Umbau erzählte. 1927 erfüllte sich die Mannheimer Kino-Dynastie Müller einen Traum und errichteten einen Filmpalast, das größte Lichtspielhaus deutschlandweit. Ein Gebäude mit einem ausladenden Portal und einer beeindruckenden Kuppel mit einem Durchmesser von 25 Metern innen und 36 Metern Höhe. Der Architekt Paul Darius entwarf ein Bauwerk, das 1200 Besucher fassen konnte, zudem gehörte von Anfang an auch eine kleine Bühne zum Theater. Der damalige Eröffnungsfilm zu einem Eintrittspreis von 20 Pfennige war Friedrich Wilhelm Murnaus „Sunrise“ (in Deutschland unter „Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen“ bekannt). Den Zweiten Weltkrieg überstand das Haus unbeschadet. Einige Besucher, darunter Karla Spagerer, erinnerten sich noch an ihre Zeit als Kinogänger und an die Stummfilme, die mit einer Kinoorgel begleitet wurden. In den Neunzigern, als die Multiplex-Kinos kamen, geriet das Capitol ins Abseits und es wurde geschlossen, obwohl es nur wenige Jahre zuvor noch zum schönsten Lichtspielhaus Deutschlands gewählt wurde. Thorsten Riehle und Mitstreiter erweckten das Capitol aus seinem Dornröschenschlaf und schufen 1997 aus dem alten Kino ein Live- und Eventhaus, das jährlich rund 100.000 Menschen bei 300 Veranstaltungen Unterhaltung bietet. Von Konzerten über Partys bis hin zu einem eigenen Ensemble, das vor allem Musicals wie Hair und eine Überarbeitung von „Here comes the Sun“ produziert. Bereits 1998 erlebte es als Konzerthaus eine Wiedergeburt. Viele Stars, wie u.a. Xavier Naidoo, Bülent Ceylan, Fantastische Vier, Nena, sind seitdem in dem nostalgischen Gemäuer aufgetreten. Neben den großen Eigenproduktionen von Konzerten und Musicals gibt es das Kindertheater des Capitols. Es wurde u.a. „Pettersson & Findus, eine Geburtstagstorte für die Katze“ und „Eine Woche voller SAMStage“ gezeigt. Mit dem Stück „Nein heißt Nein!“, das den Missbrauch von Kindern thematisiert, trat das Capitol Kindertheater an gesellschaftlich relevante Themen heran. Die Besucher konnten die neuen alten Farben bestaunen. Riehle erklärte, dass aufgrund der dünnen Archivlage es sich nicht mehr präzise sagen lässt, wie es genau zu Beginn im „Capitol“ ausgesehen hat. Doch nach einer Analyse der aufgetragenen Farbschichten kam heraus, dass das Haus ursprünglich gänzlich in einem Sandton gestrichen wurde. Das Farbkonzept, Anthrazit über Rot bis Ocker wurde wieder aufgegriffen und harmonisiert wunderschön mit der historischen Backsteinfassade. In der Sommerpause 2018 war das Haus gründlich saniert worden. “So einen umfangreichen Umbau hat das Haus in seinen bisher 91 Jahren nicht gesehen“, erläuterte Riehle. Heute erstrahlt das Capitol im neuen Glanz, die mehr als eine Million Euro teuren Arbeiten dienten aber zum großen Teil der Ertüchtigung des Brandschutzes und der Modernisierung der Bühnentechnik. Für Thorsten Riehle geht es nicht um das Erwirtschaften von Millionen, sondern um Emotionen und Menschen. Stefan Fulst-Blei: „Es ist Thorsten Riehle und seinem ganzen Team gelungen das Flair aus längst vergangener Zeit wieder zurück zu holen, das Haus erstrahlt wieder neu in altem Glanz.“

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

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