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Dr. Frank Mentrup beim Pädagogischen Tag in der Hans-Thoma-Schule in Malsch

Veröffentlicht am 02.04.2012 in Pressemitteilungen

Bericht: Dr. Helmut Wehr

Am 4. Februar 2012 fand an der Hans Thoma Schule in Malsch ein Pädagogischer Tag statt. Es ging darum, ein tragfähiges Konzept für eine Schulentwicklung zu konzipieren, das in die Zukunft weisen könne. Eingeladen waren der Staatssekretär im Ministerium für Kultus und Sport Dr. Frank Mentrup und der Schulinnovator Reinhard Kahl.

Bedacht werden sollte eine gute Schul-Praxis, um eine Folie für die Schul-Entwicklungsprozesse bis 2015 konzipieren zu können, die Orientierung bieten könne, um die konkrete Schulentwicklung der Hans-Thoma-Schule in der nächsten Phase entsprechend begleiten zu können. Mentrup machte darauf aufmerksam, dass die Entwicklung zur Gemeinschaftsschule einen aufwändigen Prozess darstelle. Wichtiges bildungspolitisches Ziel sei ihm jedoch, alle am Bildungsprozess Beteiligten "mit zu nehmen", d.h. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, sowie die Eltern von dem Konzept der Gemeinschaftsschule zu überzeugen.

"Aufgestauter Nachholbedarf"
Die Veränderungen der Einstellungsbedingungen, der Notwendigkeit, die Inklusion zu beginnen, die Notwendigkeit längeren gemeinsamen Lernens als nachhaltige Antwort auf den Pisa Schock machten den "aufgestauten Nachholbedarf" in der Schulpolitik vergangener Regierungen deutlich. Damit nicht daraus resultierend viele Schülerinnen und Schüler aus den öffentlichen Schulen in Privatschulen abwanderten, sei es nötig, bildungspolitische Lösungen zu finden, die alle mittragen könnten. Das Modell Gemeinschaftsschule könne nicht übergestülpt werden, auch wenn das Konzept gemeinsamen Lernens seit Pisa offensichtlich notwendig sei. Es sei ein Angebot, das im Bildungswesen eine gesunde Konkurrenz initiiere.

Mehr Gerechtigkeit durch die Gemeinschaftsschule
Frank Mentrup sprach sich deutlich für die Gemeinschaftsschule aus, da sie mehr soziale Gerechtigkeit verspräche. Die Veränderung der Schülerzahlen, er rechne mit einem Schülerrückgang von 20 %, erlaube und erfordere eine bildungspolitisch bewusste Lenkung der Schülerströme, hierbei resultiere durchaus auch die Chance, dass diese in Richtung Gemeinschaftsschule fließen könnten. Die zu erwartenden Veränderungen machten es jedoch auch notwendig, bildungspolitisches Neuland betreten zu müssen, zum Beispiel müsse kritisch hinterfragt werden, ob tatsächlich alle Gymnasiasten studieren müssten. Könnten sie nicht auch handwerkliche Berufe erlernen?

Längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung
Insgesamt plädierte Frank Mentrup für einen Wechsel der pädagogischen und bildungspolitischen "Denke". Die Heterogenität der Schülerschaft in Baden-Württemberg erfordere wegen der sozialen Differenzierung ein längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung als Prinzip von Schulorganisation. Die Individualisierung des Lernens als ein ganzheitlicher Lern-Weg sähe einen "anderen Unterricht" in der Gemeinschaftsschule vor. Dieser müsse selbst organisiert sein und auf anregende Räumlichkeiten zurückgreifen können, am Wochenplan und an den individuellen Ressourcen des einzelnen Schülers orientiert sein. Hierbei sei auch das Lehrer-Team mit betroffen.

Vorteile der Gemeinschaftsschule
Frank Mentrup führte aus, dass die Gemeinschaftsschule, da sie Kompetenzen nachhaltig fördere, für Schülerinnen, Lehrerinnen und Lehrer gesünder sei, da sie mit ihrer Verteilung der Angebote auf Vormittagsunterricht und handlungsorientierte Angebote am Nachmittag dem natürlichen Bio-Rhythmus von Kindern und Erwachsenen entgegenkomme. Die Gemeinschaftsschule biete eine Schul- Gemeinschaft mit unterschiedlichen Niveaus, Kompetenzstufen und Bildungszielen, die dem einzelnen Lerner zur Verfügung und zu seiner Unterstützung bereit stünden.

Gelungene Schulbeispiele zeigen Weg
Reinhard Kahl vertiefte die Aussagen von Mentrup durch filmisches Material, das er aus gut gelungenen Schul-Beispielen schöpfte. Für ihn war zentral, dass man Kindern etwas zutrauen könne und dass sie Lern-Genie und Eigen-Sinn entwickelten. Hierbei müssten die Erwachsenen Vorbilder darstellen. In diesem Sinne sollte die Schule ein einladender Ort sein, in dem es sich zu lernen lohne: Schule müsse zum Lern-Haus werden.

Homepage Dr. Frank Mentrup MdL

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