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Die Freitagspost: Wir können aktiv dafür sorgen, dass Aids beendet wird

Veröffentlicht am 02.12.2022 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost schreibt Daniel Born über den Welt-Aids-Tag: Gemeinsam können wir diese furchtbare Krankheit besiegen.

Gestern war Welt-Aids-Tag und es war mir eine große Ehre, aus diesem Anlass die baden-württembergischen Aids-Hilfen im Landtag begrüßen zu dürfen. Als die Deutsche Aidshilfe 1983 gegründet wurde, waren die ersten bekannt gewordenen Aids-Infektionen nur wenige Jahre her und man stand ganz am Anfang einer gesundheitlichen, aber auch gesellschaftlichen Krise.

Auch die 90er Jahre – und daran erinnere ich mich auch ganz persönlich – waren weiter geprägt von Angst vor Blut und Begegnungen, vor Ansteckung. Und immer gehörte die Trauer um Menschen dazu, die wir so früh verloren haben.

Die Angst um Leben und Gesundheit war immer nur ein Aspekt neben einem weiteren und ich wage nicht zu beurteilen, welcher davon schwerer wog und bis heute schwerer wiegt. Der andere Aspekt ist das Stigma. Die Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung, vor Diskriminierung. Davor, dass das Leben einer*s Betroffenen sich nicht nur aus medizinischen Gründen völlig verändern würde, sondern auch wegen der sozialen Folgen.

Heute sind wir weiter als in den 80er und 90er Jahren. Und dennoch längst nicht so weit, wie wir sein sollten. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir alle gemeinsam weiter den Kampf gegen Stigmatisierung kämpfen. Und es gibt neben diesem wichtigen Kampf gegen Stigmatisierung ja auch weitere ganz konkrete Probleme, die wir nicht aus dem Blick verlieren dürfen:

Die Corona-Pandemie war und ist für von HIV/Aids-Betroffene und die Beratungsstellen eine besondere Herausforderung. Aufgrund der Pandemie schränkten Gesundheitsämter zum Teil die HIV-Beratungs- und Testangebote ein. Das mussten Aidshilfe-Vereine auffangen.

Außerdem ist auch insgesamt ein Anstieg sexuell übertragbarer Krankheiten zu verzeichnen. Damit erhöht sich auch das Risiko für HIV-Infektionen wieder. Und das zeigt, wie wichtig auch weiterhin Aufklärung und Präventionsmaßnahmen sind.

Und letztlich deutet das Motto des diesjährigen Welt-Aids-Tages noch auf eine ganz andere Dimension hin. Mit „Equalize“ ist der diesjährige Aktionstag überschrieben. HIV/Aids führt nicht nur zu Diskriminierung innerhalb unserer Gesellschaften, sondern es gibt global gravierende Unterschiede und Ungerechtigkeiten im Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Information und Aufklärung. Soziale Ungleichheiten weltweit befeuern die HIV-Epidemie. Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, die Aids-Epidemie bis 2030 zu beenden. Dieses Ziel ist ohne Frage eine echte Herausforderung. Aber es ist ein so wichtiges Ziel und ich bin mir sicher, dass wir es gemeinsam erreichen können, wenn wir nicht nachlassen, uns für Aufklärung und Anti-Diskriminierungsarbeit zu engagieren. Und wenn wir nicht aufhören, gemeinsam Solidarität zu zeigen und zu leben.

Es gibt einen Satz, in dem koppeln sich Hoffnung, Mut und Stärke wie auch Wut, Verzweiflung und Bitterkeit: Wir können Aids beenden. Die Krankheit, die uns Menschen so viel Angst und Trauer bereitet hat, können wir beenden. Und wir wissen sogar wie. Wir müssen es nur tun. Wir sind hier nicht zu passiver Duldung verdammt – wir können aktiv dafür sorgen, dass Aids beendet wird.

Das setzt uns in Verantwortung – wir müssen diese Verantwortung übernehmen:

  • Weiter aufklären und so Infektionszahlen senken. Aufklärung und Prävention vor Ort wie global müssen wir weiter mit Vehemenz fortsetzen und stärken.
  • Die Versorgung verbessern durch Zugriff auf medizinische Hilfe und Versorgung weltweit sowie gute Beratungs- und Unterstützungsstrukturen – auch in der Fläche und im ländlichen Raum.
  • Stigmatisierung und Diskriminierung beenden, damit eine ohnehin belastende Diagnose nicht mehr zusätzlich Ausgrenzung und Benachteiligung bedeutet.

Die Kreistagsfraktion der SPD Rhein-Neckar hat hier im vergangenen Jahr mit ihrem Einsatz für die Beratungsangebote von PLUS gezeigt, wie man diese Verantwortung übernimmt. Aber nicht nur in politischen Ämtern, sondern für jede*n Einzelne*n ist dies möglich. Von Anfang an gab es eine wirkungsvolle Kraft gegen Aids: Solidarität. Diese Solidarität zu zeigen ist wichtig: Nicht nur einmal jährlich am 1. Dezember, sondern immer, immer wieder und immer aufs Neue.

Homepage Daniel Born

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