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Die Freitagspost: Vorlesetag in der Kita und ein Schwarzgeldparadies namens Deutschland

Veröffentlicht am 18.11.2022 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost beschäftigt sich Daniel mit dem Vorstoß der Innenministerin, eine Obergrenze für Bargeld einzuführen.

Heute ist Vorlesetag in der Kita und ich freue mich schon auf meinen Einsatz. Kinder sind ein sehr strenges Publikum und man erntet sofort Widerspruch, wenn die Geschichte nicht stimmt.

Natürlich darf sie fantasievoll, lustig und auch übertrieben sein – aber stimmen muss sie schon. Wenn ich den Kindern eine Geschichte erzählen würde, wo jemand ein ganzes Haus kauft und das auf einmal mit lauter Bargeldscheinen bezahlt, dann bekäme ich die Antwort: „Du spinnst!“

Die Kinder hätten vollkommen Recht. Häuser bezahlt man mit einer Überweisung auf der Bank. Obwohl, da gibt es ja ein Land auf der Welt, wo dies häufig auch anders geschieht. Manche nennen dieses Land „Schwarzgeldparadies“ – aber offiziell heißt es Deutschland.

Richtigerweise hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser eine Initiative gestartet, dass wir diesen vermeintlichen Ehrentitel verlieren. Mit einem Aktenkoffer voller Geldscheine soll es künftig nicht mehr möglich sein, Immobilien zu kaufen! Eine Obergrenze für Bargeld täte deshalb gerade auch Baden-Württemberg gut. Denn in den vergangenen Jahren haben sich vermehrt autokratische Kräfte Luxusvillen im Land gesichert. Baden-Württemberg darf nicht zum Rückzugsort von Autokraten und ihrem Vermögen werden. Auch aus diesem Grund ist der Vorstoß der Bundesinnenministerin richtig und wichtig.

Mit einer solchen Obergrenze wird ja nicht das Bargeld abgeschafft. Manche haben in dieser Woche aber so getan. Was mich dabei besonders wundert: Viele von denjenigen, die vor 14 Tagen bei der Debatte um das Bürgergeld die Lüge verbreitet haben, es würde in jedem Arbeitslosen ein fauler Sozialabzocker stecken, trommeln nun am lautesten dafür, dass mit Geldkoffern weiter Villen gekauft werden können.

Vielleicht sollten sich diejenigen mal die Frage stellen, was sie für Geschichten erzählen.

Foto der Woche: Das Wort „Betreuungsabgeordneter“ ist schrecklich. Wir betreuen uns doch nicht. Wir sind ein Team in der SPD: Stadt, Land, Bund, Europa. Und wir sorgen mit einem klugen Vertretungsmodell dafür, dass die Bürger*innen überall sozialdemokratische Ansprechpartner*innen finden. So verstehe ich meine Arbeit in den Wahlkreisen Bruchsal, Enz und Wiesloch – die zwar keine*n eigenen Landtagsabgeordneten haben, denen ich mich aber eng verbunden fühle und gerne dort im Team mitarbeite. Am Wochenende war Ehrungsmittag in Pforzheim und Enz – und es war eine wunderschöne Veranstaltung.

Homepage Daniel Born

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