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Die Freitagspost: Die Kitas werden in Baden-Württemberg im Stich gelassen

Veröffentlicht am 15.10.2021 in Woche für Woche

Heute schreibt Daniel in seiner Freitagspost darüber, inwieweit die Kitas im Land von der Landesregierung im Stich gelassen werden. Außerdem geht es um rote Luftballons.

Immer wieder gehen bei uns im Wahlkreisbüro Hilferufe von Erzieher*innen und Kita-Leitungen ein, immer wieder bringe ich es im Landtag zur Sprache.

Seit dieser Woche haben wir es Schwarz auf Weiß: die Kitas werden in Baden-Württemberg im Stich gelassen. Über 2.220 Kita-Leitungen haben sich in Baden-Württemberg an der DKLK-Studie 2021 beteiligt. Und die Ergebnisse sind bitter. 88 % der Kitas haben in den letzten zwölf Monaten zeitweise mit erheblicher Personalunterdeckung unter Gefährdung der Aufsichtspflicht arbeiten müssen. 18 % der Kita-Leitungen berichten, dass dies in über 40 % der Zeit der Fall war. Über zwei Drittel der Befragten geben an, dass sich der Personalmangel verschärft hat. Fast die Hälfte der Kita-Leitungen berichtet, dass die Träger heute Personal einstellen, welches früher wegen mangelnder Passgenauigkeit nicht eingestellt worden wäre. Eine weitere Konsequenz ist die hohe Arbeitsbelastung der pädagogischen Fachkräfte, die wiederum zu höheren Fehlzeiten und Krankmeldungen führt. Dass der Personalmangel die Fachkräfte und Kinder gleichermaßen betrifft, zeigt der Blick auf die Fachkraft-Kind-Relation. Teilweise zeigen sich dramatische Verhältnisse: Im U-Drei-Bereich kommen in 27 % aller Kitas sechs oder mehr Kinder auf eine einzelne Fachkraft. Im Ü-Drei-Bereich muss in über einem Drittel der Kitas eine einzige Fachkraft zwölf oder mehr Kinder betreuen.

Von der von Susanne Eisenmann behaupteten Initiative für mehr Leitungszeit ist faktisch nichts umgesetzt worden: fast jede zehnte Leitungskraft gibt an, über keinerlei vertragliche Leitungszeiten zu verfügen. Rund 80 % der Befragten berichten von einem erheblichen zeitlichen Mehraufwand durch Corona. 16 % schätzen den zeitlichen Mehraufwand sogar auf mindestens 50 %. Als größtes Problem benennen 77 % der Befragten ständig wechselnde oder unklare Vorgaben und damit fehlende Planungssicherheit. Von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Trägern, Eltern und Fachberatung fühlt sich die große Mehrheit der Kita-Leitungen wertgeschätzt und unterstützt, nicht so von Seiten der Politik: Rund 80 % der Befragten fühlen sich von der Politik nicht wertgeschätzt. Trotzdem üben 86 % der Kita-Leitungen ihre Tätigkeit alles in allem sehr gerne aus.

Gegenüber der Presse habe ich diese Zahlen so kommentiert: „Die Studie des Deutschen Kitaleitungskongresses zeigt deutlich, dass dringender Handlungsbedarf in den Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg besteht. Der Personalmangel an den Kitas war auch schon vor der Pandemie hoch und führt jetzt zu einer immensen Zusatzbelastung für die Kitaleitungen sowie die Erzieherinnen und Erzieher. Die Folgen treffen vor allem die Kleinsten. Viele Erzieherinnen und Erzieher fühlen sich nicht wertgeschätzt in ihrer Arbeit. In diesem Punkt steht die neue Landesregierung der alten in nichts nach. Das muss sich aber ändern.“

Es braucht jetzt dringend ein Maßnahmenpaket, das der Kita als frühkindliche Bildungseinrichtung Rechnung trägt. Wir haben als SPD-Landtagsfraktion ein solches bereits 2019 in unserem ‚Positionspapier Frühkindliche Bildung‘ vorgeschlagen. Dafür braucht es eine Erhöhung der Ausbildungskapazitäten, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie klare und einheitliche Regelungen zur Leitungszeit. Die Attraktivität des Berufs der Erzieherinnen und Erzieher muss gesteigert werden. Dass ein Großteil der Befragten der DKLK-Studie zudem die unklaren und ständig wechselnden Vorgaben im Zuge der Corona-Pandemie als Belastung wahrnehmen, muss die Landesregierung endlich wachrütteln. Nicht abgestimmte Vorgaben und kurzfristige Verordnungen der Landesregierung führen zu zeitlichem Mehraufwand und setzen die Kita-Leitungen unter zusätzlichen Druck. Die Landesregierung muss dringend aus der Vergangenheit lernen und rechtzeitig über ihre Vorhaben informieren.

Foto der Woche: Rote Luftballons, beste Live-Musik, ein super Cocktailstand der Jusos, leckeres Essen, schöne Gespräche, über 100 Gäste und ein Besuch von Generalsekretär Sascha Binder – das Helfer*innenfest am Samstag im AWO-Hof war einfach toll. Und dieses Fest war mir – auch mit zeitlicher Verspätung – ein großes Bedürfnis. Wir Sozis sind keine Solotänzer*innen-Partei, wir sind ein starkes Team. Und da wollte ich „Danke“ sagen an all die, die beim Landtagswahlkampf mitgeholfen und zu dem großen Erfolg vor Ort beigetragen haben: Mandat verteidigt, fünftbestes SPD-Ergebnis im Land, drittbestes SPD-Ergebnis in Nordbaden und im Gegensatz zu Grünen und CDU über dem Landesschnitt. Und: kein AfD-Abgeordneter mehr aus unserer Region im Landtag! Erst nachts um 1 Uhr wurde die Party langsam beendet. Schließlich haben wir weiter für unser Land zu arbeiten …

Homepage Daniel Born

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Der Rote Ortenauer

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