Viel Beifall für IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann beim SPD-Neujahrsempfang
Viel Beifall für IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann beim SPD-Neujahrsempfang
Was ist gute Arbeit und wie schafft man die richtigen Bedingungen für sie? Diesen Fragen gingen IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann und Landtagsabgeordneter Andreas Stoch beim Neujahrsempfang des SPD-Kreisverbands nach.
Natürlich wird bei einer Parteiversammlung sieben Woche vor der Landtagswahl dieses Thema nicht ausgeklammert, sondern im Gegenteil bewusst darauf Bezug genommen. Es soll sich etwas ändern im Land, das wünscht sich die SPD auch im Kreisverband Heidenheim. Ebenfalls dieser Meinung war Gewerkschaftsfunktionär Jörg Hofmann, der in seinem Vortrag das Thema Arbeit von verschiedenen Seiten beleuchtete.
Gute Arbeit, das sei zunächst einmal gerechter Verdienst, sagte Hofmann. Und im krassen Gegensatz zu dieser Forderung steht seiner Meinung nach die Zahl von sieben Millionen Menschen in Deutschland, die im Niedriglohnsektor beschäftigt seien. Durch die Hartz-Gesetze sei diese Entwicklung beschleunigt worden. „Die Würde verlangt, dass der Verdienstzum Leben ausreicht“, sagte Hofmann und forderte deshalb nachdrücklich den Mindestlohn – wobei ihm die Anwesenden mit kräftigem Applaus zustimmten.
Ein weiterer wichtiger Faktor guter Arbeitsbedingungen sei deren Sicherheit. „Früher hat man bei Voith gelernt und ging bei Voith in die Rente“, meinte Hofmann. Dem gegenüber hatte Andreas Stoch in seiner Begrüßung bereits die Zahl von 52 Prozent der unter 25-Jährigen gestellt, die unter prekären befristeten Arbeitsverhältnissen stehen würden. „Der Aufschwung kommt bei den Menschen nicht in sicheren Jobs an“, sagte Hofmann, er forderte die Zurücknahme der Zeitarbeitsgesetze.
Eigentlich habe man geglaubt, die Forderung „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ sei längst verwirklicht. Hofmann sah in der Notwendigkeit, zu dieser Forderung zurückzukehren genauso einen Rückschritt in vergangene Zeiten wie in dem Menschenbild, das hinter der Zumutbarkeitsregelung stehe. „Man nimmt Menschen nicht als Bürger ernst, wenn man glaubt, sie mit der Knute in Arbeit zwingen zu müssen.“
„Gute Arbeit ist kein abstrakter Entwurf, sondern mit konkreten politischen Aufgaben verknüpft“, gab Hofmann der SPD mit auf den Weg. Auch wenn die Gewerkschaften parteipolitisch neutral seien, sehe man im Parteiprogramm der SPD zur Landtagswahl viele gute Forderungen aufgeführt.
Andreas Stoch hatte schon eingangs die gesellschaftliche Solidarität als oberstes Ziel beschworen: „Eine Gesellschaft ist nicht die Summe der Egoismen“, sagte er, sondern es sei eben auch wichtig, wie es dem anderen ergehe. Seiner Meinung nach reiche es nicht aus, daran zu glauben, dass die Kräfte des Marktes es richten werden. „Wir müssen die Menschen dazu motivieren, hoch qualifizierte Arbeit für hoch qualifizierte Produkte abzuliefern.“ Im internationalen Wettbewerb könne Deutschland nicht dadurch bestehen, immer billiger zu werden, sondern nur dadurch, immer besser zu werden.
„Wir können unser System nicht so weiterdenken“, glaubt Stoch angesichts der zunehmend knapper werdenden Rohstoffe. Gefordert sei intelligentes Wachstum, das Rücksicht auf die Menschen und die Ressourcen nehme. In Bezug auf den Fachkräftemangel sei es wichtig, jeden in Hinblick auf seine Fähigkeiten zu fördern. „Dafür brauchen wir ein ganzheitliches Bildungskonzept“, sagte Stoch. Angesichts von Auslese und Nachhilfe bereits in der Grundschule und bei Hauptschulabgängern, die kaum Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben, sieht der Landtagsabgeordnete hier dringenden Handlungsbedarf.
Bericht aus der Heidenheimer Zeitung vom 07.02.2011 von Silja Kummer
Homepage Andreas Stoch
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