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Wie viel Gesundheit können wir uns noch leisten?

Veröffentlicht am 08.02.2011 in Pressemitteilungen

Dr. Frank Mentrup MdL und Peter Friedrich, MdB diskutierten mit Bürgerinnen und Bürgern in Langensteinbach

Wie viel Gesundheit können wir uns noch leisten? Diese Frage treibt viele Menschen dank der „Gesundheitsreform“ der schwarz-gelben Koalition verstärkt um. Das zeigte sich auch bei der vom Landtagsabgeordneten Dr. Frank Mentrup veranstalteten Podiumsdiskussion am 1. Februar im Hause Conrath in Langensteinbach, zu der die Bürgerinnen und Bürger zahlreich erschienen waren, um sich dem anspruchsvollen Thema zu widmen und ihre eigenen Erfahrungen und Sorgen einzubringen. Wo fließt das Geld hin? An welchen Stellen kann gespart werden? Diese und andere Fragen machten deutlich: die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Transparenz und mehr Ehrlichkeit.

Solidarische Bürgerversicherung statt Kopfpauschalen
Als sachkundigen Gast hatte Mentrup den gesundheitspolitischen Experten der SPD-Bundestagsfraktion Peter Friedrich geladen. Der war ganz ehrlich: „Gesundheit wird teurer, unabhängig davon wer regiert.“ Dies sei eine logische Konsequenz unserer alternden Gesellschaft und des immensen Innovationsschubes im medizinischen Bereich. Nach Meinung Friedrichs ist dies aber eine durchaus gelungene Investition. „Ich finde es gut, dass wir länger leben und dass wir mehr Krankheiten behandeln können“, so Friedrich. Es gebe aber dennoch Stellen, an denen Kosten eingespart werden könnten. Die jetzige Regierung würde die steigenden Ausgaben in Folge der Entkopplung von Arbeitnehmer und Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung alleine auf dem Rücken der Versicherten austragen, kritisiert Friedrich. „Das Band der Solidarität zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird durchschnitten“. Im Gegensatz dazu würden die SPD und er mit der Forderung nach einer Bürgerversicherung am Solidaritätsprinzip festhalten. Alle sollten mit ihren unterschiedlichen Einkunftsarten, so auch Kapitalerträgen oder Mieteinnahmen, bis zu einer Höchstgrenze an den Gesundheitskosten beteiligt werden.

SPD will abgestimmte Krankenversorgung, bei derÄrzte, Krankenhäuser, Apotheken und Pflege effizient zusammenarbeiten.
Darüber hinaus könnten durch eine integrierte, aufeinander abgestimmte Gesundheitsversorgung und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Fachärzten und Kliniken enorme Kosten eingespart werden. Es gebe wie derzeit in allen Bereichen auch hier einen Mangel an politischem Führungswillen in Baden-Württemberg, kritisiert Mentrup. Laut Friedrich werden deshalb viele Untersuchungen noch doppelt und dreifach getätigt.

Dem stimmten die Bürgerinnen und Bürger zu. In Skandinavien zum Beispiel gebe es viel weniger Fachärzte bei vergleichbaren Krankheitsraten und dort seien die Gesundheitskosten insgesamt geringer. Selbstkritisch betrachteten sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion auch in der Rolle des Patienten. Laut Statistik sind diee Deutschen „Weltmeister im Arztbesuch“ mit durchschnittlich 18 Arztterminen im Jahr. „Wir betreiben einen zu hohen Aufwand“, merkte ein Bürger an. Insgesamt wurde deutlich, dass die Besucherinnen und Besucher durchaus Verantwortung übernehmen wollen. So interessierten sie sich auch dafür, was sie selbst für ihre Gesundheit tun und wo sie einsparen können.

Keine Drei-Klassen-Medizin!
Dennoch bedürfe es am Ende politischer Verantwortung und entsprechender klarer Entscheidungen, betonte Mentrup in seinem Schlusswort: „Jeder Mensch sollte im Gesundheitswesen die selben Rechte haben und die selbe medizinische Versorgungsqualität in Anspruch nehmen können!“ Das war eine klare Absage an die Zwei- oder gar Drei-Klassen-Medizin, wie sie mit dem neuen Vorkasse-Modell droht.

Homepage Dr. Frank Mentrup MdL

Termine Gengenbach

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Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

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