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Daniel Born: „Schwammstadtkonzept ist ein Bauplan für mehr Qualität“

Veröffentlicht am 22.02.2021 in Landespolitik

Das Schwammstadtkonzept sei ein Bauplan für mehr Qualität. Hier würden ökologisch-soziale Wohnraumperspektiven ganz konkret, so der Wohnungsbauexperte Daniel Born.

Schwetzingen. Der Schwetzinger Wahlkreisabgeordnete Daniel Born will soziale Haltung, ökologische Verantwortung und ökonomische Vernunft zusammenbringen. „Gerade als Wohnungsbaupolitiker bin ich hier immer wieder gefragt. Eines ist klar: der derzeitigen grün-geführten Landesregierung ist diese Verbindung nicht gelungen. Jeden Tag werden in Baden-Württemberg acht Fußballfelder versiegelt und trotzdem gibt es nicht genug bezahlbaren Wohnraum.“

Born will darum, dass in der künftigen Legislaturperiode nicht nur mehr Fördergelder in den Wohnungsbau gesteckt werden und innovative Baumodelle gefördert werden, sondern dass über ein Kompetenzzentrum Wohnen auch Kommunen, Land, Fachverbände und Wissenschaft gemeinsam neue Wege beschreiten. Dabei spielen für ihn sowohl für den Bestand als auch für den Neubau sogenannte Sponge-City-Konzepte eine wichtige Rolle. „Das Schwammstadtkonzept ist ein Bauplan für mehr Qualität. Hier werden ökologisch-soziale Wohnraumperspektiven ganz konkret“, so der SPD-Politiker, der seine Fraktion unter anderem in der Wohnraumallianz des Landes vertritt.

„Am Anfang aller Humanität steht das Wasser. Am Anfang aller Würde, aller Gesundheit, aller Bildung, aller Entwicklung“, erklärte Erik Orsenna bereits 2012 in seinem Sachbuch „Die Zukunft des Wassers“. Angesichts des anhaltenden Klimawandels stehen Städte und Gemeinden heute vor großen Herausforderungen, wenn es um das Thema Wassermanagement geht. Und das nicht nur in südlichen Ländern, sondern auch hier in der Kurpfalz.

Born ist sich bewusst, dass Gewässerschutz viele Sektoren betrifft und daher nur gemeinsam funktionieren kann: „Wir müssen Interessen-übergreifend denken, die Bedenken und Bedürfnisse von Landwirtschaft, Kommunen, Industrie und Privatverbrauchern ernst nehmen und daraus ein Rahmenkonzept entwickeln, dass Nutzungskonflikten vorbeugt und ein ebenso widerstands- wie anpassungsfähiges Versorgungssystem hervorbringt.“

Der Schwetzinger Sozialdemokrat verdeutlicht am Beispiel der Landwirtschaft, wie wichtig eine bessere Kommunikation zwischen den Interessenvertretern ist: „Die zahlreichen umweltregulierenden Vorschriften für die landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg sind in der Praxis kaum noch handhabbar und gleichzeitig werden von Seiten des Umweltschutzes mangelnder Vollzug und geringe Standards kritisiert. Dieses Gegeneinander bringt doch aber keinen weiter! Wir brauchen ein gemeinsames Problemverständnis und einen besseren Wissens- und Informationsaustausch zwischen Praxis und Forschung, um eine nachhaltige, gewässersensible Landnutzung zu etablieren. Am Ende steht hier ein Agrarkonsens, den wir dringend brauchen.“

Das beste Vorbild ist dabei die Natur selbst. „Wenn wir uns an ihr orientieren, Ökosystemleistungen wie die Bodenfruchtbarkeit optimal nutzen und standortangepasste Pflanzen anbauen, dann schützen wir gleichzeitig die Biodiversität und haben so statt des Gegeneinanders eine Win-Win-Situation“, erklärt Daniel Born. Um den bevorstehenden Wandlungsprozess in der Landwirtschaft zu meistern, sieht der SPD-Mann die Landesregierung in der Pflicht, die ökonomische Grundlage für die Umstellung auf eine landwirtschaftliche Flächennutzung zu schaffen, die sowohl regional differenziert als auch umweltfreundlich ist.

Auch im Bereich der Stadtentwicklung sieht Daniel Born große Chancen darin, zukünfitg noch mehr mit der Natur zu arbeiten, indem natürliche Potenziale und Synergien genutzt werden: „Ich bin begeistert vom modernen Ansatz der Sponge-City, bei dem Regenwasser endlich nicht mehr als lästiges Übel, sondern als wichtige Ressource verstanden wird“, schwärmt der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. „Regenwasser muss gespeichert und intelligent bewirtschaftetet werden, damit wir das Grundwasser schonen, aber bisher wird es häufig in die Kanalisation abgeleitet, sprich wie Abwasser behandelt“, mahnt er weiter. Auch viele Forscher weisen darauf hin, dass wir künftig immer häufiger mit Starkregenereignissen zu kämpfen haben werden, bei denen die Kanalisation dann überlastet ist. Das Wasser sucht sich dann an der versiegelten Oberfläche seinen eigenen Weg, was zu unkontrollierten Überschwemmungen führt.

Das Stadtplanungskonzept der Schwammstadt setzt darauf, Regenrückhalte- und Sickerflächen im Siedlungsgebiet an möglichst vielen Stellen zu etablieren. „Das gespeicherte Wasser kann dann sowohl wiederverwendet werden als auch bei zeitverzögerter Verdunstung kühlend auf die städtische Umgebung wirken und das Stadtklima dadurch deutlich verbessern. Auch hier haben wir wieder eine Win-Win-Situation“, zeigt der Landtagsabgeordnete auf und fordert weiter: „Zwar sind zuletzt in einigen Neubaugebieten durch die Gemeinde bereits Sickergruben im privaten Garten vorgeschrieben worden, aber um etwas zu erreichen, müssen wir konsequenter vorgehen. Wir brauchen einen allgemein anwendbaren Maßnahmenkatalog zur besseren inhaltlichen und rechtlichen Verbindung von Natur- und Gewässerschutz, denn trotz einer grünen Landesregierung werden in Baden-Württemberg tagtäglich acht Fußballfelder an Fläche neu versiegelt und der Wohnungsmangel wird trotzdem nicht gestillt. Das ist wirklich eine Schande für unser Land!“

Als wohnungspolitischer Sprecher der Landtags-SPD setzt sich Daniel Born besonders für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums ein. „Nur auf den ersten Blick scheint die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle zwingend zu mehr Flächenversiegelung zu führen. Wenn wir den Gebäudebestand besser ausnutzen, ihn aufstocken und im Neubau nachhaltiger planen, dann können wir unseren Grünraum bewahren. Ich wünsche mir, dass wir mutig genug sind, anders zu denken, vernetzt zu denken und neuen Konzepten eine Chance geben“, so Born.

„Der Umbau zur Schwammstadt kann natürlich nicht von heute auf morgen passieren, aber gerade deshalb ist es jetzt höchste Zeit loszulegen“, mahnt der SPD-Mann und regt dazu an, das Prinzip der Sponge-City auch auf der Ebene der Sponge-Region zu diskutieren. „Wesentlicher Motor für das kommunale Wassermanagement ist und bleibt die kommunale Politik, das darf man nicht vergessen. Aber das Land sollte die kommunale sowie intersektorale Zusammenarbeit unbedingt unterstützen, weil nur eine effiziente Vernetzung der Ressourcen zur effektiven, kostengünstigen Erfüllung wasserwirtschaftlicher Aufgaben führt“, resümiert der Sozialdemokrat.

Homepage Daniel Born

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