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Daniel Born: „Es reicht nicht zu definieren, wie guter Ganztag aussehen soll, wenn dieser nicht umgesetzt wird."

Veröffentlicht am 20.06.2018 in Landtagsfraktion

Der Bildungsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Daniel Born, bemängelt die Schwerpunktsetzung im jetzt vorgestellten neuen Ganztagskonzept der grün-schwarzen Landesregierung: „Flexibilität erhält den Vorzug gegenüber der Qualität und das ist kein gutes Zeichen.“

Kultusministerin Susanne Eisenmann betone zwar inständig, dass rhythmisierte Angebote qualitätsvoller sind als eine reine Betreuung am Nachmittag, leite daraus jedoch keinen ausreichenden Handlungsauftrag ab. „Es reicht nicht allein auf dem Papier zu definieren, wie guter Ganztag aussehen soll, wenn dieser in der Praxis gar nicht zur Umsetzung kommt“, kritisiert Born. Es sei nun klar, wie der Ausbau der Betreuung funktionieren soll, aber für den Ausbau der Ganztagsschule gebe es im Konzept von Ministerin Eisenmann keinerlei Ideen oder gar konkrete Schritte. „Grün-Schwarz zieht völlig blank bei der Frage, wie der Ausbau der Ganztagsschulen, die den im neuen ‚Qualitätsrahmen BW‘ definierten Standards entsprechen, befördert werden kann“, resümiert der SPD-Bildungsexperte. Nun wieder in die Finanzierung von kommunalen Betreuungsangeboten einzusteigen ohne einen Plan für die Stärkung der Ganztagsschule vorzuhalten, ist aus Sicht von Born leichtfertig. „Die Ganztagsschule ist noch kein Selbstläufer in Baden-Württemberg, weshalb Grün-Schwarz klare Anreize für Eltern, Schulträger und Kollegien setzen sowie aktive Informations- und Überzeugungsarbeit leisten muss“, fordert Born und weiter: „Gute Argumente für den Ganztag gibt längst nicht nur die Wissenschaft, sondern auch Eltern an Schulstandorten mit klug konzipierten Angeboten.“ Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie sie auch durch Betreuung gefördert wird, sei die Minimalanforderung. Für Born muss der familien- und bildungspolitische Anspruch einer Regierung darüber hinausgehen: „Eine Ministerin, die Qualität nicht nur zur leeren Worthülse verkommen lassen will und Bildungsungleichheit als Problem erkannt hat, muss mehr Gestaltungswillen besitzen und eine Weiterentwicklung im Land anstoßen statt sie sich nur zu wünschen.“ Positiv äußert sich Born über die angekündigten Vereinfachungen bei der Abwicklung und Organisation des Ganztages: „Dies fordern wir schon lange. Für diesen richtigen Schritt hätte sich Ministerin Eisenmann nicht über zwei Jahre Zeit lassen müssen. Ich hoffe, dass die Einbindung von außerschulischen Partnern nun besser gelingt und Schulleitungen sich intensiver der pädagogischen Gestaltung des Ganztages widmen können.“

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

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